Die Gurke hat alles, was es für einen Sommerstar braucht, sei es für herrlich erfrischende Salate, für eisgekühlte Süppchen oder als knackgesunde Rohkost für zwischendurch. Die saftige Beerenfrucht lässt auch Linienbewusste ganz bestimmt nicht kalt, denn sie hat fast keine Kalorien und wird mit wenig Zutaten zum coolen Sommergenuss.
Eine saftig-knackige Gurke sorgt für frische Sommerlaune.
Wärmeliebende Frischmacherin
Eine frisch aufgeschnittene Gurke sorgt sofort für ein sommerliches Feeling in der Küche. Kein Wunder: Sie braucht selber viel Wärme zum Gedeihen. Auch ein feuchtes Klima ist wichtig für ihr Wachstum, deshalb wird sie bei uns fast immer im Gewächshaus angebaut und ist das ganze Jahr, meist in schützendes Plastik geschweisst, im Handel erhältlich. Einheimische Freilandgurken kommen nur während der Sommermonate auf den Markt.
Gurken gehören wie die Melonen zur Familie der Kürbisgewächse (Cucumis sativus); botanisch gesehen ist die Gurke eine Beere! Die Pflanzen sind einjährig, kriechen am Boden oder klettern in die Höhe. Die einzelnen Triebe werden bis zu 3 Meter lang, und aus den Blüten wachsen spitz zulaufende Früchte: die Gurken. Je nach Sorte sind sie zwischen 6 und 60cm lang. Die Oberfläche kann glatt, rau oder stachelig sein.
Die Gurke stammt wahrscheinlich von den südlichen Hängen des Himalayas und den feuchtwarmen Gebieten Nordindiens. Von dort aus gelangte sie zuerst nach Ägypten und dann in den gesamten Mittelmeerraum. Im Mittelalter verbreitete sich die Gurke auch im nördlichen Europa.
Gurken schmecken nicht nur kühl, auch dieser lauwarm servierte Salat ist eine Gaumenfreude.
Roh essen, schmoren, einlegen
Es gibt über 40 verschiedene Gurkensorten, von denen bei uns aber nur ein paar wenige erhältlich sind:
Salatgurken oder Schlangengurken: Die am häufigsten angebotene Sorte. Sie braucht sehr viel Wärme und wird daher bei uns im Gewächshaus angebaut. Ihre Schale ist dunkelgrün und glatt. Sie wird meist roh gegessen.
Freilandgurken (z.B. Nostrano): Sie ist bei uns von Juli bis September im Handel erhältlich. Sie ist etwa 20cm lang und hat eine dunkelgrüne, etwas stachlige Haut. Durch ihr kräftiges Gurkenaroma eignet sie sich besonders gut für Salat.
Schmorgurken: Sie sind weniger kälteempfindlich und können auch bei uns im Freiland angebaut werden. Ihre dicke Schale ist gelblich grün. Mit ihrem festen Fruchtfleisch eignen sie sich sehr gut zum Schmoren. Die Kerne sollten vor der Verwendung entfernt werden.
Einlegegurken: Sie werden hauptsächlich im Freiland angebaut und können im August und September geerntet werden. Die sog. Cornichons (6-9cm) sowie die Delikatessgurken (9-12cm) sind deutlich kleiner als Salatgurken und haben eine stachlige Schale.
Gurke oder Melone? Frucht oder Gemüse? Die Kiwano schmeckt jedenfalls sehr erfrischend.
Das Auge isst mit!
Neben den handelsüblichen langen, grünen Gurken mit fantasievollen Namen wie Telegraph Improved, Burpless Tasty Green oder Chinesische Schlange gibt es auch Gurkensorten in exotischen Formen und Farben. Die stachlige Zackengurke oder Gurkenmelone etwa ist auch bei uns unter dem Namen Kiwano erhältlich und schmeckt bei heissen Temperaturen sehr erfrischend.
Experimentierfreudige pflanzen sich im Garten auch mal die kleine runde gelbe Gurke, die wie eine Zitrone aussieht, aber wie eine Gurke schmeckt. Ein Hingucker auch die mexikanische Minigurke, die kleine runde, grün gestreifte Früchte trägt.
Für den Eigenanbau sind Samen für diverse Gurkensorten erhältlich (z.B. bei Samen Mauser) - die Aussaat kann allerdings erst im nächsten Frühjahr erfolgen! Profitieren Sie deshalb jetzt von sommerlichen Gurkenspezialitäten vom Wochenmarkt.
Gurkengemüse, harmonisch ergänzt mit viel frischem Dill.
Vielfältiger Gurkengenuss
In der heimischen Küche werden Gurken oft roh gegessen, in Asien dagegen schmort man sie eher und verwendet sie für Currys sowie Chutneys und bereitet die jungen Blätter und Triebe als Gemüse zu. In Amerika liebt man die Gurken süss-sauer eingelegt.
Zu Gurken passen Dill, Petersilie und Borretsch, dessen essbare blaue Blüten bei einem Gurkensalat sehr dekorativ wirken. Beim Schmoren von Gurken sind kräftige Gewürze wie Curry, Senf oder Kümmel vorzuziehen.
Der klassische Dip aus Gurken, Joghurt und Knoblauch: Griechischer Tzatziki.
Cool-inarische Weltreise
Wenige Zutaten genügen, um mit Gurken eine im wahrsten Sinne des Wortes erfrischende kulinarische Reise um die Welt zu inszenieren. Ein lauwarmer Gurkensalat mit Austernpilzen an einer Sesamöl-Soja-Sauce, serviert mit Crevetten-Chips, entführt den Gaumen geschmacklich nach Südostasien. Die Kombination von Mango und Gurke zaubert einen indischen Touch auf Ihren Tisch. Wie wärs mit einem Gurken-Mango-Dip zu Fladenbrot oder der unübertroffen erfrischenden kalten Mango-Gurken-Suppe mit einem Hauch von Zitronenmelisse? Tzatziki, der Gurken-Joghurt-Dip mit viel Knoblauch, erinnert an die letzten Griechenlandferien. Und beim feurigen Gazpacho, der kalten Suppe aus Gurken, Tomaten und Peperoncini, glaubt man schnell, spanische Flamenco-Gitarren zu hören!
Der in unseren Breitengraden klassische Gurkensalat mit einer Sauce aus Öl, Essig und viel Dill ist ein idealer Begleiter zu gebratenem Fleisch oder Fisch. Selbst zum Trinken ist die Gurke geeignet: Zur Erfrischung an heissen Tagen schmeckt ein schnell zubereiteter Gurken-Drink unübertroffen cool!
Die Nostrano-Freilandgurke sollte frisch, fest und dunkelgrün sein, so schmeckt sie am besten.
Gurken, am besten frisch und knackig
Gurken sollten fest sein und eine gleichmässige, schöne grüne Farbe haben. Ist die Schale gelblich oder fühlt sich die Schale weich an, hat sie den Zeitpunkt für den idealen Genuss deutlich überschritten.
Im Gemüsefach im Kühlschrank gelagert, halten sich Gurken 2 bis 4 Tage. Sie eignen sich nicht zum Einfrieren.
Gurken nicht zusammen mit Obst lagern, sie werden viel schneller weich.
Gurken (v.a. Treibhausgurken) immer gut waschen oder - noch besser - schälen.
Text: Sabine Danckwardt
Ein Drink aus frischen Gurken und Kefir erfrischt und wirkt harntreibend.
Gesund-Tipp: Für Kalorienbewusste
Gurken bestehen zu 96% aus Wasser und gehören zu den kalorienärmsten Gemüsesorten. 100g Gurke enthalten lediglich 12 Kalorien, dadurch ist auch der Gehalt an Nährstoffen bescheiden; immerhin sind Vitamin C, Folsäure und Kalium vorhanden. Gurken wirken harntreibend wegen des Kalium- und des hohen Wassergehaltes.
Bittere Gurken (auch Kürbisse) sollten nicht gegessen werden, da sie den Inhaltsstoff Cucurbitacin enthalten, der bei empfindlichen Personen Durchfall und Erbrechen auslösen kann.
Treibhausgurken speichern mehr Nitrat als Freilandgemüse. Pflanzen benötigen Nitrat zum Wachsen. Bei genügend Lichteinstrahlung ist die Photosynthese stärker, sodass das Nitrat von der Pflanze sofort umgesetzt wird. Bei Lichtmangel (z.B. Treibhaus, sonnenarme Monate) und bei Überdüngung speichert die Pflanze Nitrat. Nitrat ist harmlos, kann jedoch zu gesundheitsschädlichem Nitrit bzw. Nitrosaminen umgewandelt werden. Freilandgurken und Bio-Gurken sind von Natur aus nitratärmer und erst noch aromatischer.
Gurkensalat einmal anders: Entdecken Sie die pikante Seite der Gurke, z.B. mit diesem Knackigen Gurkensalat. Die chinesische Variante mit Peperoncini, Ingwer, Sojasauce und Sesamöl sorgt für ein neues Geschmackserlebnis und für Abwechslung auf dem Menüplan.