Nunzia, die einstige Müllerin des Tessiner Dorfes Vergeletto, gilt als «Erfinderin» des Maismehls Farina bóna. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Mais ins Onsernonetal kam, machte sie, was sie schon von der Verarbeitung des Roggens wusste: Sie röstete die Körner in einer Pfanne auf dem Feuer. Anschliessend wurde der knackige Mais gemahlen - das Farina bóna war erfunden.
Das verwunschene Onsernonetal nahe der italienischen Grenze war früher Schmugglergebiet.
Das Onsernonetal, Heimat vieler Künstler
Das Tal ist eher unbekannt, gehört aber zu den schönsten Regionen des Tessins. Berühmte Persönlichkeiten wie Elias Canetti, Max Ernst, Kurt Tucholsky und Max Frisch hatten die wilde Gegend zwischen dem Centovalli und den Thermalquellen von Craveggia in Italien als Ort der Ruhe entdeckt. Heute leben hier noch wenige Bauern, manches Rustico wurde zum Ferienhaus ungebaut.
Der Maisanbau in dieser abgelegenen Tessiner Region ist harte Arbeit. Marco Morgantini schreckt davor nicht zurück.
Vorbereitung ist die halbe Fahrt!
Marco Morgantini ist Müller in Loco und ein direkter Nachfahre von Nunzia. Er pflanzt in seinem Garten jeden Frühling Mais. Die Lage hoch oben am Südhang des Tales garantiert das ganze Jahr reichlich Sonne. In diesem Klima fühlen sich die Maispflanzen besonders wohl. Sie gedeihen hier genauso wie Palmen, Reben, Mimosen, Feigenkakteen und natürlich Edelkastanien.
Die geernteten Körner kommen für sieben Minuten in die Röstmaschine.
Eine alte Kaffeeröstmaschine für den Mais
Sechs Monate nach der Pflanzung wird der Mais geerntet. Bei Ilario Garbani werden die Körner sieben Minuten lang geröstet - in einer umfunktionierten Kaffeeröstmaschine. Über 1500 Kilogramm Mais werden hier jährlich verarbeitet. Sie stammen von verschiedenen Produzenten im Tal. Beim Rösten platzen die Körner auf. Für die Weiterverarbeitung braucht es viel Wasser. Dieses wird allein aus den Niederschlägen gewonnen.
Ein Bild wie aus alten Tagen: Aus den gerösteten Maiskörnern wird Mehl.
Aus Körnern wird Farina bóna, das gute Mehl
In der wieder aufgebauten Mühle in Loco mahlt Müller Marco Morgantini die Maiskörner zu luftigem Farina bóna, dem guten Mehl . Aus diesem speziellen Mehl aus dem sonnigen Onsernonetal werden verschiedene Spezialitäten produziert. Neben Teigwaren und Gebäck auch Bier und Glace.
Aus manchem alten Tessinerhaus wurde ein Rustico für Feriengäste.
Farina bóna wird gefördert
Der Förderkreis für Farina bóna restauriert im Onsernonetal die alten Mühlen. An den steilen Hängen soll wieder vermehrt Mais angebaut werden. Dies schafft in dieser abgelegenen Region Arbeitsplätze.
Wie alt wird ein Mastküken, wie und wo leben die Bibeli überhaupt? Und was macht die «fahrenden» Güggeli von den Güggeliwagen unterwegs in der Schweiz so unwiderstehlich gluschtig und knusprig? Das al dente Filmteam besucht in der Sendung vor Ostern eine Geflügelzucht.
Mehr dazu in der Sendung vom 6. April, 20.05 auf SF 1.
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