Laien kennen Klassiker wie Champignons, Steinpilze, Eierschwämme, Morcheln sowie asiatische Speisepilze wie Mu Err und Shiitake, die Trendsetter der letzten Jahre. Weltweit sind jedoch über 100'000 Pilzarten bekannt; davon wachsen maximal 5000 Arten in Europa. Damit sie ihren Fruchtkörper bilden können, also überhaupt wachsen, benötigen Pilze in erster Linie Feuchtigkeit. Hoch-Zeit für Pilze in der Schweiz sind die Herbstmonate.
Jeder Pilz hat andere Bedürfnisse. Gewisse Speisepilze wachsen in Nadel-, Misch- oder Laubwäldern am Boden, andere in Baumstümpfen und gar auf Bäumen. Manche bevorzugen zudem Wiesen statt Wälder. Anfänger werden häufig auf dem Waldboden fündig, wo die eher einfach zu bestimmenden Röhrlinge wachsen. Unter Birken, Hainbuchen und Pappeln findet man Rotkappen. Maronenröhrlinge wiederum lieben saure Böden und gedeihen besser unter Kiefern, Fichten oder teils im Laubwald.
Prüfen: Essbar oder nicht?
Achtung vor gefährlichen Pilzen!
Nicht alle Pilze sind essbar: Von den rund 5000 europäischen Pilzarten gelten mindestens 200 als gefährlich; deren Genuss kann zu schweren (Organ-)Schäden, im schlimmsten Fall zum Tod führen! Selbst einzelne Arten, die bis anhin als Speisepilze galten, wurden neuerdings als gefährlich entlarvt. Etwa der Korallenpilz, der grosse Ähnlichkeit mit seinen giftigen Verwandten hat. Auch der Grünling darf nicht mehr gegessen werden. Genaue Kenntnis oder Kontrolle vor dem Pilzgenuss sind deshalb unbedingt nötig!
Pilze haben oft «Lebenspartner».
Der Name verrät schon vieles
Viele Röhrenpilze leben in Symbiose mit einer oder mehreren Baumarten und wurden gar nach diesen «Lebenspartnern» benannt. Der Birkenpilz etwa wächst meistens unter Birken, die Eichenrotkappe unter Eichen (teils auch unter Buchen und Linden). Auch der Kiefern- und Eichensteinpilz sowie der Erlengrübling outen sich bezüglich Standortvorliebe. Andere wie der Fichtensteinpilz schätzen zwar die Lage unter Fichten, wachsen aber auch unter Kiefern sowie in Mischwäldern.
Frische Pilze duften angenehm.
Das A und O des Pilzsammelns
Zum Sammeln Körbe oder Netze verwenden, die gute Durchlüftung garantieren - keine Plastiktaschen! In Letzteren zersetzen sich Pilze rasch und können giftig werden. Unbekannte Pilze stehen lassen oder ein Exemplar zur Bestimmung dem Kontrolleur vorlegen. Gesamtes Pilzgut durch eine Kontrollstelle checken lassen! Pilze gut kochen, nicht roh konsumieren (ausgenommen Trüffel, Eispilz, Roter Gallerttrichter).
Richtig: Transport im Korb.
So lagert man Pilze richtig
Frische Pilze haben eine feste Konsistenz und duften angenehm, sind also nicht matschig (faul). In einem Papierbeutel oder Korb transportieren, kühl und trocken lagern, evtl. mit luftdurchlässigem Tuch abdecken (kein Plastiksack, darin schwitzen sie und beginnen sich zu zersetzen). Frische Speisepilze sollten innerhalb eines Tages gegessen werden. Im Kühlschrank gelagerte Reste von Pilzgerichten können aufgewärmt und bis zwei Tage danach gefahrlos konsumiert werden. Frische Steinpilze bereits im Geschäft aufschneiden lassen (auch bereits halbierte); so kann Madenbefall festgestellt werden. Beim Kauf von Trockenpilzen auf eine durchsichtige Verpackung (Glas oder Cellophan) achten, damit der Inhalt kontrolliert werden kann. Mit Schimmel befallene, stark perforierte oder gar von Insekten verunreinige Pilze nie kaufen!
Kontrolle ist wichtig!
Wichtigste Internetseite für Pilzsammler
Bei der VAPKO (Schweizerische Vereinigung Amtlicher Pilzkontrollorgane) finden Sie die nächste Pilzkontrollstelle in der Region … - und andere wichtige Adressen. www.vapko.ch
Verdacht auf Pilzvergiftung: Das Tox-Zentrum in Zürich erteilt unter der 24-Stunden-Notfallnummer 145 Auskunft. www.toxi.ch
Cranberrys sind mit Preiselbeeren verwandt.
Vorschau
Am Montag, 1. Oktober, erfahren Sie Erstaunliches aus Übersee von der Cranberry-Ernte.
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