Was wäre ein gemütlicher Chlaushöck ohne dampfenden Kakao bei heimeligem Kerzenschein? Draussen walten Dunkelheit und klirrende Kälte. Da trinkt auch der Samichlaus gerne ein Tässchen mit. Schliesslich gibts nichts Köstlicheres, als seine Gaben wie Grittibänzen und Guetzli in heissen Kakao zu tunken! Das wärmt Körper und Seele und setzt, so sagt man, sogar Glückshormone frei.
Kakaopulver ist herb und leicht bitter im Geschmack.
Kakao ist nicht gleich Schokolade
Vorweg eine begriffliche Unterscheidung, um Verwechslungen zu vermeiden: Kakaopulver und Schokoladepulver sind zwei unterschiedliche Handelsprodukte. Beide gewinnt man aus der Kakaobohne und beide sind in Pulverform. Der Anteil Kakao ist im Kakaopulver viel höher als im Schokoladepulver (bei Schokoladepulver beträgt er mindestens 32%). Reines Kakaopulver enthält viel Kakaobutter (Fett). Es gibt allerdings auch fettarmes Kakaopulver (sog. stark entölter Kakao). Auch die Aromen sind verschieden. Das von reinem Kakaopulver ist herb und leicht bitter im Geschmack. Schokoladepulver ist gesüsst oder ungesüsst erhältlich.
Kakao- und vor allem Schokoladepulver dienen als Rohstoff für verschiedenste Schokoladeprodukte wie Saucen, Gebäck (Kuchen, Guetzli), Glace, Schoggimousse, -pudding und -getränke. Zu unterscheiden sind Kakao- und Schokoladepulver auch von Instant-Getränkepulvern. Sie sind die bekanntesten und beliebtesten Trinkkakao-Erzeugnisse. Neben Kakaopulver enthalten sie Kristall- und Traubenzucker sind oft angereichert mit Mineralstoffen, Vitaminen und Aromastoffen.
Heisser Kakao ist schnell zubereitet und schmeckt in der kalten Jahreszeit nicht nur Kindern gut.
Kleiner Aufwand, grosser Genuss
Heisser Kakao ist schnell gemacht. Kakaopulver und Milch in eine Pfanne geben. Erhitzen und so lange verrühren, bis sich der Kakao in der Milch aufgelöst hat. Süssen nach Belieben. Kakaopulver löst sich in kalter Milch schwerer auf.
Tipp: Das Pulver zuerst mit ein wenig Wasser, Milch oder beidem zu einem Brei anrühren. Den Brei nun in die heisse Milch rühren. Regional fügt man auch Rahm hinzu. Der Brei und die Milch-Wasser-Rahm-Mischung werden zusammen erhitzt. So bewahrt der Kakao sein Aroma am besten. Getränke nur erhitzen und nicht kochen!
Aufgepasst: Heisse Schokolade kann man mit Instantpulvern und Schokoladepulver zubereiten, jedoch auch mit zerbröckelter Schoggi: Milch erwärmen, die Pfanne von der Platte ziehen. Dann zerbröckelte Schokolade beigeben, unter Rühren mit dem Schwingbesen schmelzen, in Tassen giessen, süssen nach Belieben.
Unter einem Schlagrahmhäubchen lässt sich so manche Zutat verheimlichen.
Kakao in Variationen
Heissen Kakao kann man aufpeppen:
Geschlagenen Rahm als Häubchen über den heissen Kakao geben. Etwas Kakaopulver mit dem Sieb zart darüberstreuen.
Eine kleine Kugel Kaffeeglace in die Tasse geben, heissen Kakao darübergiessen.
Für ein intensiveres Aroma verträgt Kakao eine Prise Salz.
Kakaogetränke aromatisieren: Bekannte Gewürze sind Vanille, Zimt oder Chili. Im Handel erhältlich sind auch ausgefallenere Kakaomischungen mit Ingwer, Haselnuss, Lavendel, Orange, Minze, Hopfen und Malz oder mit grünem Tee.
Für norwegischen Kakao mischt man 4 TL Vanillezucker und 3 EL Kakao zu 4 dl Milch und 3 dl Rahm: Dafür muss es allerdings schon ziemlich kalt sein!
Der Samichlaus-Abend für die Grossen: Rum, Cognac oder Wodka unter den heissen Kakao mischen.
Einen makabren Namen hat ein typisches Getränk der Nordfriesischen Inseln in Norddeutschland, die Tote Tante: Unter einer dicken Schlagrahmhaube verbirgt sich heisser Kakao mit einem Schuss Rum.
Kakaopulver macht den Cappuccino und das Tiramisu erst richtig italienisch.
Charmanter Begleiter: Kaffee
Was den Kindern der Kakao ist, ist den Erwachsenen der Kaffee: Eine Freude des Alltags - für viele geht ohne die Tasse morgens gar nichts. Kaffee und Kakao passen auch gut zusammen:
Kaffeeglace mit heissem Kakao. Kakao ist für den Kaffee auch eine Geschmacksnote und ein Tüpfchen auf dem i.
Was wäre ein Latte macchiato, ein Cappuccino oder der Wiener Einspänner ohne zart bestäubtem Kakaopulver obendrauf? Zum Beispiel Cailler Kakao, erhältlich bei Coop.
Tiramisu: Kakaopulver ist sozusagen die «oberste Note». Er harmoniert mit den anderen Zutaten, unter anderm mit dem Kaffee.
Im Espressokocher: Das Espresso-Aroma kommt besser zur Geltung, wenn dem gemahlenen Kaffeepulver ein paar Salzkörnchen und eine Prise Kakao beigegeben werden.
Kartoffeln und Kakao? Probieren Sie unsere Pommes duchesse mit Kakao zu einem feinen Braten!
Kakao in der Küche
Kakaopulver eignet sich nicht nur als heisses Getränk. Kinder und alle anderen Naschmäuler werden speziell jetzt im Winter Freude haben an: Brotaufstrich aus Butter, Kakaopulver und Puderzucker. Etwas Kakaopulver im Omelettenteig, dazu süsse Konfi als Füllung. Wähen: Kakaopulver mit wenig Puderzucker mischen, Apfel- oder Rahmwähe damit bestäuben. Fein auch unsere Wildrahmsauce und die Briddles, eine winterliche Süssigkeit mit Baumnüssen. Eine besondere Spezialität sind unsere Pommes duchesse mit Kakao: Für die bevorstehenden Festage eine überraschende Beilage!
Tipp: Feinstes, fettarmes Kakaopulver gibts in Bioqualität als Fair-Trade-Produkt von Max Havelaar bei Coop.
Schokolade und Kakao tun uns gut - aber bitte nicht übertreiben!
Gegen Falten und miese Laune
Kakaopulver an sich ist ein überaus wertvolles Nahrungsmittel. Kohlenhydrate, Eiweiss und Fett geben dem Kakao einen hohen Nährwert. Er ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Forschungen attestieren dem samtig-braunen Pulver viel Positives für Körper und Seele: Regelmässiger Kakaogenuss erhöht die Hautfeuchtigkeit, Falten werden gemindert und die Haut wird zarter. Aber nicht übertreiben, sonst leidet die Figur. Kakao ist wie Schokolade reich an antioxidativ wirkenden Polyphenolen, was den Gefässen zugute kommt. Flavonoide schützen die Zellen vor Schäden. Kakao soll auch ein Stimmungsaufheller sein. Zusammen mit Milch ist der heisse Kakao speziell für Kinder eine wertvolle Sache.
Die Vorliebe der Maya ist heute wieder voll im Trend: Schokolade und Chili.
Adliges Luxusgetränk
Das Mutterland des heissen Kakao ist Mexiko und hat eine 6000 Jahre alte Tradition. Die Maya verwendeten geröstete Kakaobohnen, die sie mit Wasser und verschiedenen Gewürzen, darunter auch Chili, mischten. Chocolatl, wie die Maya sagten, war ein Luxusgetränk für den Adel. Die wertvollen Kakaobohnen dienten sogar als Zahlungsmittel. Auf die Maya geht eine Zubereitungsform zurück, die noch heute in Mexiko gepflegt wird: die Kombination von Kakao und Mais ergibt einen sehr nahrhaften Trunk.
Die spanischen Eroberer in Mexiko konnten anfänglich mit dem bitteren, leicht säuerlichen Getränk wenig anfangen. Das änderte sich, als man den in Europa beliebten Zucker beigab. Mit dieser Rezeptur schaffte der Kakao den Sprung ins alte Europa. Kein Wunder, hat heisse Schokolade in Spanien den Status eines Nationalgetränks. Das beliebteste Frühstück: Chocolate con churros - heisse Schokolade mit Krapfen. Diese heisse Schokolade ist ein dunkelbraunes, dickflüssiges Getränk auf Basis von Milch und Bitterschokolade und ist meist mit Vanille aromatisiert. Die Konsistenz ist dicklich - wohl in Anlehnung an die auf Mais basierenden Rezepte Mexikos. Man erreicht sie durch Bindung mit Stärke.
Ein paar Splitter der Lieblingsschoggi ins Glas, 2dl heisse Milch dazu, umrühren - fertig ist die Trinkschokolade.
Trend Trinkschokolade
Die internationale Trinkkultur in Sachen heisse Schokolade ist sehr vielfältig. Wer in verschiedenen Ländern dieser Welt «heisse Schokolade» bestellt, den erwarten Getränke, die sich in Geschmack und Konsistenz zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Sicher sind die heissen Schoggis mit Instant-Pulvern sehr verbreitet. Mit dem Trend zu bitteren Schokoladesorten der vergangenen Jahre hat auch Trinkschokolade Einzug gehalten, nicht selten angelehnt an die französische Variante. In Frankreich, wo eine ausgeprägte Liebe zu bitterer Schokolade gepflegt wird, bereitet man die heisse Schokolade gern mit Schokoladensorten zu, die einen hohen Kakaoanteil haben. Typisch ist die Zubereitung mit Wasser anstelle von Milch.
Niemand wird gern durch den Kakao gezogen - also schnell austrinken!
Durch den Kakao gezogen
Kakao ist nicht gleich Kakao: Die Redewendung, «jemanden durch den Kakao ziehen» meint: Sich über jemanden lustig machen in seiner Abwesenheit. Doch beim Wort «Kakao» handelt es sich wohl eher um eine beschönigende Umschreibung des nicht ganz salonfähigen Ausdrucks - pardon - Kacke. Wie auch immer: Erich Kästners Gedicht sollte man sich auf jeden Fall zu Herzen nehmen: «Was auch immer geschieht: / Nie dürft ihr so tief sinken, / von dem Kakao, durch den man euch zieht, / auch noch zu trinken.»
Text: Tiziana Ossola
Herstellung und Geschichte der Schokolade sind auch für Kinder faszinierend.