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Vegetarisch: Fleischlos glücklich

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Tierliebe über gesundheitliche Aspekte bis zu ökologischem Bewusstsein. Echtes vegetarisches Essen unterscheidet sich grundlegend vom normalen Speiseplan. Dabei kann man stets gut essen sowie langfristig gesund und fit bleiben.
 

 
     
 
     
 
Seiteninhalt
 
Von Pythagoras bis Bircher-Benner

Mehr als das Weglassen von Fleisch

Vorteile einer vegetarischen Ernährung

Worauf müssen Vegetarier/innen achten?

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier

Was sollten Vegetarier/innen essen?

Fantasievolle vegetarische Küche

Weltneuheit: Küchen-Crack von Betty Bossi

Vegetarismus: Noch Fragen?

Nützliche Links für den fleischlosen Genuss

 

 Der Naturheilarzt Maximilian Bircher-Benner war aus gesundheitlichen Gründen für eine fleischlose Ernährung.
Von Pythagoras bis Bircher-Benner

Die Motivation für einen Verzicht auf Fleisch und andere tierische Produkte hat sich im Verlauf der Zeit gewandelt. Begonnen hat die Geschichte des Vegetarismus mit dem griechischen Philosophen Pythagoras, mehr als 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Der Glaube an Seelenwanderung und Wiedergeburt bei den alten Griechen genauso wie die Ehrfurcht vor dem Leben und die Gewaltlosigkeit bei Hinduisten und Buddhisten begründeten in Europa und in Asien gleichermassen das konsequente Meiden von Produkten vom toten Tier.

Gesundheitliche Gründe für eine fleischlose Ernährung erkannten Ärzte im 18. und 19. Jahrhundert, so auch der Schweizer Naturheilarzt Maximilian Bircher-Benner (1867-1939), der Namensgeber für das Birchermüesli. In den 1970er Jahren entwickelte sich als Protest gegen die Massentierhaltung eine ethische Überzeugung, die den Konsum von allen tierischen Produkten - auch vom lebenden Tier - ablehnte. Noch heute stehen ethische, religiöse und zunehmend auch gesundheitliche Beweggründe nebeneinander.


 Vegetarisch essen bedeutet mehr als das Weglassen von Fleisch.
Mehr als das Weglassen von Fleisch

Jeder, der gerne einmal fleischlos isst, hat diese enttäuschende Erfahrung schon gemacht: Wenn man in einem normalen Restaurant etwas Vegetarisches bestellt, beschert einem das einen einfallslosen Gemüseteller. Nur wer keine Ahnung hat, glaubt, vegetarisches Essen bestehe lediglich aus dem Weglassen von Fleisch sowie dem Verzehr von Kuchen und Spaghetti. Auf die Dauer würde solch eine Ernährung zu einem gravierenden Mangel an Eiweiss, Vitaminen und Mineralstoffen führen.

Und dabei leben Vegetarierinnen und Vegetarier nachweislich gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie leiden weniger unter Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Gicht und erkranken seltener an Krebs. So wird eine vegetarische Lebensweise neuerdings auch vom Bundesamt für Gesundheit empfohlen.


 Eiweissreiche Pflanzen, bestes Pflanzenöl sowie mineralstoff- und vitaminreiches Gemüse werden in der vegetarischen Küche geschickt kombiniert und schonend zubereitet.
Vorteile einer vegetarischen Ernährung

Mehr und mehr Menschen, darunter auch Kinder, werden krank vom Essen - eine schlimme Entwicklung. Die meisten dieser Krankheiten beruhen auf einem Überangebot an Fett, insbesondere tierischem, zu viel Zucker und leeren Kohlenhydraten und nicht zuletzt zu viel Eiweiss. Umgekehrt enthält die Nahrung zu wenig Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Diese Unausgewogenheit lässt sich durch einen höheren Anteil an Gemüse und Vollkornprodukten im Speiseplan ganz einfach beseitigen. Gemüse sind gute Quellen für Nahrungsfasern, Folsäure, Vitamin C, Beta-Carotin sowie Magnesium und Kalium. Darüber hinaus liefern Obst und Gemüse die gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffe, die man auch als Radikalfänger bezeichnet. Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen stecken voller Vitamin E und wertvollen ungesättigten Fettsäuren.

Vegetarisch kochen heisst, eine unerschöpfliche Vielfalt an pflanzlichen Produkten vollwertig zu kombinieren, meist mit Milch und Eiern. Vegetarisch essen heisst, eiweissreiche Pflanzen, bestes Pflanzenöl, mineralstoff- und vitaminreiches Gemüse schonend zubereitet zu geniessen - am besten angereichert mit Nüssen.


 Je nach Kostform müssen Vegetarierinnen und Vegetarier auf die Zufuhr der Nährstoffe achten.
Worauf müssen Vegetarier/innen achten?

Fleisch ist in unserer normalen Ernährung die primäre Quelle für Eiweiss, aber auch für Vitamin B12 und D, die Mineralstoffe Eisen, Selen und Zink. Fisch ist der wichtigste Lieferant für Omega-3-Fettsäuren und Jod. Milch- und Milchprodukte sind die wichtigsten Quellen für Kalzium, liefern aber auch viele andere wertvolle Bestandteile. Ähnliches gilt für Eier. Je nach Kostform müssen Vegetarierinnen und Vegetarier auf die Zufuhr dieser Nährstoffe achten. Am kritischsten sind dabei Vitamin B12 und D:
  • Vitamin B12 kommt in grösseren Mengen nur in Tieren vor.
  • Vitamin D ist in tierischen Produkten enthalten. Mithilfe von Sonnenbestrahlung kann es vom Körper aus Cholesterin selbst hergestellt werden.



 Eier werden von Ovo-Lacto- und von Ovo-Vegetarier/innen gegessen, nicht aber von Lacto-Vegetarier/innen bzw. Veganer/innen.
Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier

  • Ovo-Lacto-Vegetarier/innen
    Die am stärksten vertretene Gruppe. Sie essen Eier und Milchprodukte und meiden Fleisch und Fisch sowie deren Produkte. Bei Beachtung einiger Regeln treten hier normalerweise keine Gesundheitsprobleme auf. 2,5% der Schweizer Bevölkerung sind Ovo-Lacto-Vegetarier/innen. In Italien sind es 5% und in Deutschland sogar 8%. Der Anteil der Frauen ist übrigens grösser als derjenige der Männer.
  • Lacto-Vegetarier/innen
    Sie essen Milchprodukte, meiden aber zusätzlich zu Fleisch und Fisch auch Eier.
  • Ovo-Vegetarier/innen
    Sie essen Eier, meiden aber zusätzlich zu Fleisch und Fisch auch Milchprodukte.
  • Veganer/innen
    Sie meiden alle Produkte vom toten und lebenden Tier, sogar den Honig. Nur sehr wenige Menschen leben vegan und statistische Bewertungen sind nicht verfügbar. Um sich vegan zu ernähren, müssen sehr viele Regeln beachtet werden, wenn Mangelerkrankungen vermieden werden sollen. Zusätzlich werden Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Problematisch oder sogar unverantwortlich ist die vegane Ernährung für Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kinder, aber auch für Senioren und Sportler.



 Da Pilze die einzige gute pflanzliche Quelle für Vitamin D sind, gehören sie regelmässig auf den vegetarischen Menüplan.
Was sollten Vegetarier/innen essen?

  • Sojaprodukte und Tofu
    Sie gehören zur Grundausstattung einer vegetarischen Lebensweise. Neben dem höchstwertigen pflanzlichen Eiweiss liefert Soja auch Eisen, Zink, Selen und Kalzium. Fermentierte Sojaprodukte wie etwa Sojasauce oder Miso (salzhaltige Paste aus vergorenen, pürierten Sojabohnen; in grösseren Coop Supermärkten oder asiatischen Spezialitätenläden erhältlich) enthalten zusätzlich Vitamin B12.
  • Nüsse und Saaten
    Sesam z.B. enthält sehr viel Kalzium, Eisen, Zink und hochwertiges Eiweiss und weist eine ideale Fettsäurenzusammensetzung auf. Er soll deshalb reichlich in den Menüplan eingebaut werden. Paranüsse sind eine sehr gute Quelle für Selen. Den Mineralstoff findet man nur in Pflanzen, die auf selenhaltigen Böden wachsen. Einheimische Pflanzen zählen leider nicht dazu. Importierte Getreide, Hülsenfrüchte und Saaten, aber auch Tee und Kaffee haben einen mittleren Selengehalt.
  • Hülsenfrüchte
    Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen sind eiweissreiche Lebensmittel. Zusammen mit Vollkorngetreide ergibt sich eine hochwertige Eiweisskombination, wie sie in Eiern oder Fleisch vorkommt.
  • Raps-, Baumnuss- und Olivenöl
    Sie enthalten Alpha-Linolensäure, die im Körper zu Omega-3-Fettsäuren umgewandelt wird und so Fisch ersetzen kann. Sonnenblumen- und Maiskeimöl behindern diese Umwandlung und sollten deshalb von Vegetarierinnen und Vegetariern nur sparsam konsumiert werden.
  • Pilze
    Als einzige gute pflanzliche Quelle für Vitamin D sollten sie insbesondere im Winter regelmässig verzehrt werden.
  • Gemüse
    Eine reichhaltige, saisonale Auswahl von verschiedenen Gemüsesorten und Kräutern ist bei einer vegetarischen Ernährung unverzichtbar, da sie dank der Vitamine, der Mineral- und sekundären Pflanzenstoffe nicht nur unsere Sinne erfreuen, sondern auch unsere Gesundheit fördern.
  • Fermentierte Produkte
    Sauerkraut, Sauerteigbrot und Bier enthalten gewisse Mengen an Vitamin B12.
  • Meeresalgen
    Sie enthalten viel Gesundes aus dem Meer, das man sonst in Form von Fisch zu sich nimmt. Je nach Art sind sie sehr reich an Jod, Eisen, Magnesium und Vitamin B12. Sie sind in getrockneter Form in der Lebensmittelabteilung von Warenhäusern und in asiatischen Spezialitätenläden erhältlich und sehr lange haltbar.

Text: Stefanie Goldscheider

Die kulinarischen Bilder auf dieser Seite stammen aus den beiden leider vergriffenen Betty Bossi Büchern «Die vegetarische Küche».




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Fantasievolle vegetarische Küche

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Nützliche Links für den fleischlosen Genuss






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