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Schweizer Küche

 
 
Süsse Sünden aus dem Vully

Süsse Kuchen mit feinem Doppelrahm - diese verführerischen Köstlichkeiten sind eine Sünde wert! Um den Mont Vully im Kanton Freiburg kann man es sich gut gehen lassen. Geniesst man zu den üppigen Spezialitäten noch ein Gläschen Wein aus den lieblichen Rebbergen, fühlt man sich kulinarisch wie im siebten Himmel!
 

 
     
 
     
 
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Fantastische Aussichten

Zum Wein passend: Gâteau du Vully

Wie die Bäcker das Znüni versüssten

Der Gâteau du Vully sprengt Grenzen

Gâteau au vin cuit: Konzentrierte Süsse

Double Crème de la Gruyère: Gehaltvoll!

Ausflug ins Vully

Rezept: Vin-cuit-Tartelettes - klein, aber fein

Archiv

 

 Die Rebberge am Mont Vully bringen feine Weine hervor, die mit den regionalen Spezialitäten ausgezeichnet harmonieren.

Bild: www.fribourgregion.ch
Fantastische Aussichten

Der Mont Vully, auf Deutsch Wistenlacherberg genannt, ist ein Hügelzug von 653 m.ü.M., der zwischen dem Murten-, Bieler- und dem Neuenburgersee liegt. Bekannt ist er vor allem wegen seiner einzigartigen Sicht auf Alpen, Mittelland und Jurakette, auf die drei umgebenden Seen und wegen seiner lieblichen Rebberge und süffigen Weine. Heute beherrschen zirka 150ha Reben das Landschaftsbild am südlichen Berghang des Mont Vully. Das Weingebiet Vully reicht auch ins Waadtland. Doch nicht nur der Durst lässt sich mit einheimischen Produkten stillen - die Region bringt auch ausgezeichnete süsse Spezialitäten hervor.

Zum Wein passend: Gâteau du Vully

Im Seeland ist eine süsse Spezialität zu Hause, für die es unzählige Varianten gibt; denn in jedem Dorf, ja in jeder Familie macht man sie etwas anders. Es handelt sich um den Gâteau du Vully, auch Vully-Kuchen oder Wistenlacher Kuchen genannt (siehe Titelbild). Er ist vor allem in den Bäckereien des französischsprachigen Nordwestufers des Murtensees anzutreffen. Allen Rezepten gemein sind der Hefeteig und die Nidle (Rahm), die darübergegossen wird.

Der Teig ist aus Mehl, Hefe, Milch, Butter und/oder Schweineschmalz, Ei sowie Salz. Man drückt mit dem Daumen kleine Vertiefungen in den Teig, in die man Würfelzuckerstücke legt oder die man mit Hagel- oder Kristallzucker bestreut. Das Ganze wird mit frischem Rahm übergossen. Zum Verfeinern können auch Butterflöckchen oder Zimt dazugegeben werden.

Der Kuchen schmeckt am besten frisch und sollte deshalb am selben Tag gegessen werden. Der süsse Gâteau du Vully passt zu einem Glas Weisswein, am liebsten natürlich ein Wein vom Mont Vully.


 Ein gezuckertes Znünibrötchen versüsst die Pause.
Wie die Bäcker das Znüni versüssten

Neben dem bekannten süssen Vully-Kuchen gibt es auch die salzige Version, die erst noch älteren Ursprungs ist. Früher buken nämlich die Bäcker im Vully kleine Kuchen aus Brotteig, Rahm und Salz, eine beliebte Zwischenverpflegung der bäuerlichen Dienstleute auf ihrem Weg zur Molkerei, wohin sie die Milch brachten. Mit dem Aufkommen des Rübenzuckers im 19. Jahrhundert fielen die Zuckerpreise, und der Konsum von Süssem nahm zu. So änderte sich die Vorliebe der Kunden, und die Bäcker vergrösserten das Sortiment mit einer süssen Version.


 Freiburg oder Waadt? Der Genuss von Vully-Kuchen ist nicht an Kantonsgrenzen gebunden.

Bild: www.levully.ch
Der Gâteau du Vully sprengt Grenzen

Nach den Entbehrungen des 2. Weltkriegs machte man wieder vermehrt Ausflüge oder leistete sich sogar Ferien. Viele Neuenburgerinnen und Neuenburger kamen z.B. nach Salavaux und campierten am Seeufer, kosteten die regionale Spezialität und benannten sie nach der Region Vully. Wer sich nun aber in der Schweizer Geografie auskennt, stutzt vielleicht, denn die Gestade von Salavaux liegen am südwestlichen Ufer des Murtensees - auf Waadtländer Boden! Doch Kantonsgrenzen trennen wohl politische, nicht aber kulinarische Gebiete, und so isst man den Kuchen in beiden Kantonen.

So erscheint das Rezept für einen typischen Gâteau du Vully in einem Schweizer Kochbuch von 1947 unter dem Titel «Waadtländer Zuckerkuchen».


 Diese Spezialität hat es in sich: Gâteau au vin cuit mit Doppelrahm.
Gâteau au vin cuit: Konzentrierte Süsse

Der Freiburger Seebezirk District du Lac um den Mont Vully verfügt noch über einen weiteren gluschtigen Kuchen, der aber nicht nach der Region, sondern nach einer Zutat benannt ist: der Gâteau au vin cuit. Die ebenfalls süsse Spezialität kannte man bereits vor der Tarte du Vully; flache Kuchen sind nämlich meist älter als Kuchen mit Backpulver oder Hefe. Der Boden des runden Gâteau au vin cuit besteht aus Mürbeteig, die Füllung aus Vin cuit, Rahm, Milch, Eiern und Mehl.

Seine besondere Hauptzutat, der Vin cuit, ist kein gekochter Wein aus Trauben, sondern eingekochter Birnensaft, dem je nach Produzent manchmal auch Apfelsaft beigefügt wird. Vin cuit war während Jahrhunderten ein Süssmittel. Er wird während vieler Stunden in einem Kupferkessel gekocht, aus 70 Litern Saft entstehen etwa sieben Liter Vin cuit. Er ist von dunkelbrauner Farbe und von zähflüssiger Konsistenz. Geschmacklich bewegt er sich zwischen süss und sauer mit einer Caramelnote. Er hält sich in Flaschen abgefüllt jahrelang.

In der Deutschschweiz kennt man vor allem das industriell hergestellte Produkt aus Birnensaft, den Birnel. Birnel und Vin cuit sind geschmacklich aber sehr unterschiedliche Produkte. Der Geschmack des Vin cuit hängt stark ab von der verwendeten Birnensorte, z.B. der typisch regionalen Büschelibirne. In der Waadt nennt man den konzentrierten Birnensaft auch Raisinée, in der Zentralschweiz kennt man den Birehung (Birnenhonig).


 Der Bio Doppelrahm «La Gruyère» von Coop ist eine regionale Spezialität, die leider nur in der Romandie erhältlich ist.
Double Crème de la Gruyère: Gehaltvoll!

Neben dem Gâteau au vin cuit wird Vin cuit gerne auch zu Meringue, übergossen mit Doppelrahm, geschlemmt. Die Crème double de la Gruyère (Doppelrahm) aus dem Freiburgischen ist eine bekannte kulinarische Spezialität: Durch das Zentrifugieren der Milch wird der Rahm von der Milch abgetrennt, er weist einen Fettgehalt von 43 bis sogar 55 Prozent auf. Er eignet sich für Suppen und Saucen oder zu einem Stück Schokoladekuchen oder zu Bricelets (Bretzeli). Er ist leicht süsslich, sehr cremig und kochfest.

Text: Alexandra M. Rückert


 Vom Mont Vully aus hat man eine zauberhafte Aussicht auf den Murtensee.

Bild: www.fribourgregion.ch
Ausflug ins Vully

Entdecken Sie die Region um den Mont Vully und geniessen Sie die kulinarischen Spezialiäten in der wunderschönen Landschaft: ein Geheimtipp!
  • Vully Tourisme
    Willkommen im Vully, dem Weinbaugebiet an den Ufern des Murtensees.
  • Weinlehrpfad
    Durch das kleine, aber feine Weinanbaugebiet des Vully führen viele Wege, die beliebig erwandert werden können.
  • Hotel-Restaurant Mont-Vully, Lugnorre
    Am Südhang des Mont Vully gelegen, mit Blick auf den Murtensee und wunderbarer Panoramasicht auf die ganze Alpenkette.
  • Feinschmeckerspaziergang im Vully
    Ein 5km langer Fussweg, auf dem man regionale Köstlichkeiten und die Weine des Vully entdecken kann, am 20. Juli 2008, Anmeldung obligatorisch.
  • Spezialitäten aus dem Vully
    Einheimische Produkte auf der Website von Vully Tourisme.



 Die Vin-cuit-Tartelettes versüssen die Kaffeepause.
Vin-cuit-Tartelettes - klein, aber fein

Die mundgerechten Tartelettes können statt mit Vin cuit auch mit Birnel zubereitet werden. Zum Anbeissen süss sind sie auf jeden Fall!

Vin-cuit-Tartelettes


 Fleischkäse: Delikatesse aus dem Ofen.
Schmorbraten: Gut Ding will Weile haben
Schmorbraten: Gut Ding will Weile haben
Süsse Chilbi-Zeit
Gratins: Genuss mit Guss
Trockenwurst - Liebe bis zum Zipfel
Sommerfrischer Kartoffelsalat
Die Rösti - ein Schweizer Klassiker
«Tour de Soupe» - kulinarische Schweizreise
Auf zum Gipfelsturm
Pikante Wähen - herzhaft gut!
Schoggi-Mousse: Ein Traum wird wahr
Most - sonnengereifter Trinkgenuss
Safranrisotto - mmh, der mundet!
Cakes - die grössten Betty Bossi Hits
Marktfrisch auf den Tisch
Kartoffelstock - der heimliche Star
Raclettegrill - Plausch für alle!
Zum Verlieben: Fotzelschnitten und Vogelheu
Cordon bleu - ausgezeichneter Genuss!
Vermicelles: Süss und zart
Der Zopf - sonntäglicher Zmorge-Genuss
Berner Küche: Bodenständig und gut
Wir schwören auf den Wurstsalat!
Käseküchlein - an jeder Party dabei!
Znüni und Zvieri - mach mal Pause!
Capuns - spezialidad dal Grischun
Ofenguck - Nostalgie auf dem Teller
Fondue: Heiss auf Käse
Neu entdeckt: Voressen
Rüeblitorte - süsser Gruss aus dem Aargau
Apfelküchlein - so fein!
Käseschnitten - zum Dahinschmelzen!
Pfiffig: Fleischvögel
Wow - Wähen!
Zürcher Geschnetzeltes: zünftig gut
Polenta - kulinarischer Gruss aus dem Süden
Kirschen in aller Munde
Aprikose - süsses, frühreifes Früchtchen
Mmmh... Meringue!
Spätzli und Knöpfli: Klein und fein!
Ostergitzi: Ein Fest nach dem Fasten
Süsse Sünden aus dem Vully
Fleischkäse: Delikatesse aus dem Ofen
Fasnachtsgebäck: Feines vor dem Fasten
Hackbraten: Alle Tage Sonntag!
Grandson - Stadt der Genüsse
1. August auf dem Teller
Fischers Fritz fischt Schweizer Fische
Vielfältige Schweizer Spezialitäten
Suppen: Tradition im Trend
Raclette: Gemütlich und unkompliziert!





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