Rund 70 Prozent der erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer trinken regelmässig Kaffee, wovon der Grossteil zu Hause getrunken und somit über den Detailhandel verkauft wird. Frauen trinken laut Statistik etwas mehr Kaffee als Männer, und in der Westschweiz ist Kaffee noch populärer als in der Deutschschweiz. Im Jahr 2008 trank jeder Einwohner hierzulande durchschnittlich 1242 Tassen Kaffee. Die grössten Kaffeetrinker sind die Finnen mit 1812 Tassen pro Jahr und Einwohner.
Espresso aus einer professionellen Kaffeemaschine.
Am liebsten klassisch
Welchen Kaffee trinken die Schweizerinnen und Schweizer ausser Haus? Mit über 35 Prozent liegt der Café crème an der Spitze der Beliebtheitsskala, gefolgt von Espresso mit 20 Prozent. Knapp danach folgen Milchkaffee-Varianten wie Schale und Cappuccino, während Latte macchiato - zubereitet mit Espresso und aufgeschäumter Milch - nur bei 14 Prozent der Schweizerinnen und Schweizern warme Gelüste auslöst. Spezialitäten wie aromatisierte oder mit Alkohol versehene Kaffeegetränke schliesslich vermögen einen vergleichsweise kleinen Teil an Kaffeefans zu begeistern.
Das waren noch Zeiten.
Kaffee einst und heute
Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde (auch) in der Schweiz Zichorienkaffee getrunken oder aber als Ergänzung zum damals so kostbaren Bohnenkaffee verwendet. Was man damals etwas vornehmer als «aromatisieren» bezeichnete. Während des Kaffeeverbots von 1780 und Napoleons Kontinentalsperre gegen England im Jahr 1806 wurden im grossen Stil Alternativen zum Luxusgetränk Kaffee gesucht und gefunden. Friedrich der Grosse etwa unterstützte die Produktion von Zichorienkaffee: 1797 gab es in Preussen 19 Fabriken, die den «Preussischen Kaffee» herstellten.
Kaffee mit Herz.
Kaffee mit Herz liegt im Trend
Heutzutage ist Kaffee ein Trendgetränk. Das hat auch neue Berufsgattungen wie etwa den Barista ins Leben gerufen. Ein Barista ist - salopp übersetzt - ein Kaffeekünstler an der Espressomaschine, der/die einerseits qualitativ hochwertigen Kaffee zubereitet und andererseits kunstvoll serviert und dekoriert. Sei das in Bezug auf die Zusammenstellung der Inhaltsstoffe - zum Beispiel mit Cremen, Rahm, Alkohol - oder indem er bzw. sie mit dem Milchschaum «spielt» und damit Muster in den Kaffee zaubert; zum Beispiel Herzen oder Blätter.
Anna Käppeli an ihrem Arbeitsplatz.
Kaffeekünstlerin von Format
Eine der aktuell besten Baristi weltweit ist Anna Käppeli. Die Schweizerin arbeitet seit 7Jahren in der Gastronomie mit Spezialgebiet Kaffee. Im Jahr 2007 wurde sie Barista-Schweizer-Meisterin und vertrat danach unser Land an der World Barista Competition in Tokio; dort erreichte sie den 5. Schlussrang. «Als Barista soll und darf man die Welt des Kaffees zelebrieren und die Getränke lustvoll zubereiten; das ist faszinierend», sagt die Berner Oberländerin. Käppeli: «Auf dem langen Weg einer Kaffeebohne von der Plantage bis in die Kaffeetasse gibt es für mich immer wieder neue Dinge zu entdecken; im Moment arbeite ich mich speziell in die Geheimnisse des Röstens ein.»
Anna Käppeli.
Links
Wer also könnte bessere Tipps für den richtigen Umgang mit Kaffee erteilen als Anna Käppeli!
Möglichst nur frisch geröstete Bohnen verwenden!
Maschinenteile, die mit Kaffee in Kontakt kommen, nach Gebrauch immer reinigen! Im Kaffee sind Öle enthalten, welche ranzig werden und späteren Kaffeegenuss trüben können.
Neugierde zahlt sich aus! Eine Kaffeebohne aus Hawaii schmeckt ganz anders als eine aus den Höhen Guatemalas. Zwischendurch auch mal einen sortenreinen Kaffee ausprobieren!
Kaffee zubereiten - (k)eine Kunst?
Bezugsquelle
Im Herbst 2009 wird Anna Käppeli anlässlich der IGEHO (Gastronomie-Messe) in Basel ihre Kaffeekünste einem breiteren Publikum zeigen.
Gefilmt mit freundlicher Genehmigung der Gschwend AG Gastro-Bau in deren Räumlichkeiten in Thun.
Anton Mosimann und seine Frau degustieren das unter speziellen Bedingungen zubereitete Mal.
Vorschau
Anton Mosimann, Starkoch und Hoflieferant von Prinz Charles, liess sich für al dente dazu überreden, in seinem Oldtimer ein Mittagessen zu kochen. Ob es gelingt?
Mehr dazu in der Sendung vom 9. März, 20.05 auf SF 1.
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