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Kartoffel - die Knolle voller Genuss

Die Kartoffel ist ein wunderbar köstliches und weit gereistes Ding - denn die knusprige Rösti, den Gratin zum Fest und den Kartoffelsalat zur Party haben wir den Inkas zu verdanken! Und keine Angst vor Pfunden: Die vielseitige Wunderknolle ist aus der trendigen, schlanken Küche längst nicht mehr wegzudenken.
 

 
     
 
     
 
     
 
Seiteninhalt
 
Eine Knolle für alle Lebenslagen

Aus den Anden nach Glarus

Ausgekochtes Früchtchen im Trend

Kartoffelrezepte aus aller Welt

Charlotte oder Désirée?

Kartoffeln machen eine gute Figur!

Kartoffeln - so süss!

2008: Internationales Jahr der Kartoffel

Rezept: Raffinierte Pommes Anna

Archiv

 

 Die Pouletstreifen mit Kartoffeln und jungem Gemüse sind ein köstlich leichtes Gericht.
Eine Knolle für alle Lebenslagen

Kartoffeln sind das wohl vielseitigste Gemüse, das es überhaupt gibt: Butterzarte Salzkartoffeln, feiner Gratin Dauphinois, Rösti in allen Variationen, Pommes frites, Gnocchi oder würziger Kartoffelsalat - die Zubereitungsarten sind unerschöpflich! Kartoffeln begleiten ein zartes Stück Fleisch oder kommen als vollwertiges, vegetarisches Menü auf den Tisch. Sie belasten weder schmale Haushaltsbudgets noch schaden sie der schlanken Linie, sie sind Kraftnahrung und Schonkost in einem. Kurz: Die tolle Knolle ist ein kulinarisches Universalgenie!


 Jeder Schweizer, jede Schweizerin isst pro Jahr 44kg Kartoffeln.
Aus den Anden nach Glarus

Die Kartoffel stammt ursprünglich aus dem Andenländern Peru, Bolivien, Chile und Ecuador, wo sie schon vor über 7000 Jahren von den Indianern als wichtiges Nahrungsmittel in vielen Sorten kultiviert wurde. Mit den Seefahrern gelangte sie im 16. Jahrhundert als Mitbringsel an die europäischen Fürstenhöfe, wo sie zuerst wegen ihrer schönen Blüten als Zierpflanze in den Pärken gehegt und gepflegt wurde. In der Schweiz tauchte sie erstmals 1590 im Glarnerland auf: Schweizergardisten hatten sie aus Italien in ihre Heimat mitgebracht.

Den Durchbruch in Europa schaffte das südamerikanische Gewächs während der grossen Hungersnöte im 17. und 18. Jahrhundert, als man infolge der Getreidemissernten die noch ungewohnte Kartoffel vermehrt anbaute. Andererseits verursachte sie selber grosse Not, als es in Irland wegen der gefürchteten Knollenfäule, der Kartoffelpest, vor 1850 mehrmals zu schrecklichen Missernten kam. Über eine Million Menschen verhungerten, wer konnte, wanderte nach Amerika aus.

Eine preussische Statistik aus dem Jahr 1900 belegt einen Kartoffelkonsum von jährlich unglaublichen 286kg - pro Person! Im Vergleich dazu sind die aktuellen Zahlen bescheiden: Herr und Frau Schweizer essen aktuell noch knapp 44kg Kartoffeln pro Jahr, der Konsum ist aber ziemlich konstant.


 Neue Trends in der Kartoffelküche: Kartoffelschnitze mit Akazienhonig.
Ausgekochtes Früchtchen im Trend

Die Kartoffel hat sich von der Überlebensnahrung zum modernen Gemüse gemausert und ist Grundlage für kreative Rezepte. Selbst gewöhnlicher Kartoffelstock wird zum Blickfang, wenn man ihm etwas Farbe und Form verpasst. Verblüffende Kombinationen wie die in Akazienhonig gekochten Kartoffelschnitze harmonieren ausgezeichnet zu Kaninchenragout. Zu zarten Fischfilets passen Zitronenkartoffeln, Pommes Duchesse mit Kakao serviert man zu einem kräftigen Braten und solche mit Orangen natürlich zur Ente!

Mit Kartoffeln kann man problemlos jeden Tag im Jahr ein anderes Gericht zubereiten, ohne zweimal dasselbe zu kochen! Je nach Sorte eignen sie sich zum Dämpfen, Backen oder Frittieren. Gekochte Kartoffeln kann man zu einem luftigen Soufflé oder Kartoffelstock weiterverarbeiten, zu festen Gnocchi formen oder als Gschwellti in den Brotteig mischen. Auch als Salat ist sie unentbehrlich: Man stelle sich die Vereinsparty oder den Grillabend ohne Kartoffelsalat vor!

Weil die Kartoffel einen dezenten Eigengeschmack hat, kann man sie mit nahezu allen Kräutern und Gewürzen kombinieren. Klassisch zur Kartoffel ist Muskatnuss, aber auch andere exotische und einheimische Gewürze passen wunderbar dazu: Probieren geht über Studieren.


 Die Kartoffelgnocchi aus Italien sind eine willkommene Abwechslung zur Pasta.
Kartoffelrezepte aus aller Welt

Die Kartoffel ist nicht nur für moderne kulinarische Höhenflüge gut. In vielen Ländern basieren typische Nationalgerichte auf der unverzichtbaren Knolle:
  • Italien:
    Gnocchi sind das Kartoffelpendant zur Hartweizengriess-Pasta. Zu den kleinen Klösschen serviert man die klassischen Pastasaucen.
  • Frankreich:
    Der französische Apotheker und Agronom Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) hat sich sehr für die Verbreitung der Kartoffel eingesetzt. Ihm zu Ehren haben französische Kartoffelgerichte manchmal den Zusatz «parmentier», z.B. Suppen oder Gratins.
  • Spanien:
    Die Tortilla española ist ein Fladen aus Ei, Kartoffeln und Zwiebeln - und nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen mexikanischen Brotfladen!
  • Griechenland:
    Der bekannte Auberginengratin Moussaka kann neben oder statt Lammfleisch auch Kartoffeln enthalten.
  • Irland:
    Der Eintopf Irish Stew mit Lammfleisch, Rüebli, Kabis und Kartoffeln ist legendär.
  • USA:
    Baked Potatoes, ganze, gebackene Kartoffeln, möglichst gross, mit möglichst viel Sauerrahm!
  • Deutschland:
    Labskaus ist eine norddeutsche Spezialität aus Pökelfleisch oder Corned Beef, Kartoffeln, Matjes, Zwiebeln und Randen. Matrosen schätzten es schon vor 300 Jahren.
  • Indien:
    Kartoffeln in exotischer Gesellschaft, z.B. als Scheiben in Kichererbsenteig ausgebacken (Alu Pakora) oder als Bällchen mit Kokosraspel.



 Nicht alle Kartoffelsorten sind für Stock geeignet: Achten Sie auf die Angaben auf der Verpackung.
Charlotte oder Désirée?

Für jedes Kartoffelgericht gibt es die ideale Knolle! Man unterscheidet folgende Kartoffeltypen:
  • Kochtyp A, fest kochend:
    Diese Kartoffeln zerfallen auch bei längerem Kochen nicht, ihr Fleisch ist feucht und glatt, der Stärkegehalt niedrig.
    Geeignet für: Kartoffelsalat, Salz- und Bratkartoffeln.
    Sorten: Amandine, Charlotte, Nicola, Stella u.a.
  • Kochtyp B, vorwiegend fest kochend
    Die Schale kann beim Kochen aufspringen, das Fleisch bleibt meist fest und ist schwach mehlig.
    Geeignet für: Rösti, Bratkartoffeln, Pommes frites, Salzkartoffeln, Gratin, Kartoffelstock.
    Sorten: Agata, Lady Christl, Urgenta u.a.
  • Kochtyp C, mehlig kochend
    Springt beim Kochen stark auf, das Fleisch ist mehlig, eher trocken, mit hohem Stärkegehalt.
    Geeignet für: Pommes frites, Kartoffelstock, Gnocchi, Baked Potatoes, Gratin, Rösti.
    Sorten: Bintje, Derby.
Als Hilfe sind die Verpackungen mit Farben gekennzeichnet:
  • Grün: fest kochende Sorten.
  • Rot (bei Coop): vorwiegend fest kochende Sorten.
  • Blau: mehlig kochende Sorten.
Auch Kartoffeln haben Saison: Zurzeit sind noch die im Herbst geernteten Sorten Agria, Bintje, Désirée, Urgenta und Victoria erhältlich. Frühkartoffeln aus einheimischer Ernte gibts erst ab Mai!

Mehr Infos über Schweizer Kartoffeln finden Sie bei der Branchenorganisation swisspatat.


 Safran gibt diesem frühlingshaft leichten Kartoffelsalat die schöne goldene Farbe.
Kartoffeln machen eine gute Figur!

Bis vor einigen Jahren war man der Ansicht, dass Kohlenhydrate (Brot, Kartoffeln, Teigwaren usw.) zu einem grossen Teil in Fette umgewandelt werden und zur Zunahme des Fettgewebes beitragen. Zu Unrecht, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen! Was wirklich dick macht, ist, wenn wir zu viel essen und zu viel Fett zu uns nehmen. Ist unser Energieverbrauch zudem durch mangelnde körperliche Aktivität gering, wird die überschüssige Menge im Fettgewebe eingelagert. Kartoffeln sind also keine Übeltäter, im Gegenteil: In einer ausgewogenen Ernährung sollten sie ein fester Bestandteil sein. Sie enthalten neben Wasser auch hochwertiges Eiweiss, Stärke, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Kartoffeln haben ein grosses Volumen, was den Magen füllt und satt macht. Die Kohlenhydrate, die wir essen, werden hauptsächlich zur Energiegewinnung genutzt.

Hinweis: Grüne Stellen, Keime und Augen restlos entfernen. Sie enthalten Solanin, das für den Menschen giftig sein kann.


 Für wahre Kartoffelfans gibts sogar Desserts, z.B. die Kartoffel-Schokoladetorte.
Kartoffeln - so süss!

Wer meint, nach dem Hauptgang sei Schluss für die Kartoffel, der irrt sich, denn selbst als Dessert macht die Knolle eine gute Figur. Mit einer Kartoffel-Schokoladetorte oder dem Kartoffel-Rahmfladen verblüffen Sie selbst ausgebuffte Dessert-Fans! In Österreich serviert man zum Kaffee Marillenknödel: frische Aprikosen im Kartoffelteigmantel.

Doch Vorsicht: Die Kartoffel hat zwar ihren Ruf als Dickmacherin erfolgreich abgelegt, aber so viele süsse Zutaten kann die schlankste Kartoffel kalorienmässig nicht wettmachen.

Text: Gina Graber


 Das Internationale Jahr der Kartoffel 2008 will auf die Bedeutung der Kartoffel als wichtiges Nahrungsmittel in den Entwicklungsländern hinweisen.
2008: Internationales Jahr der Kartoffel

Zu Ehren der Wunderknolle hat die UNO das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr der Kartoffel erklärt. Dadurch soll die Bedeutung der Kartoffel als wichtiges Nahrungsmittel in den Entwicklungsländern verdeutlicht werden. Sie ist weltweit ein Basisnahrungsmittel für die ganze Bevölkerung und kann weitgehend dazu beitragen, die Nahrungssicherheit zu gewährleisten und die Armut zu vermindern.

Offizielle Website zum Internationalen Jahr der Kartoffel: www.potato2008.org (engl./franz./span.).

Zum Internationalen Jahr der Kartoffel gibt die Schweizerische Post eine Sonderbriefmarke zu 85 Rappen mit einem Kartoffelsujet heraus; sie ist ab 4. März erhältlich.

Das Grüne Zentrum widmet der Kartoffel ebenfalls eine informative Sonderschau im Rahmen der BEA/PFERD in Bern (25. April bis 4. Mai). Dort kann man den Anbau vom Pflanzgut über das Feld bis zum Teller direkt erleben und die Geschichte der Kartoffel nachvollziehen. Besonders erlebnisreich ist das Eintauchen in eine lange Erdhöhle, vorbei an Kartoffelwurzeln, Knollen, Bodenlebewesen und geheimnisvollen Geräuschen. Weitere Infos siehe www.grueneszentrum.ch.


 Pommes Anna, knusprig zarte Beilage.
Raffinierte Pommes Anna

Zarte Kartoffelscheiben, im Förmchen knusprig gebacken und mit Rosmarin verziert: Pommes Anna sind so einfach wie raffiniert, ein kleines Bijou zum festlichen Menü.

Dieses und viele andere gluschtige Kartoffelrezepte finden Sie in unserem Bestseller «Feines aus Kartoffeln».


 Fischstäbchen: Knusperspass für alle.
Kakao: Wohlige Wärme für den Bauch
Gerührt und geschüttelt: Feine Kuchen
Samtener Schmelz: Camembert, Brie & Co.
Kotelett - da ist Fleisch am Knochen!
Peperoni - peppige Früchtchen
Jetzt ist Strudelzeit!
Ossobuco: Viel Fleisch am Knochen
Honig - süsse Versuchung
Frische Süsse im Advent: Clementinen & Co.
Ballini - das kugelrunde Vergnügen
Panieren geht über Studieren!
Das Sandwich: feine Hülle - gluschtige Fülle
Die beliebtesten Asia-Hits
Pastasalate: Verführerisch sommerlich
Südafrika: Das Kap der guten Küche
Osterlamm - ein himmlischer Genuss
Hamburger: Vom Fast Food zum Festessen!
Köstliche Saucen - Krönung eines Gerichts
Brownies - die amerikanische Versuchung!
Ofenküchlein - aus Luft und Liebe
Chnöpfli und Gnocchi: Der neue Hochgenuss
Currywurst: Snack mit Kultcharakter
Kulinarisches Australien
Kulinarische Kreuzfahrt: Traumschiff ahoi!
Tiramisù - ein echter Aufsteller!
Paella - ein spanisches Feuerwerk
Roastbeef - das Festessen der Briten
Die Vorspeise: fulminanter Auftakt
Lasagne: Ein Gedicht von einem Gericht
Amaretti - bittersüsse Versuchung
China: Kulinarische Sommerspiele
Karibische Küche: Kulinarische Inselträume
Ravioli: In der Hülle liegt die Fülle
Österreichs köstliche Schmankerln
Fischstäbchen: Knusperspass für alle
Roulade - ein runder Genuss
Süss und verführerisch - Caramel
Feine Fondues zum Fest: Chinoise & Co.
Feine Fondues zum Fest: Chinoise & Co.
Heiss geliebt: Kaffee und Tee mit Schuss
Vegetarisch: Fleischlos glücklich
Multikulturelles Korn mit Biss: Hartweizen
Delikatess-Öle: Gepresstes Gold
Asia-Gemüse: Farbtupfer im Blätterwald
Blindbacken - traumhaft dekorativ
Chutneys - fruchtige Würze Indiens
Radieschen: rotweisse Frühjahrspower
Ravioli: In der Hülle liegt die Fülle
Trinkhalm: Verlängerter Trinkspass
Zitrusfrüchte - die süsssaure Versuchung





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