Prophet Mohammed soll eine Zeit lang nur von einer Hand voll Datteln täglich gelebt haben. Eine überlieferte Legende mit viel Wahrheitsgehalt: Datteln sind Energiespender. Sie sind reich an Ballaststoffen und enthalten viele lebenswichtige Vitamine sowie Kalzium, Eisen und Phosphor. Heute sind Datteln ein Wirtschaftsfaktor: Für viele Familien in Nordafrika sind diese Früchte die einzige Einnahmequelle. Zum Beispiel für die Farhallas in Tunesien, die Bio-Datteln anbauen.
Im Oktober sind die Früchte reif, dann heisst es: Ab auf die Palmen!
Die Ernte bringt Mohamed auf die Palme
Über zehn Mal im Jahr klettern Vater Mohamed und seine Söhne auf jede Dattelpalme. Es braucht viel Aufwand, bis die süssen Früchte in den bunten Schachteln liegen. Im Februar werden die Blüten jeweils künstlich bestäubt, und im Oktober ist Erntezeit. Schwer hängen die Dattelbüschel hoch oben in den Kronen. Etwa 60kg wirft eine gute Palme ab. Mohamed Farhallahs Hain umfasst nur 30 Bäume, da er die Parzelle mit seinem Bruder geteilt hat.
Während der Erntezeit im Oktober wird jede Hand gebraucht.
Besserer Preis dank Bio-Qualität
Seit einigen Jahren bewirtschaftet die Familie Farhalla ihre Parzelle biologisch, damit löst sie einen besseren Preis. Das ist dringend nötig, denn die 7 Kinder zwischen 12 und 25 Jahren müssen ernährt werden. Mohamed wohnt mit seiner Frau Zahra und dem Nachwuchs in der Oase Derjine am Rande eines riesigen Salzsees in der Nähe des Städtchens Douz. Erst ein kleiner Teil der Bauern hier produziert biologisch; viele sind aber derzeit in einer zweijährigen Umstellungsphase. So lange dauert es, bis ein Produzent das Biozertifikat erhält. Die Firma Gebana Maghreb, die tunesische Schwesterfirma der Schweizer Gebana AG, begleitet die Bauern bei der Umstellung, damit sie die internationalen Standards erfüllen können.
Die Früchte werden aussortiert; die schönsten landen irgendwann bei uns auf dem Teller.
Die Guten ins Kistchen
In Südtunesien reift die begehrte Sorte Deglet Nour, zu Deutsch «Finger des Lichts». Die Deglet Nour ist nur eine von über tausend Dattelsorten. Die Dattel stammt ursprünglich aus dem Irak. Sie prägte Kulturen und Religionen und nährt Menschen und Tiere. Doch vor dem Verzehr wird sortiert: Besonders schöne Rispen kommen als erste Qualität in Plastikkisten. Die zweite Qualität findet als Industriedatteln Verwendung, die dritte wird den Tieren verfüttert. Die Kisten für den Export werden anschliessend in das 50km entfernte Kebili in einen kleinen Verarbeitungsbetrieb gebracht. 75 Frauen sind während der Ernte mit waschen, trocknen und verpacken der Früchte beschäftigt.
Süss und nahrhaft: Datteln sind in Nordafrika ein wichtiges Nahrungsmittel für Mensch und Tier.
Sirup verleiht den Glanz
Die carameligen, honigsüssen Datteln werden bei uns vor allem um Weihnachten genossen. Viele Früchte kommen entsteint in den Verkauf, das macht sie trockener. Durch das Hinzufügen von Glukosesirup erhalten sie Glanz, werden haltbarer und süsser. Doch der Sirup verfälscht etwas den Geschmack - und macht die Palmenfrüchte noch nahrhafter.
Mit der Bio-Qualität können die Dattel-Bauern einen bessern Preis erwirtschaften.
Fair Trade
Für Bio-Datteln zahlt die Gebana Mahgreb rund ein Viertel mehr als üblich. Die Firma holt die Ernte direkt bei den Bauern ab. Sie leistet ihnen eine Vorfinanzierung; so verfügen die Produzenten schon vor dem Verkauf der Datteln über Bargeld zum Unterhalt der Familie. Vor allem aber zahlt Gebana auch einen Mindestbetrag für die Früchte. Die Bauern sind damit einigermassen abgesichert, wenn die Ernte schlecht ausfällt oder die Marktpreise wegen eines Überangebots abstürzen.
Sorgfältig verpackt gelangen die Datteln auf dem Seeweg nach Genua und von dort in die Schweiz.
Bezugsquellen
Datteln werden in ihrer Heimat Brot der Wüste genannt und sind aufgrund ihres hohen Zuckeranteils von 60 bis 70% ideale und schnelle Energielieferanten.
Im Herbst gibt die stachelige Hülle die glänzenden Marroni frei.
Vorschau
al dente entführt Sie nächstes Mal ins Tessin, wo Sie im Malcantone den Sentiero del Castagno, den Kastanienweg, kennenlernen. Das Symbol der Kastanie begleitet den Besucher auf dem Rundweg und vermittelt Informationen über das Malcantone, dessen Landschaft und die Kastanienkultur.
Mehr dazu in der Sendung vom 30. November.
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