Der Kanton Aargau ist auch als Rüebliland bekannt und mit ihm eine wunderbare Spezialität: die Rüeblitorte! Aber was war nun zuerst: das Land oder das Rüebli? Tatsache ist, dass im Aargau gar nicht so viele Rüebli wachsen, wie man meinen könnte. Trotzdem: Die Rüeblitorte ist wahrscheinlich die süsseste Versuchung, seit es Rüebli gibt!
Widerstand zwecklos: Die Aargauer Rüeblitorte verführt alle Schleckermäuler!
Die Torte mit Tradition
Das Rüebli gehört zum Aargau wie die Saucisson zum Waadtland. Und die süsseste Art, Rüebli zu servieren, ist zweifellos eine herrlich feuchte Rüeblitorte. Lange bevor man Zucchini, Sellerie und anderes Gemüse zu trendigem Gebäck verarbeitete, mischte man schon geschabte Rüebli unter den Rührteig.
In der «Basler Kochschule» von 1903 empfiehlt die Autorin Amalie Schneider-Schlöth, «frische, saftige Rüebli, so genannte Carotten» zu verwenden. Dieser Rat ist auch heute noch goldrichtig und ebenfalls ihre Anweisung, die Torte «hübsch hellbraun» zu backen! In den 1970er Jahren sammelten Aargauer Hauswirtschaftslehrerinnen und ihre Schülerinnen im ganzen Kanton traditionelle Rezepte. Die Highlights dieser kulinarischen Bestandsaufnahme wurden 1980 im Kochbuch «Aargauer Rezepte» veröffentlicht. Dort wird die schlichte Rüeblitorte einfach «Aargauer Rüeblichueche» genannt.
Das weisse Küttiger Rüebli ist eine Aargauer Spezialität.
Das Gemüse für alle Fälle
Die Rüebli sind unser liebstes Gemüse: 2010 erntete die Schweizer Landwirtschaft über 60'000 Tonnen Rüebli, deutlich mehr als Tomaten, Salat oder Spinat! Die Karotte, wie sie offiziell heisst, gehört wahrscheinlich zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschen. Die Karotte stammt aus Europa und entstand mit grosser Wahrscheinlichkeit aus der wilden Möhre, die als Unkraut auf vielen Äckern anzutreffen ist. Allerdings waren die Wildformen sehr holzig. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gelang in Frankreich eine Züchtung von knackigen Rüebli.
Neben den orangen gibt es auch weisse, gelbe, rötliche und violette Rüebli, neben länglichen auch kugelrunde Formen. Den fein-süsslichen Geschmack verdanken alle Rüebli ihrem recht hohen Zuckergehalt von ca. 6 Prozent.
Eine echte Aargauerin ist das Küttiger Rüebli: Es stammt aus Küttigen AG, wo es von Bäuerinnen von jeher angebaut wird. Dieses weisse Rüebli hat einen intensiven Geschmack und ist ebenfalls leicht süsslich.
Jann Hoffmann: Küchtentüftler und Erfolgsgastronom.
Jann Hoffmann - ein Küchentüftler
Jann Hoffmann (1977), der Küchentüftler und Erfolgsgastronom, fand seinen Weg aus der Davoser Bergwelt mit Umwegen übers ferne Australien nach Zürich. Das «Steigenberger Belvédère» in Davos und das «Parkhaus Vitznau», später dann das «Taggenberg» in Winterthur und nach einem Aufenthalt in Australien das «Zentraleck» in Zürich, gehören zu seinen Stationen. Seit 2010 führt Jann das legendäre Restaurant «Café Boy» im Zürcher Kreis 4 zusammen mit seinem Geschäftspartner und guten Freund Stefan Iseli. Jann lebt in Zürich.
Isabelle Maissen: kocht, bäckt und haushaltet mit viel Liebe.
Isabelle Maissen - begeisterte Hobbyköchin
Isabelle hat Jahrgang 1980, ist Ehefrau, Mutter, Redaktorin und Journalistin bei DRS 3 und macht in ihrer Freizeit nichts lieber als kochen. Diese Leidenschaft erwachte, als ihr heutiger Ehemann vor vielen Jahren, damals noch als neuer Freund, in ihrer Küche stand und viel besser kochen konnte als sie... Am liebsten kocht Isabelle währschafte Schmorgerichte und Desserts. Isabelle lebt mit ihrer Familie in Uster bei Zürich.
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Der Erfinder des weltberühmten Caesar Salad war - fast! - ein Schweizer! Nämlich ein Italiener namens Cesare Cardini, der 1886 in der Region des Lago Maggiore geboren wurde und später in die USA emigrierte. Begleiten Sie uns auf den Spuren des Caesar Salad.