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Kürbis - das Multitalent

Die farbenfrohen und formenreichen Kürbisse haben im kulinarischen Jahreslauf ihren festen Platz. Ob als Suppe, Beilage oder sogar als Dessert: Die schmackhaften Riesenbeeren bereichern die Herbstküche durch ihre vielseitige Verwendbarkeit und eignen sich drinnen und draussen auch für schöne Dekorationen - nicht nur an Halloween!
 

 
     
 
     
 
     
 
Seiteninhalt
 
Harte Schale, weicher Kern

Herbstlich: Kürbissuppen

Kürbis - auch als Salat ein Genuss

Kürbis: Von leicht bis währschaft

Kürbis zum Dessert

Kürbis-Tipps

Sortenvielfalt - auch in der Schweiz

Gesundheitstipp: Wenn der Kürbis bitter schmeckt

Archiv

 

 Winterkürbisse sind erst reif, wenn ihre Schale hart ist - sie schützt das weiche Fruchtfleisch.
Harte Schale, weicher Kern

Von klein bis riesig: Die Kürbisvielfalt ist überwältigend. Weltweit sind Hunderte von Kürbissorten bekannt, auch bei uns sind zahlreiche verschiedene Kürbisse erhältlich. Kürbisse gehören zur Familie der Beeren und werden in Zierkürbisse (nicht essbar) und Speisekürbisse unterteilt. Je nach ihrer Erntezeit werden die essbaren Kürbissorten Sommer- oder Winterkürbisse genannt. Im September beginnt die Saison der Winterkürbisse. Sie können bis zum ersten Frost geerntet werden.

Winterkürbisse werden im Vergleich zu Sommerkürbissen (z.B. Zucchini) erst geerntet, wenn sie voll ausgereift und deswegen länger haltbar sind. Eine harte Schale und ein verholzter Stiel sind die Anzeichen, dass der Winterkürbis reif für die Ernte ist - und wir bereit für all die leckeren Rezepte!


 Die goldgelbe Kürbissuppe passt auch farblich wunderbar zum Herbst.
Herbstlich: Kürbissuppen

Gerade im Herbst, wenn die Abende kühler werden, geniesst man zu Hause gerne eine warme, cremige Kürbissuppe. Da der Kürbis nicht allzu viel Eigengeschmack besitzt, lassen sich mit Kräutern, Gewürzen und weiteren Zutaten viele verschiedene Variationen kreieren. Am bekanntesten und beliebtesten ist wohl die Kürbissuppe, die gern mit Curry gewürzt wird, der gut zur leichten Süsse des Kürbis passt. Wer eine frische, zitronige Note mag, kann ein wenig frischen Ingwer in die Suppe raffeln.

Auf der Beliebtheitsliste auch ganz oben steht die Kürbis-Kokos-Suppe, die durch die Kokosmilch noch zusätzlich an Cremigkeit gewinnt. Kürbis eignet sich ausserdem gut als Zutat in einer Gemüsesuppe.

Eine spezielle Note kann man der Kürbissuppe auch durch die Zugabe von Orangen-Croûtons, Kräutern (z.B. Thymian), wenig Orangensaft, Chilischoten, Zimt oder gerösteten Speckwürfelchen geben.


 Für Gourmets, die das Besondere schätzen: Kürbissalat mit Speckwürfeli.
Kürbis - auch als Salat ein Genuss

Ob roh und fein gehobelt, knackig angedünstet oder angebraten - mit dem Kürbis lassen sich vielfältige Salat-Kreationen zaubern. Ein herbstlicher Salat mit angebratenem Kürbis, karamelisierter Birne und gehackten Walnüssen, Kombinationen aus Rucola und Kürbis, Kürbis-Avocado-Salat an einer Soja-Tabasco-Sauce oder ein warmer Kürbis-Pilz-Salat: Mit Kürbis wird Ihnen sicher ein nicht alltäglicher Salat gelingen! Allerdings sind nicht alle Kürbissorten für den rohen Verzehr geeignet. Acorn, Spaghetti-Kürbis, Halloween-Pumpkin, Baby Boo, Kumikuri und Delicata eignen sich am besten für Rohkostsalate.

Tipp: Das Salat-Dressing mit einem Esslöffel Kürbiskernöl aromatisieren!


 Leicht und bekömmlich: Kürbis-Fisch-Türmli an einer Kürbis-Orangen-Sauce.
Kürbis: Von leicht bis währschaft

Der Kürbis ist äusserst vielfältig einsetzbar und ist sicher auch deswegen in den letzten Jahren zu der kulinarischen Anerkennung gekommen, die er eigentlich verdient. Kürbiswürfel können allein gegart oder zusammen mit anderem Gemüse kombiniert werden und ergeben eine kalorienarme, gesunde Beilage. Aber auch im Ofen überbackener Kürbis, Kürbiswähe, Kürbisreis, Kürbiskartoffelstock oder Kürbisgratin sind nur ein paar der kreativen Möglichkeiten, die der Kürbis als Beilagenzutat oder als leichte Mahlzeit zu offerieren hat.

Nicht nur als Beilage, auch als Hauptgericht steckt im Kürbis mehr Überraschendes, als man erwarten würde. Von der Kürbispolenta über die leckere Kürbislasagne, den sämigen Kürbisrisotto, die mit Kürbis belegte Pizza bis zu Kürbis mit Nudeln oder Gnocchi: Der schmackhafte Kürbis eignet sich vorzüglich zum Kombinieren mit bekannten Gerichten. Aber auch von gewagteren Ideen wie Kürbis-Marroni-Gulasch, Kürbisomelette, Kürbisratatouille oder Cordon bleu mit Kürbisfüllung werden Ihre Gäste schwärmen.

Aus Kürbis lassen sich auch feine Saucen oder Chutneys herstellen, die man zum Verfeinern des Hauptgangs verwenden kann.

Tipp: Für ein leichtes Mittagessen Fisch mit Kürbis als Beilage kombinieren - ergibt einen kalorienarmen Lunch und ist eine super Geschmackskombination! z.B. Felchen oder Saiblingfilet auf einem Kürbisbett oder Kürbis-Fisch-Türmli an einer Kürbis-Orangen-Sauce.


 Süsser Kürbisschaum - ein Traum!
Kürbis zum Dessert

Durch das leicht süssliche Aroma vieler Kürbisse liegt es nahe, dass sich aus dem Kürbis auch gluschtige Desserts kreieren lassen. Köstliche Kürbistarte, Kürbis mit Vanillejoghurt, gebackene Kürbisweggen, delikater Kürbisschaum, Kürbis-Tiramisu, Kürbis-Soufflé, Kürbispudding oder ein exotisches Kürbis-Trifle - als Nachtisch wird Sie der Kürbis mit seiner Eigenart zu verzaubern wissen. Und wer schmilzt bei einer Kürbis-Apfel-Glace nicht dahin ...


 Der Stiel schützt den Kürbis vor dem Austrocknen und vor dem Befall von Fäulnisbakterien.
Kürbis-Tipps

  • Den Stiel zur Lagerung von einem Kürbis nie abnehmen! Dieser schützt den Kürbis vor dem Austrocknen und vor dem Befall von Fäulnisbakterien.
  • Vor der Ernte oder beim Kauf auf den Kürbis klopfen. Wenn der Kürbis reif ist, klingt er hohl.
  • Kleinere Kürbisse sind aromatischer und weniger mehlig.
  • Ca. 30% des Gewichts des gekauften Kürbisses ist Rüstabfall. Für 200g Kürbisfleisch im Rezept also 300g Kürbis im Laden einkaufen.
  • Kürbisse haben wenig Eigenaroma und können pikant gewürzt werden. Beliebt sind vor allem Curry, Kurkuma und Ingwer.
  • Kürbisgerichte können mit ein paar Tropfen Kürbiskernöl im Aroma intensiviert werden.
  • Kürbisse in einem kühlen und trockenen Raum lagern. Am besten in einem Netz aufhängen. So sind sie je nach Sorte mehrere Monate haltbar.



 Wer die Wahl hat, hat die Qual: Für jedes Gericht gibts den passenden Kürbis.
Sortenvielfalt - auch in der Schweiz

Es gibt über 800 Kürbissorten, etwa 200 davon sind bei uns erhältlich. Die bekanntesten und wichtigsten Winterkürbisse werden hier mit ihrem speziellen Aroma und den gängigsten Verwendungszwecken vorgestellt.
  • Acorn
    Feste, glatte Schale, erdbeerförmige Früchte längs gerippt.
    Geschmack: feinfasrig, leicht süsslich, Nuss-Honig-Zimt-Aroma.
    Verwendung: zum Braten, Backen, als Füllung und in Gemüsemischungen, Salat.
  • Halloween-Pumpkin
    Runder, oranger, bis ca. 10kg schwerer Kürbis.
    Verwendung: Suppen, Pie, Konfitüre, Chutney.
    Geschmack: leicht nussiges Fruchtfleisch.
  • Baby Boo
    Ca. 1cm blassgelbes bis oranges Fruchtfleisch.
    Geschmack: ähnlich wie Süsskartoffeln, grobfaserig.
    Verwendung: Eignet sich gut zum Füllen und Backen.
  • Oranger Knirps
    Leuchtend orange Schale, leicht zu schälen, 2-3cm Fruchtfleisch.
    Geschmack: feinfasrig, aromatisch, süsslich, Marroni-Aroma.
    Verwendung: Suppe, Gemüse.
  • Hubbard
    Dunkle, dicke und harte Schale, dunkelgelbes bis oranges Fruchtfleisch.
    Geschmack: feste Konsistenz, trockenes Fruchtfleisch, süss.
    Verwendung: Suppe, Gnocchi, Risotto, Gratin, Einmachen.
  • Hokkaido
    Leuchtend orange Schale, orange-gelbes Fruchtfleisch, die Schale ist nach dem Kochen essbar, einer der beliebtesten Speisekürbisse.
    Geschmack: nussartig und aromatisch, erinnert an Rüebli.
    Verwendung: Suppe, Püree, Gratin, Dessert.
  • Mandarin
    Ca. 1cm dickes, oranges Fruchtfleisch.
    Geschmack: knackig, nussig, Marroni-Aroma, leicht mehlig.
    Verwendung: Eignet sich gut zum Füllen und Backen.
  • Muscade de Provence
    Grüne bis hellbraune Schale, helles bis oranges Fruchtfleisch.
    Geschmack: Kohlrabi-Aroma, leicht nach Muskat mundend.
    Verwendung: Backen, Braten, Suppe, Pie, Konfitüre.
  • Butternut
    Langgezogene Form, viel Fruchtfleisch, wenig Kerne.
    Geschmack: süsslich, cremiger Kürbisgeschmack, fest kochend.
    Verwendung: Suppe, Püree, Backen, Braten, als Salat.
Text: Jeannine Hegelbach


 Bittere Kürbisse können zu Magen-Darm-Verstimmungen führen.
Wenn der Kürbis bitter schmeckt

Zierkürbisse enthalten den Bitterstoff Cucurbitacine, der bei den Speisekürbissen weggezüchtet wurde. Wenn Zierkürbisse in der Nähe von Speisekürbissen wachsen, können sich diese kreuzen und neue Früchte mit dem Giftstoff Cucurbitacine bilden. Da die Befruchtung durch die Bienen erfolgt, können Kreuzungen auch über grössere Distanzen entstehen. Bittere Kürbisse sollte man nie essen. Diese können zu unangenehmen Magen-Darm-Verstimmungen mit Erbrechen und Durchfall bis zu ernsthaften Vergiftungen führen.

Darauf sollten Sie achten:
  • Probieren Sie den Kürbis (auch Zucchini/Zucchetti aus dem Garten) im Rohzustand. Schmeckt er bitter, ab damit auf den Kompost.
  • Der Bitterstoff Cucurbitacine wird durch Kochen nicht zerstört.
  • Kein Saatgut aus dem eigenen Garten weiterziehen, da aus der Umgebung infolge der Insektenbestäubung das Erbgut von Zierkürbissen eingekreuzt werden kann. Immer beim Gärtner Saatgut kaufen.
Ernährungstipp: Marlène Gautschi, Ernährungsberaterin


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