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Saison

 
 
Basilikum - sommerlich und erntefrisch

Basilikum schmeckt und riecht nach Sommer und Sonne, nach Ferien in Italien, doch das beliebte Würzkraut stammt ursprünglich aus anderen südlichen Regionen dieser Welt. Seine verschiedenen Sorten harmonieren einerseits mit vielen mediterranen Gerichten, aber auch in der thailändischen Küche wird es als unverzichtbares i-Tüpfelchen in manchem Curry geschätzt.
 

 
     
 
     
 
Seiteninhalt
 
Das königliche Kraut des Südens

Basilikum wirkt und schmeckt

Basilikumarten: Die Nase entscheidet

Sortenvielfalt für jeden Geschmack

Rezept: Basilikum - am besten frisch

Würzige Ernte vom Fenstersims

Der aktuelle Ratgeber: «Küchenkräuter»

Archiv

 

 Königliche Harmonie: Basilikum passt wunderbar zu Tomaten.
Das königliche Kraut des Südens

Der Name des Basilienkrautes stammt vom griechischen Wort basilikos = königlich. Die Basilikumpflanze ist in Griechenland, aber auch in Thailand und Indien heilig. Basilikum wurde erstmals in Indien kultiviert, allerdings nicht zu kulinarischen Zwecken. Die weltweit ungefähr 150 Basilikumarten stammen ursprünglich aus warmen Regionen von Südostasien bis Afrika. Basilikum erhebt italienische Gerichte zu den beliebtesten und besten der Welt, hat aber seine Ursprünge nicht in Italien - genauso wenig wie Tomaten oder Pasta. Einige Basilikumarten haben ihren festen Platz auch in anderen Küchen der Welt - und in der Kräuterheilkunde.


 Eine von vielen Sorten: Thaibasilikum schmeckt leicht nach Anis.
Basilikum wirkt und schmeckt

Basilikum, wie wir es kennen, harmoniert vorzüglich mit Mozzarella und Tomaten oder als Pesto zu Spaghetti. Thailändisches Basilikum ist das unverzichtbare gewisse Etwas in grünem Thai-Curry mit Kokosmilch (gaeng keow wan gai).

In Griechenland wird Basilikum wegen des guten Duftes und zum Vertreiben von Mücken auf jede Terrasse gestellt; man streicht vor dem Weggehen mit den Händen über die Blätter, weil es Unheil abwehren soll. In der griechischen Küche hat Basilikum jedoch keine Bedeutung.

Indisches Basilikum ist die heilige Pflanze einer Gottheit, wird von Hindus verehrt und ist gleichzeitig eine bedeutende Arzneipflanze. Es wird gegen Atemwegs- und Infektionskrankheiten, zum Stressabbau, gegen Bakterien und Würmer sowie gegen Verdauungsbeschwerden gegeben. Diese Wirkungen sind durch die Inhaltsstoffe im ätherischen Öl zu erklären. In der ayurvedischen Medizin Indiens ist es unter dem Namen Tulsi auch als Aphrodisiakum gebräuchlich, was in erster Linie auf den betörenden Wohlgeruch zurückzuführen ist.


 Rotes Basilikum verfeinert die Speisen und entzückt auch das Auge.
Basilikumarten: Die Nase entscheidet

Basilikumarten sind Lippenblütler wie viele andere unserer Würz- und Teekräuter, beispielsweise Thymian, Salbei oder Pfefferminze. Im Gegensatz zu diesen sind die meisten Basilikumarten einjährige Pflanzen. Es gibt zahlreiche Arten und Sorten mit verschiedenem Aussehen und unterschiedlichem Geschmack. Meistens werden nur die Blätter verwendet. Neben den typisch italienischen Sorten sind auch rotes Basilikum, Thaibasilikum und Zitronenbasilikum von grossem Interesse für die feine Küche. Allen Sorten gemein ist der exquisite Duft, wenn auch unterschiedliche Aromakomponenten nach Nelke, Zitrone, Anis, Lakritz, Kampfer oder Zimt wahrnehmbar sind. Die Arten und Sorten lassen sich botanisch schwer voneinander abgrenzen, auch weil sie untereinander gekreuzt werden und Sorten oft einfache Auslesen eines bestimmen Aromatyps sind. So verlässt man sich bei der Auswahl am besten auf die eigenen Nase.


 Auf Wochenmärkten findet man immer mehr Sorten, z.B. Thaibasilikum (oben links), ausdauerndes und rotblättriges Basilikum.
Sortenvielfalt für jeden Geschmack

  • Grossblättriges Basilikum (Ocimum basilicum «Genovese») ist die klassische und stark aromatische Sorte. Die Blätter sind gross und weich, die Blüten weiss, die Pflanzen ertragreich. Genoveser Basilikum eignet sich am besten für Pesto, eine Mischung aus zerstossenen Blättern mit Knoblauch, Olivenöl, Pinienkernen sowie Parmesan und Pecorino. Es schmeckt pfeffrig-süss und verträgt auch Erhitzen, ohne sein Aroma zu verlieren. So eignet es sich als grün färbende Zutat in Gnocchi oder auf Pizza. Es ist ein besonderer Genuss mit bestem Olivenöl zu Büffelmozzarella, auf Tomatensuppe oder Tomatensalat.
  • Rotes Basilikum (Ocimum basilicum) gibt es in verschiedenen Sorten wie Dark Opal oder Purple Ruffles, die in Geschmack und Verwendung dem grossblättrigen Basilikum ähneln. Durch ihre purpurroten, manchmal auch krausen Blätter und rosa bis violetten Blüten sehen rote Sorten besonders dekorativ aus. Sie können allein oder in Mischung mit grünen Sorten zum Garnieren verwendet werden. Rotes Pesto besteht übrigens nicht aus rotem Basilikum, sondern vorwiegend aus getrockneten Tomaten.
  • Thaibasilikum oder Horapa (Ocimum basilicum «Thai») hat ein leichtes Anisaroma und schmeckt besonders süss. Es hat grüne Blätter und rote Blüten. Ganze Triebenden, eventuell mit Blüten, werden nach dem Kochen den Speisen beigegeben und kurz ziehen gelassen. Horapa eignet sich hervorragend für Suppen und Thai-Currys mit Kokosmilch.
  • Zitronenbasilikum duftet nach Zitronen. Zitronige Aromakomponenten kommen in einigen Basilikumarten vor (O. basilicum var. citriodorum, O. citriodorum, O. americanum). Zitronenbasilikum eignet sich besonders gut zu Fisch und Meeresfrüchten sowie für Süssspeisen oder Erfrischungsgetränke. Wie auch das italienische Basilikum verleiht es Salaten, Tomaten, Pasta und Antipasti ein exquisites Aroma, sollte aber nur direkt vor dem Servieren über die Speisen gestreut und keinesfalls mitgekocht werden.
  • Basilikumauslesen mit Anis, Nelken oder Zimtaroma, die Süssspeisen und Getränken besonderen Pfiff verleihen, sind im Gartenhandel erhältlich. Es gibt auch interessante Kreuzungen mit mehrjährigen Basilikumarten aus Afrika wie beispielsweise African Blue.
  • Griechisches Basilikum (Ocimum basilicum var. minimum) hat kleine Blätter und einen gedrungenen Wuchs. Es verzweigt sich stark und wird zu einer hübschen kugelförmigen Topf- oder Kübelpflanze mit intensivem Duft. Zweige des kleinblättrigen Basilikums werden in Griechenland als Glücksbringer verschenkt. Da es nicht ergiebig ist, eignet es sich weniger für die Blatternte.
  • Heiliges Basilikum oder Tulsi (Ocimum sanctum = O. tenuiflorum) hat neben den bereits erwähnten medizinischen und religiösen Verwendungszwecken in Indien auch seinen Platz in der Thaiküche. Es ist von besonders intensivem und scharfem Geschmack mit starkem Nelkenaroma. Tulsi kann in asiatischen Pfannen- beziehungsweise Wokgerichten mitgebraten werden.

Die Firma Frei Weinlandstauden AG in Wildensbuch führt eine Auswahl von Basilikumsorten in ihrem Sortiment:
www.frei-weinlandstauden.ch


 Basilikum schmeckt frisch am besten - z.B. an einem Süsskartoffelsalat.
Basilikum - am besten frisch

Will man das unvergleichliche Aroma der Basilikumarten geniessen, so sollte man das würzige Kräutlein nach Möglichkeit frisch verwenden. Getrocknetes Basilikum ist aber auch ein gutes Gewürz für Salate, Suppen und Saucen oder italienische Vorspeisen. Basilikum verliert beim Trocknen und bei Transport oder Lagerung schnell an Aroma. Auch verfärben sich die weichen Blätter sehr rasch braun und werden unappetitlich.

Frische Basilikumsträusschen vom Markt lassen sich einige Tage aufheben. Man stellt sie in ein Glas mit Wasser oder gibt sie in einen aufgeblasenen Plastikbeutel: Kräuter locker in den Beutel legen, aufblasen und gut verschliessen, im Kühlschrank aufbewahren. Erst zur Verwendung zupft man die Blättchen vom zähen Stängel ab. Bei scharfen Sorten wie Tulsi verwendet man ganze Zweige zur Aromatisierung, isst sie aber nicht mit.

Süsskartoffelsalat


 Basilikum gedeiht auf einem sonnigen Fenstersims prächtig.
Würzige Ernte vom Fenstersims

Am besten hält man Basilikumpflanzen während der warmen Sommermonate auf dem sonnigen Fenstersims oder dem Balkon. Die sonnenverwöhnten Triebe kann man dann im Ganzen trocknen oder fein gehackt in Öl konservieren. Es lohnt sich auch, Basilikum selbst auszusäen; es keimt schnell, wächst problemlos und bildet kräftige Pflanzen. Allerdings benötigt es neben viel Wärme und Sonne auch ausreichend Wasser sowie guten Boden. Der Anbau im Garten ist wegen allzu gefrässiger Schnecken oft nicht zu empfehlen. Damit das Basilikum längere Zeit frisch, aromatisch und grün bleibt, sollen die Blütentriebe stets ausgebrochen werden. So verzweigt es sich immer weiter und kann den ganzen Sommer geerntet werden.

Text: Stefanie Goldscheider


 Der Ratgeber «Küchenkräuter» bietet eine Fülle an Kräutertipps und würzigen Rezepten.
Der aktuelle Ratgeber: «Küchenkräuter»

Der Betty Bossi Ratgeber «Küchenkräuter» bietet Ihnen viel Wissenswertes über die bekanntesten und beliebtesten Küchenkräuter. Neben gluschtigen Rezepten und attraktiven Dekorationen finden Sie zu den würzigen Kräutern auch praktische Tipps vom Gärtner, für den Vorrat und aus der Küchenpraxis - und natürlich die besten Ideen rund um das Basilikum.






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