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Schweizer Küche

 
 
Zürcher Geschnetzeltes: zünftig gut

Ein zünftiges Zürcher Geschnetzeltes steht auf jeder Speisekarte! Zartes Kalbfleisch an sämiger Rahmsauce, mit Champignons und nach Belieben mit Nierli verfeinert, ist zum Klassiker der Schweizer Küche geworden. Am Sechseläuten, dem höchsten Zürcher «Feiertag», darf das beliebte Gericht deshalb nicht fehlen!
 

 
     
 
     
 
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Geschnetzeltes - typisch Züri?

Altes Rezept mit neuer Finesse

Zürcher Geschnetzeltes: Echt gut

Zürcher Ratsherrentopf - nicht nur für Politiker!

Rezept: Zürcher Geschnetzeltes

Der Böögg geht, der Frühling kommt

Ausflugstipps: Zürcher Zunfthäuser

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 Rezepte für Geschnetzeltes Kalbfleisch gibt es schon lange, aber der Rahm kam erst mit der Zeit dazu.
Geschnetzeltes - typisch Züri?

Tina Turner, Al Gore und Roy Hodgson kennen und schätzen es: Alle drei haben das Zürcher Geschnetzelte schon gekostet. Saftig-zarte Kalbfleischstücklein inmitten einer hellen Sauce aus Rahm und Weisswein. Wie dieses Gericht zur typischen Zürcher Spezialität wurde, lässt sich kaum mehr nachvollziehen. Eines ist sicher: Es ist schon seit einigen Jahrzehnten weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt.

Rezepte für «Geschnetzeltes Kalbfleisch» sind schon seit über 100 Jahren in den Schweizer Kochbüchern zu finden, jedoch ohne gluschtige Rahmsauce, Champignons und Nierli. Die Gastroautorin Alice Vollenweider hat Vorläuferrezepte (Scheiben-, Schnitzelfleisch) in österreichischen Kochbüchern aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Dank Kochbüchern oder Köchen aus Österreich fand das Rezept vermutlich seinen Weg in die Schweiz.


 Je weniger Rahm man zur Sauce gibt, desto dunkler wird das Gericht.
Altes Rezept mit neuer Finesse

Das Gericht, so wie wir es kennen, taucht erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts in den Kochbüchern auf. «Geschnetzeltes nach Zürcher Art» ist in Rosa Grafs «Das neue Kochbuch» von 1947 zu finden. Im Kapitel zu nationalen und regionalen Gerichten entdeckt man aber nicht das Gericht, so wie wir es kennen. Noch ist es ohne Champignons und Nierli. Erstaunlich ist bei 600 bis 800g Fleisch die geringe Menge Rahm (0,75dl) und Weisswein (2EL) neben 1,5dl Fleischsauce. Zum Vergleich: Beim Betty Bossi Rezept kommen auf 600g Fleisch und 200g Champignons 1dl Weisswein, 1dl Fleischbouillon und 2dl Rahm.

Vertieft man sich in alte Kochbücher, stellt man fest, dass die Kombination von «geschnitzeltem» Kalbfleisch mit Champignons schon fast seit 80 Jahren bekannt ist. Rahm sucht man in diesen Rezepten jedoch noch vergeblich.


 Eine knusprige Rösti ist die ideale Beilage zu Zürcher Geschnetzeltem.
Zürcher Geschnetzeltes: Echt gut

Was nun wirklich im echten Zürcher Geschnetzelten drin sein muss, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen: Wird das Kalbfleisch von Kalbsnieren und Champignons begleitet? Elisabeth Fülscher notiert 1960 in ihrem berühmten Kochbuch in ganz kleiner Schrift die Zugabe von Champignons: Als zweite Variante des Gerichts «Geschnetzeltes Kalbfleisch» soll man eine Büchse Champignons und Crevetten (!) hinzugeben. Andere Küchenchefs schwören auf die Mischung von je einem Drittel Kalbfleisch, Kalbsnieren und Champignons.

Doch nun zur Beilage: Heute wird das Zürcher Geschnetzelte im Restaurant meistens mit einer knusprigen Rösti serviert. 1972 empfahl man in «Schweizer Tafelfreuden» als Beilage auch Nudeln und Reis. Nahezu exotisch erscheint uns die Beilage, die Fülscher 1960 aufführt: Nach Zürcher Art werde das Geschnetzelte mit Hörnli und Apfelmus serviert, möglich seien auch ein Reisring, Kartoffelstock - und Rösti.


 Der üppige Zürcher Ratsherrentopf enthält neben zartem Filet auch viel frisches Gemüse.
Ratsherrentopf - nicht nur für Politiker!

Wer gerne etwas Gemüse auf seinem Teller hat, wird auf das Zürcher Geschnetzelte verzichten. Als gemüsehaltige Zürcher Spezialität wählt man etwa den Zürcher Ratsherrentopf. Filet vom Rind, Kalb (evtl. auch Schweinsfilet, Speck, Cipollatawürstchen), Nieren und Lebern vom Kalb werden angebraten und mit Kartoffeln, Erbsli und Rüebli auf einer Platte schön angerichtet. Bratenfond wird zum Abschluss über das Fleisch gegeben. Ältere Rezepte führen weitere Zutaten wie Hirn oder Kalbsmilken auf.

Der Name des Gerichts erweckt den Anschein, dass wir es hier mit einem altehrwürdigen Gericht zu tun haben, doch die Kartoffeln kamen hierzulande erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Teller. Manchmal wird das Gericht auch Zürcher Zunfttopf genannt. Wer wissen möchte, wie ein Zunfthaus von innen aussieht, macht am besten einen kulinarischen Ausflug: Einige Zunfthäuser verfügen über gemütliche Restaurants. Im Gegensatz zu vergangenen Tagen sind in den zünftigen Gasthäusern heute auch Nichtzünfter - und vor allem auch Frauen - willkommen!

Text: Alexandra M. Rückert


 Zürcher Geschnetzeltes in der Variante mit Kalbsnierli und Champignons.
Zürcher Geschnetzeltes

Viele Gourmets streiten sich darüber, ob ein «echtes» Zürcher Geschnetzeltes mit oder ohne Kalbsnierli zubereitet wird. Wir stellen Ihnen ein Rezept mit Nierli zur Verfügung - wenn Sie das spezielle Fleisch nicht mögen, können Sie einfach entsprechend mehr Kalbfleisch nehmen.


 Gelebte Zunft-Tradition am Sechseläuten: Je schneller der Böögg den Kopf verliert, desto schneller kommt der Frühling.

Bild: swiss-image.ch/Philipp Giegel
Der Böögg geht, der Frühling kommt

In Zürich wird am Montag, 20. April 2009, kurz nach 18 Uhr bekannt sein, wie schnell der nächste Frühling kommt. Je schneller der Böögg, der «Schneemann» aus Stroh und Sprengkörpern, den Kopf verliert, desto schneller kommt der Frühling. Die Freude über das Ende des Winters ist sehr alt. Die Zürcher Zünfte feiern das Frühlingsfest schon seit Jahrhunderten. Das akustische Zeichen für den Übergang vom Winter zum Frühling war im März das erstmalige Läuten der Feierabendglocke des Grossmünsters um 18 Uhr. Im Winter schlug sie schon um 17 Uhr, im Sommerhalbjahr nutzten die Handwerker das Tageslicht eine Stunde länger. Der Frühling wurde mit Speis und Trank, Reden und gegenseitigen Besuchen in den Zunfthäusern gebührend gefeiert. Das Fest war einst näher beim 20. März, es wurde allmählich in den April, heute üblich am dritten Montag des Monats, geschoben, weil dieser milderes Wetter verspricht.


 Die Zunfthäuser-Restaurants sind links und rechts der Limmat zu finden.

Photo: ST/swiss-image.ch
Zürcher Zunfthäuser

Essen im Zunfthaus:


 Ostergitzi: Ein Fest nach dem Fasten.
Schweizer Erdbeeren - herzlich gern!
Cleverer Vorrat: Genuss für alle Fälle
Eifach gmögig: Gschwellti
Schmorbraten: Gut Ding will Weile haben
Schmorbraten: Gut Ding will Weile haben
Süsse Chilbi-Zeit
Gratins: Genuss mit Guss
Trockenwurst - Liebe bis zum Zipfel
Sommerfrischer Kartoffelsalat
Die Rösti - ein Schweizer Klassiker
«Tour de Soupe» - kulinarische Schweizreise
Auf zum Gipfelsturm
Pikante Wähen - herzhaft gut!
Schoggi-Mousse: Ein Traum wird wahr
Most - sonnengereifter Trinkgenuss
Safranrisotto - mmh, der mundet!
Cakes - die grössten Betty Bossi Hits
Marktfrisch auf den Tisch
Kartoffelstock - der heimliche Star
Raclettegrill - Plausch für alle!
Zum Verlieben: Fotzelschnitten und Vogelheu
Cordon bleu - ausgezeichneter Genuss!
Vermicelles: Süss und zart
Berner Küche: Bodenständig und gut
Wir schwören auf den Wurstsalat!
Käseküchlein - an jeder Party dabei!
Znüni und Zvieri - mach mal Pause!
Capuns - spezialidad dal Grischun
Ofenguck - Nostalgie auf dem Teller
Fondue: Heiss auf Käse
Neu entdeckt: Voressen
Rüeblitorte - süsser Gruss aus dem Aargau
Apfelküchlein - so fein!
Käseschnitten - zum Dahinschmelzen!
Pfiffig: Fleischvögel
Zürcher Geschnetzeltes: zünftig gut
Wow - Wähen!
Polenta - kulinarischer Gruss aus dem Süden
Kirschen in aller Munde
Aprikose - süsses, frühreifes Früchtchen
Mmmh... Meringue!
Spätzli und Knöpfli: Klein und fein!
Ostergitzi: Ein Fest nach dem Fasten
Süsse Sünden aus dem Vully
Fleischkäse: Delikatesse aus dem Ofen
Fasnachtsgebäck: Feines vor dem Fasten
Hackbraten: Alle Tage Sonntag!
Grandson - Stadt der Genüsse
1. August auf dem Teller
Fischers Fritz fischt Schweizer Fische
Vielfältige Schweizer Spezialitäten
Suppen: Tradition im Trend
Raclette: Gemütlich und unkompliziert!





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