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Südafrika - die Küche dreier Kontinente Südafrika: Das Land an der Südspitze Afrikas ist fast dreissigmal grösser als die Schweiz und das multikulturellste Land Afrikas: Neben den afrikanischen Stämmen haben holländische Kolonisatoren, Einwanderer aus England, Frankreich, Deutschland, aber auch Sklaven aus Indien und Ostasien das Land in 350 Jahren zu einem Schmelztiegel der Kulturen werden lassen. Kriege und Unruhen machen das Zusammenleben am Kap der Guten Hoffnung auch heute noch nicht immer einfach, aber über eine Tatsache dürfen wir uns uneingeschränkt freuen: Die Küche Südafrikas bietet eine Fülle an vielfältigen und bunten Genüssen, die es zu entdecken lohnt. Sie ist die Fusion afrikanischer, europäischer und asiatischer Kochkünste auf der schier unerschöpflichen Basis der südafrikanischen Zutatenpalette. |
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Die Spuren der europäischen Siedler Was vermissen wir Schweizer am meisten fern der Heimat? Richtig: die Cervelats! So ist es nicht verwunderlich, dass die holländischen und deutschen Einwanderer ihre vertrauten und beliebten Rezepte ins ferne Afrika, in die neue, unbekannte Welt mitnahmen. So findet man auf den Speisekarten und an den Imbissständen Gerichte, die ihren Ursprung eindeutig im nördlichen Europa haben: Potjie Potjies sind Eintöpfe aller Art; gekocht werden sie traditionellerweise in einem gusseisernen Topf mit drei Beinen, dem Potjieko. Der Potjieko hat den Vorteil, dass man ihn überall auf ein offenes Feuerchen stellen kann, auch wenn kein Kochherd in der Nähe ist. Ein beliebter, typisch südafrikanischer Eintopf ist z.B. der Warzenschwein-Potjie, den man zusammen mit viel Gemüse, u.a. Rüebli, Weisskabis, Süsskartoffeln und Tomaten, ca. 90Min. ohne umzurühren schmoren lässt. Bredie Bredies haben wahrscheinlich in England ihren Ursprung, wo man diese Gerichte als Stew bezeichnet. Die beliebten Rezepte aus der Heimat hat man einfach an die neuen Zutaten angepasst: Ein besonders exotisch anmutendes Bredie ist das Waterblommetjie-Bredie, ein Eintopf mit Lammfleisch, Sauerampfer, Zwiebeln, Kartoffeln und natürlich Waterblommetjies, den hübschen, essbaren Blüten der zweijährigen Wasserähre (Aponogeton distachyos). Ihr Geschmack erinnert an grüne Bohnen und auch ein bisschen an Kürbis. Boerewors (Bild) Zurück zur Wurst: Auch deutsche Siedler haben sich nach Südafrika gewagt, sie hatten ihre geliebte Bauernbratwurst im Gepäck. Noch heute wird die Boerewors (oft in Schneckenform) von allen Südafrikanern geschätzt. Gewürzt wird sie mit Koriandersamen, Cayennepfeffer, Thymian und Muskat. |
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Kulinarische Souvenirs aus Südostasien Die asiatische Bevölkerung in Südafrika macht nur wenige Prozente aus, aber der Einfluss ihrer Küche auf die südafrikanischen Essgewohnheiten ist umso grösser. Die Nachkommen südostasiatischer Sklaven, Händler und Soldaten aus den britischen Kolonien Indien und British Malaya (heute u.a. Malaysia und Indonesien) haben die Gerichte nachhaltig geprägt. Die sogenannte kap-malaiische Küche ist ein fester Begriff in Südafrika und wird von allen Bevölkerungsschichten und Ethnien geschätzt. Die zahlreichen Gewürze aus fernen Ländern haben die europäischen und afrikanischen Gerichte neu definiert und für die unglaubliche kulinarische Vielfalt in Südafrika gesorgt. Ein typisch kap-malaiisches Gericht ist der Bobotie, eine Art Hackfleischauflauf, der mit Geelrys (gelber Reis mit Sultaninen) und Chutneys serviert wird. Auch die indischen Einwanderer haben ihre Spuren hinterlassen: Chapatis (Fladenbrot), Samoesas (Samosas, Teigtaschen) und Breyani (Biryani, ein Reisgericht) in allen Variationen erfreuen sich grosser Beliebtheit. |
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Braai: Was lange währt ... Auf Südafrikas weiten Steppen weiden vielerlei Wildtiere. Wildbret von Antilope, Kudu, Büffel und Springbock sind dort so begehrt wie bei uns Reh- und Hirschfleisch. Aber auch das schon erwähnte Warzenschwein sowie das Krokodil stehen auf dem Speiseplan Südafrikas. Nicht zu vergessen das Straussenfleisch, das sich auch in unseren Breitengraden grosser Beliebtheit erfreut. Diese Auswahl an feinem Fleisch lässt es ahnen: In Südafrika wird gerne und oft grilliert. Für den südafrikanischen Grillspass, den Braai, verwendet man keine Holzkohle, sondern macht ein Feuer aus Holz und wartet, bis aus diesem eine schöne Glut entstanden ist. Das dauert natürlich wesentlich länger als auf einem Gasgrill, aber das ist auch der Sinn der Sache: Möglichst lange gesellig zusammen sein, klatschen, tratschen, essen und trinken - nur das ist ein echter Braai! Rezepte für den Braai im eigenen Garten: Grilliertes Straussenfilet mit Geelrys, dazu Mixed Pickles und zum Dessert ein Amarula-Eiskaffee. |
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Die Schätze aus zwei Meeren Südafrika hat eine ausgedehnte Küstenlinie an der Grenze zwischen dem Atlantik und dem Indischen Ozean. Die Fischerei ist eine wichtige Einnahmequelle und sorgt für eine grosse Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten. Auch die Schätze des Meeres sind in allen Varianten in der südafrikanischen Fusion-Küche zu finden: Es gibt Fischpotjies (-eintöpfe), Pickled Fish, scharfes Fischcurry und Muscheln in Weinrahmsauce. In südafrikanischen Restaurants achtet man auf der Karte mit Vorteil auf die Bezeichnung «line fish»: Diese Fische sind fangfrisch! Text: Gina Graber |
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Von Amarula bis Waterblommetjie Viele Bezeichnungen südafrikanischer Spezialitäten stammen aus dem Afrikaans, der Sprache der holländischen Einwanderer (Buren). Die Bezeichnung «boer» leitet sich vom Niederländischen «Bauer» ab.
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Kochkurs: Südafrikanische Küche In unserem Kochkurs entschweben Sie nach Südafrika, ins Gastgeberland der Fussball-Weltmeisterschaften 2010. Sie erhalten einen unvergesslichen Einblick in eine der spannendsten Küchen der Welt, die von afrikanischer, indischer, europäischer und malaiischer Esskultur geprägt ist. Sie können Biltong (südafrikanisches Trockenfleisch) probieren und lernen zudem eine Reihe der in der Warenkunde beschriebenen Gerichte kennen: Sosaties, Bobotie, Mealie Pap und Geelrys. Zu jedem Gang wird ein passender südafrikanischer Wein serviert. Der Kurs findet am 30.6.2010 in Zürich statt. Kochkurs «Südafrikanische Küche»: jetzt anmelden ... |
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