Brunsli, Mailänderli, Zimtsterne, Spitzbuben und Chräbeli sind die beliebtesten Weihnachtsguetzli - und zwar genau in dieser Reihenfolge! Vor Weihnachten werden alljährlich dieselben überlieferten Familienrezepte hervorgeholt, oder man bäckt nach wie vor gerne nach dem vergriffenen Betty Bossi Bestseller «Guetzle mit Betty Bossi».
Die drei beliebtesten Guetzli: Brunsli, Mailänderli, Zimtsterne.
Die Top Five: Brunsli & Co.
«Welches sind Ihre Lieblingsguetzli?», haben wir Sie vor zwei Wochen gefragt und Sie gebeten, uns Ihre Lieblingsrezepte zu verraten. Die Beteiligung an unserer kleinen Umfrage war gross: Rund 700 Personen haben sich die Mühe genommen, uns Ihre Vorlieben mitzuteilen. Und das Verdikt hätte nicht klarer ausfallen können: Wenn es ums Weihnachtsgebäck geht, wird Tradition grossgeschrieben. Das sind die Top 5:
Diese 5 Guetzlisorten sind für die Mehrheit der Befragten so eng mit Weihnachten verknüpft wie das Christkind und der Christbaum. «Für mich gehören Mailänderli und Brunsli einfach dazu. Ohne diese Sorten ist für mich nicht Weihnachten», meint denn auch Carmen Graf Orth aus dem deutschen Mannheim.
Und auf Brunsli, Mailänderli und Zimtsterne mögen selbst Schweizer, die im Fernen Osten leben, nicht verzichten. Dafür sorgt Greth Riedo-Haller aus dem aargauischen Meisterschwanden: «Ich bin jeweils bis Ende November in Asien und schenke meinen Schweizer Freunden Weihnachtsguetzli, wohlverstanden selbst gemachte. Die Mandeln bringe ich aus der Schweiz mit, die restlichen Zutaten bekomme ich am Ort.»
«Meine Lieblingsguetzli sind die Schoggikugeln Myrta, die sind einfach der Hit!», schreibt uns Annelies Scheidegger-Abplanalp aus dem bernischen Biglen. Das Hitrezept aus dem vergriffenen Betty Bossi Bestseller «Guetzle mit Betty Bossi» wurde auch ins «Neue Guetzlibuch» aufgenommen und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit.
Neben den Grundrezepten sind auch Variationen beliebt: Zum Beispiel Vanillekipferl mit Kardamom oder mit dunkler Schokolade. Bei Sonja Werro aus dem luzernischen Kriens nennt sich diese Variante «Samtpfötchen». Sie liebt offenbar Abwandlungen klassischer Guetzli-Rezepte: Bei ihr gibts ausserdem Zimtsterne mit Baileys-Glasur und Weisse Brunsli.
Besonders experimentierfreudig zeigt man sich beim Florentiner: Nicht nur in der klassischen Form, sondern auch mit weisser Schokoladeglasur oder exotisch mit kandierten Mangos und Cranberrys wird er gebacken. Und Sablés gibts nicht nur nature, sondern auch mit kandierten Früchten, schwarz-weiss marmoriert oder im Schachbrettmuster, mit Orangen- oder Stracciatella-Aroma.
Chantal Joss aus La Ferrière BE meint sogar, dass sich jedes Rezept variieren lässt: «Zum Grundrezept füge ich einfach eine Kleinigkeit hinzu, z.B. etwas Zimt oder Orangenschale, aber vor allem dekoriere ich die Guetzli mit farbiger Zuckerglasur, Nonpareilles oder Smarties.»
Die Rezepte aus dem vergriffenen Betty Bossi Bestseller «Guetzle mit Betty Bossi» werden immer noch nachgebacken.
«Guetzle mit Betty Bossi»: Ein Evergreen
Seit 30 Jahren werden sie immer wieder nachgebacken: Die Rezepte aus dem vergriffenen Betty Bossi Bestseller «Guetzle mit Betty Bossi». «Meine Lieblings-Weihnachtsguetzli sind die Änisbrötli», verrät uns Ursi Kupferschmid aus dem solothurnischen Meltingen, «Ich backe jedes Jahr kurz vor Weihnachten die doppelte Menge nach dem Rezept von Betty Bossi - und dies seit 28 Jahren.»
Und Karine Treanton aus Louvigny in Frankreich bedauert, dass es das Buch nicht mehr gibt: «Ich habe am liebsten die ganz einfachen Guetzli-Rezepte, die meine Mutter diesem Buch entnommen hat (Ist es nicht mehr erhältlich? Schade!).»
Aber nicht nur die Top Five aus «Guetzle mit Betty Bossi» leben weiter, sondern auch die etwas weniger bekannten Rezepte. Die Töchter von Annegret Wiesner aus Bottmingen in Baselland schwören auf Zitronemöndli und Planta-Herzli. Catherine Boucherie-Bussard aus Barbezieux in Frankreich dagegen mag am liebsten Schoggi- und Zitroneschümli. Und Helena Fry aus Chur erklärt, warum sie schon als Kind den Dattel-Schümli verfallen ist: «Die assen wir so gerne, weil man sie ganz in den Mund stopfen musste, um keine Krümel zu machen. Und als Erwachsene lieben wir sie immer noch.» Judith Ebneter aus Appenzell muss immer wieder Cornflakes-Schoggi-Hüfeli backen: «Letztere werden immer wieder von irgendjemandem verlangt!»
Grossmutters Guetzli waren nicht immer perfekt, trotzdem blieben sie in der Erinnerung die besten der Welt.
Grosspapas Mandelgüetzi, Omas Brunsli
Grossmutters Guetzli sind und bleiben die besten oder in Brigitte Andenmattens Fall diejenigen von Grosspapa Fritz Burkhard (geboren 1897). Aus Scherzingen TG lässt sie uns sein Mandelgüetzi-Rezept zukommen.
Aber auch in vielen anderen Familien sind alte Guetzli-Rezepte überliefert. Theresia Reding Graf aus Zürich hat von ihrer Mutter ein Haferflockenguetzli-Rezept übernommen. Es handelt sich dabei um Hafermakrönchen, die mit Mandeln und Zitrone verfeinert werden.
«Die Spitzbuben meiner Grossmutter, die sind so wunderbar, die schmelzen auf der Zunge. Ich kriege diese nie so fein hin», schwärmt Tanja Brügger-Allemann aus dem bernischen Schwarzenburg und versucht es trotzdem jedes Jahr aufs Neue.
Und wenn auch Grossmutters Guetzli nicht immer perfekt waren, in der Erinnerung sind sie es: «Omas Brunsli waren immer sehr hart, geschmeckt haben sie trotzdem», ist Carmen Graf Orth aus Mannheim überzeugt.
Dies ist vielleicht ein kleiner Trost für Esther Fricker aus Montreal, Kanada. Ihre Zimtsterne gelingen leider nur jedes zweite Jahr: «Entweder zerbrechen sie, oder dann gehen sie auseinander ... oder noch schlimmer, sie verbrennen!»
Sandig wie die Heide: Heidesand, ein Mürbeteiggebäck aus Niedersachsen.
Bild: bab.ch/StockFood
Von Basler Schoggi-Torf bis Wäschpi-Näschtli
Neben den bekannten Klassikern gibt es viele weitere Guetzli-Rezepte, die in bestimmten Regionen gepflegt werden. Hier eine kleine Auswahl, die bei uns eingegangen ist:
Basler Schoggi-Torf In Basel gibt es nicht nur Leckerli und Brunsli. Das Schokolade-Blechguetzli gehört zu den Guetzli-Spezialitäten, die Theresia Reding Graf aus Zürich neben den Haferflockenguetzli nach dem alten Rezept ihrer Mutter zubereitet.
Heidesand Das Mürbeteiggebäck aus Niedersachsen hat seinen Namen von der Konsistenz des Teiges: Sandig wie der Heidesand soll diese sein. Der Teig wird zu Rollen von ca. 3cm Durchmesser geformt und anschliessend in ca. 1cm dicke Scheiben (Taler) geschnitten. Auf jeden Fall sind Heidesand die Lieblingsguetzli von Christine Müller aus Hedingen ZH.
Snowdrops Eva Schluchter aus Claremont (USA) erklärt Snowdrops zu ihren Lieblingsguetzli. Die ballförmigen Cookies bestehen aus Butter, Puderzucker, Mehl und grob gemahlenen Pekannüssen und ähneln überdimensionierten Schneeflocken.
Hausfreunde Gabriele Gerszi aus dem österreichischen Nüziders kann nicht erklären, «warum sie diesen Namen haben, aber sie schmecken hervorragend und sind meistens schnell aufgegessen». Kein Wunder: In ihrer Heimat werden die Plätzchen mit Marzipan gefüllt, in Schokoladeglasur getaucht und anschliessend mit einer Baumnuss oder einer Mandel verziert. In Deutschland wird das Gebäck etwas anders zubereitet: mit ganzen Nüssen und ohne Marzipanfüllung.
Wäschpi-Näschtli
Die «Lieblings-Chrömli» (Guetzli im Appenzeller Dialekt) von Alice Brülisauer-Neff aus Haslen AI sind u.a. Wäschpi-Näschtli, ein Eiweiss-Schaumgebäck mit gerösteten Mandelstiften.
Noch mehr Guetzli-Rezepte gibt es in den Betty Bossi Bestsellern «Das neue Guetzlibuch» und «Backen in der Weihnachtszeit». Beide sind jetzt für Abonnent/innen zum Superpreis von nur CHF 14.90 statt 19.90 erhältlich (Sie sparen CHF 5.00)!