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MagazinDossiersKalte Süppchen - die kulinarische Erfrischung

Kalte Süppchen - die kulinarische Erfrischung

Was die kräftige, wärmende Suppe im Winter, ist das leichte, kühle Süppchen im Sommer. Eine feine Suppe ist der ideale Auftakt jedes Menüs. Mit einer ausgewogenen, aromatischen Kaltschale können Sie sich auf genussvollste Art und Weise mit den kraftvollen Stoffen der Pflanzenwelt stärken. Erfrischend ist auch die Zubereitung, ganz nach dem Motto: kleiner Aufwand - erquickende Wirkung!

Coole Berühmtheiten

Der Gazpacho andaluz gilt als spanische Nationalsuppe.

Coole Berühmtheiten

Die wohl bekannteste kalte Suppe ist der Gazpacho aus Andalusien. Er gilt als spanische Nationalsuppe. Tomaten, Gurken, Peperoni und Weissbrot sind die Hauptzutaten. Ebenfalls aus Andalusien stammt die sämig weisse Ajoblanco (deutsch: weisser Knoblauch) mit geschälten Mandeln, Weissbrot und natürlich viel frischem Knoblauch. In der Ukraine und in Russland löffelt man gerne eine kalte Okroschka. Sie enthält Eier, Kartoffeln und Radieschen; der einzigartige Geschmack entsteht durch die Beigabe des typischen gesäuerten Roggengetränks Kwas.

Mit viel Rahm tritt die französische Vichyssoise auf. Sie war angelblich Anfang des 20. Jahrhunderts in New York vom emigrierten Louis Diat aus Vichy erfunden worden, indem er die Lauchcremesuppe seiner Mutter abwandelte und mit Erfolg kalt servierte.


Rezepte:

Kühlende Gemüse erfrischen im Sommer

Ausgehöhlte Kohlrabi und Peperoni dienen als schmucke Suppenschälchen.

Kühlende Gemüse erfrischen im Sommer

Alle Sommergemüse haben eine kühlende Wirkung und eignen sich somit bestens für ein erfrischendes Süppchen. Erbsen und Kohlrabi sind ebenso beliebte Zutaten wie Gurken, Peperoni, Zucchini und Tomaten. Die saftige Gurke schmeckt solo mit etwas Dill oder in der Variante Tzatziki mit Joghurt und Knoblauch. Sogar der Gurkensalat von gestern schmeckt heute als kalte Suppe vorzüglich - nur mixen und servieren.


Für die richtige Konsistenz sorgt meist zerzupftes Weissbrot. Auch trockenes, eingeweichtes Brot oder Paniermehl tut seinen Dienst. Soll die Suppe schön sämig werden, kann etwas Crème fraîche oder eine Avocado mitgemixt werden. Eine hübsche Vorspeise entsteht, wenn man die Suppe in einer ausgehöhlten Peperoni oder Kohlrabi serviert.


Rezepte:

Süsse Früchte mit einer Prise Salz

Diese Mango-Gurken-Suppe ist sämig und vollmundig.

Süsse Früchte mit einer Prise Salz

Auch Früchte machen sich in einer würzigen Suppe gut. Die bekannteste Mischung ist wohl die Gurken-Melonen-Suppe. Die beiden gehören botanisch in die gleiche Familie, und auch im Teller schmeckt die Vermählung vorzüglich. Weitere gute Partner sind Mango und Gurken, Erdbeeren und Zucchini oder Zwetschgen und Tomaten. Doch auch im Alleingang ist eine Fruchtsuppe in wahrer Genuss. Es lohnt sich, öfter mal Süsses mit Salz zu würzen. Fruchtig schmeckende Kräuter wie Pfefferminze, Zitronenmelisse und Basilikum ergänzen die kalten Fruchtsuppen ideal.

Eine äusserst fruchtige Suppe gibts in der Innerschweiz zu entdecken. Für die traditionelle Luzerner Chriesisuppe werden Kirschen mit geröstetem Mehl, Milch und Zucker gemischt und eiskalt serviert.


Rezepte:

Beschwipste Suppen

Farbige Shots lassen Stimmung aufkommen.

Beschwipste Suppen

Eine kalte Suppe ist ein perfekter Appetizer, der sich stilvoll servieren lässt. Man kann ihn leicht in Gläsern reichen. Besonders wirkungsvoll sind rote und gelbe Peperoni-Shots, im Glas serviert. Auch wer eine grössere Tafel plant, fährt mit einer kalten Suppe gut. Sie lässt sich gut vorbereiten, vom Vortag schmeckt sie sogar noch besser. Wird die Suppe am gleichen Tag zubereitet, sollten noch zwei Stunden zum Kühlstellen mit einberechnet werden.

Aromatisiert man das Süppchen mit Alkohol, kommt noch mehr Stimmung auf. Ein Gazpacho enthält traditionellerweise etwas Sherry, und in eine Melonensuppe passt Portwein. Auch eine Bloody Mary lässt sich zu einer Suppe umwandeln, und wers mexikanisch mag, gibt in das Margarita-Süppchen einen Schuss Tequila.


Rezepte:

Die geschmackliche Vollendung

Süss, sauer, salzig, scharf und ein bisschen bitter solls sein, damit wir auf den vollen Geschmack kommen.

Die geschmackliche Vollendung

Damit eine Suppe richtig rund schmeckt, sollte sie die fünf Geschmacksrichtungen süss, sauer, salzig, scharf und bitter enthalten. Der süsse Geschmack ist durch den Zucker im Gemüse bereits abgedeckt. In den meisten Rezepten kommt ein Schuss Weisswein, Sherry, Essig oder Zitronensaft rein. Die Säure wirkt appetitanregend. Auf keinen Fall fehlen darf das Salz in der Suppe.

Für eine wohltuende Schärfe sorgen Pfeffer, Cayennepfeffer, fein gehackter, frischer Chili oder Ingwer. Ganz zuhinterst auf der Zunge nehmen wir den bitteren Geschmack wahr. Bitterstoffe sind in frischen Kräutern und in grünem Gemüse enthalten, sie unterstützen die Verdauung. Nicht umsonst garnieren wir unsere Gerichte mit Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum.

Kalt oder warm - bei einer solch geschmackvollen Suppe würde sogar der Suppenkasper zum Löffel greifen.


Rezept: Kalte Erbslisuppe mit Feta-Crostini


Text: Silvia Niederberger


9. Juni 2014