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Kulinarischer Film
 
 
Frühlingsgenuss

Jetzt ist es wieder so weit: In allen Läden stehen sie gebündelt in Weiss, liegend in Grün und selten auch in Violett und warten auf ihre Fans - die Spargeln. Ab Februar werden sie aus dem Ausland importiert, die einheimischen Stängel werden - je nach Wetterlage - ab Ende April geerntet. Die weissen wachsen vom Sonnenlicht geschützt unter einem aufgeschütteten Damm in sandigem Boden, die grünen und violetten Spargeln am Licht.
 

 
     
 
Seiteninhalt
 
Schweizer Spargeln

Grün in Führung

Spargelzyklus

Flaacher Tradition in dritter Generation

Gesunde Delikatesse zum Abnehmen

Vorsicht bei Gicht

Bezugsquellen

Vorschau

Archiv

 

 Beim Spargelstechen wird ein Spezialwerkzeug benötigt, mit dem man die weissen Spargeln ganz unten absticht.
Schweizer Spargeln

Sie werden im Volksmund Aspars, Sparisch oder beispielsweise in Basel Sparse genannt. Die lateinische Bezeichnung «asparagus» soll ursprünglich vom griechischen «asparagos» abgeleitet sein, was sich mit so viel wie «junger Trieb» übersetzen lässt. Dieses Edelgemüse wächst in Asien genau so wie in nordischen und natürlich in Mittelmeerländern. Die wichtigsten Anbaugebiete in der Schweiz erstrecken sich über 14 Kantone. Für die grünen Spargeln sind es (in dieser Reihenfolge) die Kantone Thurgau, Zürich und St. Gallen. Für die weissen Spargeln der Kanton Wallis, gefolgt von St. Gallen und Zürich. In Flaach, im Zürcher Weinland, wird ein sehr grosser Teil des Bleichspargels produziert, und Flaach gehört zum drittgrössten Anbaugebiet in der Schweiz für Grünspargel.

Wilhelm Busch, «Die fromme Helene»:
«Denn Spargel, Schinken, Koteletts
Sind doch mitunter auch was Netts.»

 


 Beim Sortieren: Grünspargeln von zweiter Qualität.
Grün in Führung

Es existieren weltweit etwa 300 Spargelsorten. Die modernen sind durch Kreuzungen verschiedener Zuchtlinien hervorgegangene Hybride (Mischlinge). Rund 15 Jahre ist es her, seit in der Schweiz der grüne Spargel die «Führung» übernommen hat: Ungefähr dreimal mehr grüner als weisser Spargel wird angebaut.
Seit geraumer Zeit wird auch der violette Spargel erfolgreich angebaut, eine neue Sorte, bei der die Bitterstoffe herausgezüchtet wurden. Violetta ist ein reiner Rohkostspargel; d.h., er wird nicht gekocht! Ideal also für Salate. Vom Geschmack her ist er weder mit weissem noch mit grünem Spargel vergleichbar.

 


 Ausgewachsene Spargelstauden im Herbst.
Spargelzyklus

Es beginnt - wie immer - mit dem Säen. In den ersten zwei bis drei Jahren kann man keine Spargeln ernten. Dann folgt, bei den weissen Spargeln, das Dämmen, also das Aufschichten des Bodens, damit die Spargeln von der Sonne geschützt wachsen können. Ab April bis etwa Mitte Juni können sie geerntet werden. Aber man sticht nicht alle aus: Einige Sprossen lässt man bewusst auswachsen, sie entwickeln sich dann zu bis zu zwei Meter hohen, stark verzweigten Stauden. Die Pflanze regeneriert sich fürs kommende Jahr. Im Spätherbst kehrt der Saft ins Wurzelwerk zurück, die Stauden dorren ab und werden geschnitten. Im  Frühjahr wird ein neuer Damm aufgezogen und mit Plastikfolien zugedeckt, welche eine schnelle Erwärmung des Bodens garantieren, denn die rasche Erwärmung ist ein ausschlaggebender Faktor für einen frühen Erntebeginn und die Zartheit der Stangen.


 


 Rolf und Susanne Spaltenstein mit Kindern blättern im Fotoalbum. Im Hintergrund die weissen Spargeln kurz vor der Ernte.
Flaacher Tradition in dritter Generation

Die Flaacher Konrad und Rosa Frauenfelder-Ritzmann reisten um 1935/36 auf ihrem Motorrad in der Schweiz herum und wurden im Wallis zum ersten Mal mit dem Spargelanbau in sandigem Boden konfrontiert. Das junge Ehepaar erinnerte sich, dass auch in der Thur-Gegend vereinzelt wilder Spargel wuchs, und bepflanzte eine Parzelle Land. Nach 2 bis 3 Jahren erntete es die ersten richtigen Flaacher Spargeln. In diesen Jahren waren die nahen Restaurationsbetriebe nicht interessiert an Spargeln, nur in den vornehmen Restaurants in Winterthur konnte Konrad Frauenfelder sein Edelgemüse verkaufen. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden auch die Gaststätten in Flaach zu guten Abnehmern.
Aber auch andere Familien gehören heute zu den wichtigen Spargelanbauern. Auf dem Familienbetrieb von Rolf und Susanne Spaltenstein weden schon seit über 40 Jahren Spargeln kultiviert. Deren Kinder, die dritte Generation, sind ebenfalls schon mit Haut und Haar aktiv dabei.


 


 Ob weisse, grüne oder violette Spargeln: Nach dem Ernten werden sie gewaschen, geschnitten und in drei Qualitätskategorien abgepackt.
Gesunde Delikatesse zum Abnehmen

Das schmackhafte Frühlingsgemüse bringt nicht nur Genuss, sondern ist auch sehr gesund. Die Folsäure in den Spargeln ist vorbeugend bei koronaren Herzkrankheiten und ein wesentlicher Gesundheitsfaktor. Spargeln verfügen auch über Antioxidantien, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Zudem beinhalten sie verschiedenste Vitamine, Kalzium und Phosphor. Ernährungstechnische Pluspunkte weisen die Spargeln eben auch durch Mineralstoffe und Fasern auf. Ebenso reinigen sie das Blut und wirken leicht entwässernd.
Übrigens: Der typische Spargelgeruch im Urin entsteht durch schwefelhaltige ätherische Öle und Vanillin.
Die Spargeln eignen sich aber auch zum Abnehmen: Sie weisen sehr wenig Kalorien auf: 20kcal (84kJ) auf 100 Gramm.

 


 Die violetten Spargeln wachsen - wie die grünen - am Licht.
Vorsicht bei Gicht

Die Gerüchte, wonach Spargeln in grösseren Mengen Diabetes mellitus und Hämaturie auslösen, sind wissenschaftlich nicht belegt. Erwiesen ist, dass sie durch ihren hohen Purinanteil (wichtige Bausteine der Nukleinsäure) gichtfördernd sein können, indem sie die Auskristallisierung der Harnsäure forcieren können.

 


 Ernte der weissen (bleichen) Spargeln in Flaach bei der Familie Spaltenstein.
Adressen

Rolf & Susanne Spaltenstein
Spargelhof
8416 Flaach

Telefon: 052 301 30 44
Fax: 052 301 30 45
info@spargel.ch
www.spargel.ch


Konsumenteninformationen über Regionen: Wer baut wo Spargeln an?
www.swissasparagus.ch

Zur Rezeptsuche bei Betty Bossi gehts hier.

 Culatello, die gesuchte und kostbare Spezialität aus der Po-Ebene, gilt als «re dei salumi» - als König der Wurstwaren.
Vorschau

Am Montag, 4. Juni, erfahren Sie bei al dente mehr über Culatello, einer Schinken-Spezialität aus dem Hinterland von Parma.






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