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1949-2009: Die Geschichte der Currywurst Was den Schweizern die Kalbsbratwurst und der Cervelat, ist für viele Deutsche die Currywurst. Sie ist inzwischen schon beinahe zum kulinarischen Kultobjekt avanciert und gehört zum Inventar eines jeden klassischen Imbissstandes, wie Pommes frites und Ketchup. Doch Ketchup darf auf keinen Fall auf die Wurst: In der Sauce steckt viel mehr, als ihre eintönige Farbe vermuten lässt. Erfunden wurde die Currywurst im Berlin der 40er-Jahre. Unter dem kulinarischen Einfluss der damals in der Stadt stationierten Amerikaner, die gerne Steak mit Ketchup assen, kam die Berliner Imbissbesitzerin Herta Heuwer (1913-1999) im Jahr 1949 auf die Idee, in ihrer «Schnell-Imbiss-Stube» eine Bratwurst mit roter Sauce anzubieten, die sie aus verschiedenen Zutaten - einschliesslich Currypulver - mixte. So entstand in Berlin-Charlottenburg die «erste Currywurst Braterei der Welt», die bald so einen Erfolg hatte, dass sie in ein grösseres «Ladenlokal mit Garküche» an den Stuttgarter Platz umzog, Tag und Nacht geöffnet war und bis zu 20 Angestellte beschäftigte. Von Berlin aus hat die Currywurst in 60 Jahren Erfolgsgeschichte Deutschland und die Welt erobert, wurde inzwischen auch von Starköchen «entdeckt» und wird auch als Edel-Food in den besten Restaurants serviert, in den originellsten Gourmet-Variationen. |
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Patent(iert)er Wurstgenuss Es wird immer noch eifrig diskutiert, ob die Currywurst tatsächlich in Berlin erfunden wurde oder nicht. Auch Hamburg und das Ruhrgebiet kennen ihre Variante der Wurst und beanspruchen die Urheberrechte für sich. Tatsache ist: Die clevere Berlinerin Herta Heuwer liess 1959 ihre «Spezial-Sosse» vom Deutschen Patent- und Markenamt ganz offiziell unter dem Namen Chillup® patentieren - als Fusion von Chili und Ketchup. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1999 verriet die Currywurst-Erfinderin noch ein kleines Geheimnis: «Beim Braten müssen die Würste senkrecht stehen, damit sie nicht platzen.» Was sie wohl damit gemeint hat? In Berlin gibts zwei Currywurst-Varianten: mit und ohne Darm. Auch in Hamburg und im Ruhrgebiet gibt es regionale Varianten. Wichtig ist: Eine gute Currywurst braucht Zeit. Die Variante ohne Darm - sie besteht aus hellem Brät und wird nicht geräuchert - sollte mindestens 15 Minuten in reichlich Öl, am besten Erdnussöl, gebraten werden. Würste mit Darm hingegen (gepökelt und leicht geräuchert) werden vor dem Braten eingeritzt, damit sie nicht platzen, und in wenig Öl nur kurz bei mittlerer Temperatur gebraten. Erst danach wird die Currywurst in mundgerechte Stücke geschnitten. Die Sauce sollte Zimmertemperatur haben und nicht über, sondern neben die Wurst gegeben werden, die dadurch schön knackig bleibt. Eine grosszügige Prise Curry über die Sauce streuen - und fertig ist der Nostalgie-Snack für Gross und Klein. |
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Wie der Curry zur Wurst kam «In der Sauce liegt die Würze»: Herta Heuwer mixte ein Geheimrezept, das sie 1999 leider mit ins Grab nahm. Die Zutaten (Mischverhältnis unbekannt) waren in etwa folgende: Tomatenmark, Wasser, Currypulver, Paprika (edelsüss), Worcestershire-Sauce, Zucker, Salz, Chilipulver. Manche Imbisse bieten heutzutage noch rohe, gehackte Zwiebeln dazu an oder fügen gemahlene Chilischoten (Bestellung: «mit Körnern») hinzu, und Sterne-Köche verfeinern die Sauce auch schon mal mit einem Schuss Weisswein oder Coca-Cola, einer Prise Ingwer, Sojasauce oder Ananas. Das Wort Curry stammt vom tamilischen Begriff Kari und bedeutet Sauce. Currypulver enthält mindestens zehn verschiedene Gewürze, jeder Koch bereitet seine eigene Mischung zu, die Varianten variieren von Region zu Region, von Küche zu Küche. Der Clou bei der Currywurst ist, dass man am Schluss noch Currypulver über die Wurst streut - eine ungewöhnliche Erfahrung für den Gaumen. Wie das Currypulver zur Sauce und somit zur Wurst kam, wird in einer Novelle des Hamburgers Uwe Timm beschrieben, «Die Entdeckung der Currywurst» (1993). Darin geht es um eine Imbissbesitzerin am Grossneumarkt in Hamburg, die beim Stolpern auf der Treppe aus Versehen Currypulver, das sie gerade in der Hand hielt, in die rote Sauce gestreut hätte. Fazit: «In der Sauce liegt die Würze» - erst eine passende Sauce, mit frischen Zutaten zubereitet, verleiht Imbiss- und Fast-Food Rasse und Klasse. Rezept: Brawurst mit Currysauce |
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Ein Museum für die Currywurst 800 Millionen Currywürste werden in Deutschland jedes Jahr mit Wonne verspeist. Grund genug, dem kulinarischen Kultobjekt ein eigenes Museum zu widmen. In Berlin, ganz in der Nähe des Checkpoints Charlie, kann man seit 15. August 2009 auf 1100 Quadratmetern eine Erlebnisausstellung mit multimedialen, interaktiven Installationen, geschichtlichen Highlights, Kuriositäten rund um die Currywurst sowie einen Museums-Shop und eine Imbiss-Lounge besuchen, wo man Currywürste in allen Variationen probieren und geniessen kann. Dass die Currywurst nicht erst seit Eröffnung dieses Museums die Aufmerksamkeit der Medien und Kulturschaffenden auf sich gezogen hat, beweist ihre jahrzehntelange Präsenz in Theaterstücken, Filmen und Büchern sowie in einem Lied von Herbert Grönemeyer: «Gehse inne stadt, wat macht dich da satt: 'ne Currywurst. Kommse vonne Schicht, wat Schönret gibt et nich als wie Currywurst» (gehst du in die Stadt, was macht dich da satt: eine Currywurst. Kommst du von der Schicht, etwas Schöneres gibt es nicht als eine Currywurst). Sie ist Magenfüller und Seelentröster zugleich, war einst das «Steak der armen Leute» und ist auch heute noch die Leibspeise von Bergleuten, Arbeitern, LKW-Fahrern und … Berliner Touristen. Nähere Informationen zum Deutschen Currywurst Museum Berlin: www.currywurstmuseum.de |
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Multikulti-Imbisse mit Kult(ur) und Biss Seit den 80er-Jahren hat die Currywurst Konkurrenz bekommen: Kebab, Take-away-Pizza, Hamburger, Pommes frites, Sandwiches und Hotdogs dominieren die internationale Fast-Food-Szene. Auch bei diesen Snacks sollte auf Qualität geachtet werden, besonders bei den Saucen. Senf, Ketchup, Mayonnaise und Cocktailsauce werden meistens industriell hergestellt und kommen aus der Tube, während Joghurtsaucen gerade bei familiär betriebenen Kebab-Ständen auch schon mal aus Mamas Küche stammen, denn die Zutaten müssen ganz frisch sein: Joghurt, Crème fraîche, Schlagrahm, Senf, Olivenöl und frisch gehackter Schnittlauch werden vermischt und mit Salz und Zitronensaft abgeschmeckt. Mediterrane Düfte und Geschmackserlebnisse wecken bei vielen von uns Ferienerinnerungen oder Vorfreude auf die nächsten Ferien. Kleine Snacks wie Tapas, Kebab oder Satay-Spiessli, Hackfleischbällchen, Gyros oder Dolmades haben Tradition und Kultur, schmecken natürlich am besten am Ferienort, können aber auch in der eigenen Küche «reproduziert» werden. Ein besonders gluschtiger Fingerfood für gehobene Ansprüche sind die Lamm-Kebabs mit Gurken-Joghurt-Sauce: Rezept: Lamm-Kebab |
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Selbst gemacht: Saucen zu pfiffigen Snacks Ein Grillabend mit Freunden, ein italienisch-spanischer Abend mit der Familie, ein kreolischer Abend mit Tanz und Musik: Wer marktfrische Zutaten für die Zubereitung von Fast Food, Finger Food und Kids' Food verarbeitet und die passenden Saucen nach gluschtigen Rezepten selber herstellt, bietet seinen Gästen ein aussergewöhnliches kulinarisches Erlebnis. Und wenn die Kinder dann erst noch ihre Spiessli auf dem Tischgrill selber brutzeln dürfen, der passende Wein auf den Tisch kommt und die landestypische Musik ihre Klänge in Haus oder Garten verbreitet, ist die Ferienstimmung (fast) perfekt. Vitaminreiche Salate, Gemüsestreifen und Kartoffeln vom Grill, frische Ananas oder Mango zum Dessert sorgen für den nötigen Vitalstoff- und Ballaststoffschub und machen manche Kaloriensünde bei Fleisch, Sauce und Co. schon fast wieder wett. Grosse und kleine Fleischtiger sowie Fischfans und Vegetarier können so auch bei Barbecue, mediterraner Fisch- oder Gemüseplatte oder Mezze & Co. voll auf ihre Kosten kommen. Buon appetito, buen provecho, Mahlzeit, en Guete mitenand! Saucen-Rezepte zum Ausprobieren und Geniessen: Text: Christine Koethe |
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