Der Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Viele Bräuche begleiten diese Vorweihnachtszeit, einer hat sich im Verlauf der letzten Jahre entwickelt: die Adventsfenster. In Dörfern und Städten schmücken Bewohner zu einem bestimmten Dezembertag ein Fenster mit weihnachtlichen Motiven. Zusammen mit 23 Fenstern in anderen Häusern ergibt sich daraus ein wunderschöner Adventskalender.
Am entsprechenden Tag wird das Fenster erstmals beleuchtet. Gastfreundliche Hausbewohner öffnen dazu ihre Tür und laden ein zu gemütlichem Beisammensein bei Speis und Trank. Bringt der eine oder andere gar noch ein Instrument mit, wird daraus eine richtige Stubete, eine Tradition, die vor allem als Zusammensein von Volksmusikanten bekannt ist. Die «Einweihung» des Adventsfensters ist eine wunderbare Gelegenheit, so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Und vielleicht sogar Nachbarn näher kennenzulernen, die man bisher nur kurz gegrüsst hat.
Herrliche Zutaten für den Punsch.
Weihnachts-Punsch
Schon der Gedanke an dieses duftende Getränk lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen!
Margrit Schneider bereitet für ihre Gäste einen speziell bekömmlichen Advents-Punsch zu. Dazu gibt sie Orangensaft und Zucker in eine Pfanne und verdünnt mit Wasser. Die Flüssigkeit wird mit Ingwer, Zitronenscheiben, einem Zimtstengel und etwas Sternanis aufgekocht. Beiseite stellen und zugedeckt zwei Tage ruhen lassen. Danach das Ganze durch ein Sieb giessen und das Konzentrat in Flaschen abfüllen. Vor dem Servieren giesst Margrit Schneider den würzigen Sirup in ein Glas, füllt mit heissem Wasser auf und dekoriert das Glas mit einem Orangenschnitz. Ein wunderbares Getränk für kalte Wintertage!
Margrit Schneider beim Backen für die Gäste am Abend.
Weihnachtszeit, Backzeit
Das ganze Jahr über wird nie so viel gebacken wie in der Weihnachtszeit. Und dies gilt für alle Länder auf der Erde, die das Christfest feiern. Margrit Schneider liebt es, Gäste zu bekochen. «Ich stamme eben aus einer Beizer-Familie», erzählt sie. «Mir macht das Kochen und Backen seit meiner Kindheit grossen Spass. Und in der Adventszeit ganz besonders!»
Wiigueteli: Das dunkelbraune Gewürz wird beigegeben.
Wiigueteli
Nichts kann den Weihnachtszauber so gut heraufbeschwören wie der Duft von frisch gebackenen Guetzli. Einen Spitzenplatz in dieser Hitparade belegen Margrit Schneiders Weingueteli bzw. Wiigueteli aus Stein am Rhein. Ihre Einzigartigkeit verdanken sie der speziellen Gewürzmischung. Zucker, Zimt, Sandelholz, Nelken, Muskatnuss, Macis (Muskatblüte) und Treibsalz sind das Geheimnis der Wiigueteli. Die Versuchung ist gross, diese gluschtige Weihnachtsleckerei schon in der Adventszeit rübis und stübis aufzuessen!
Stein am Rhein im Advent: Zeit des Lichterglanzes und des Wiigueteli-Dufts.
Adfensterli-Tradition
In Stein am Rhein nennt man den Brauch der Fensterdekoration Adfensterli. Margrit Schneider hat ihn vor 17 Jahren ins Leben gerufen. Heute organisiert die vorweihnachtliche Sitte die pro juventute.
Für viele Familien ist es ein stimmungsvolles Ritual geworden, mit den Kindern jeden Abend im Advent auf einem Rundgang durch das Städtchen ein neues und fantasiereich gestaltetes Fenster zu entdecken. Das weihnachtliche Kerzenmeer, die Adfensterli, die liebevoll dekorierten Geschäfte, das Märchenhaus und die grosse Lichtertanne auf dem Rathausplatz machen aus Stein am Rhein einen einzigartigen Adventskalender. Jedes Jahr aufs Neue.
Eine aussergewöhnliche Spezialität aus der Gegend. Das fertig zusammengestellte Gewürz und das verfeinerte Wiigueteli-Rezept von Hans-Peter Schaetti kann man auch direkt beziehen:
Johann Lafer, Sarah Wiener und Steffen Henssler bei al dente zu Gast.
Vorschau
Das ist die al dente Silvester-Überraschung für Sie!
Am Montag, 29. Dezember, spielen drei deutsche Promiköche für einen guten Zweck. Verpassen Sie nicht, wenn Johann Lafer, Sarah Wiener und Steffen Henssler Sibylle und Studi in die Kochtöpfe schauen.