Zitrusfrüchte – die süsssaure Versuchung

Zitrusfrüchte – die süsssaure Versuchung

Zitrusfrüchte haben zwischen November und März Hochsaison. Ob gelb, grün oder orange: Sie sind reich an Vitamin C und und vielen weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. In diesem Beitrag erfährst du Wissenwertes über die süsssauren Südfrüchte. Dazu gibts wie immer Rezepte und Tipps rund um Orange, Zitrone & Co.

Zitrusfrüchte mischen fast überall mit

Ob bitter, sauer oder süss: Die Vertreterinnen der Zitrusfamilie gehören weltweit zu den am häufigsten gegessenen Früchten. In der schweizerischen Beliebtheitsskala läuft der Orange und der Mandarine nur gerade der Apfel den Rang ab.

Zitrusfrüchte sind heute aus keiner Küche mehr wegzudenken. Nicht nur für Kuchen und Getränke, auch für Salate, süsse und pikante Saucen sowie zum Konservieren sind sie unersetzlich.

Zum Weiterlesen und Schwelgen:

Lebensmittel aus Zitrusfrüchten

In der Lebensmittelindustrie werden neben frisch gepressten Säften, Fruchtsaftkonzentraten und Obstkonserven auch zahlreiche andere Produkte hergestellt, z.B.:

  • Pektin
    Den meisten ein Begriff ist Apfel-Pektin, das aus entsafteten, getrockneten Äpfeln hergestellt wird. Aus Zitrusschalen wird ebenfalls ein ausgezeichnetes Geliermittel gewonnen.
  • Granulat für Zitronentee
    Für Instant-Tee werden Zitronenschalen getrocknet, mit Zucker, Zitronensäure und Schwarztee-Extrakt gemischt und anschliessend mit Wasserdampf befeuchtet. Die Masse wird maschinell durch ein Lochsieb gepresst, und die so entstandenen «Würmer» werden anschliessend getrocknet.
  • Orangenmarmelade
    Sie ist nicht nur in England ein Must auf dem Frühstückstisch. Die leicht herbe Konfitüre aus Bitterorangen eignet sich auch hervorragend zum Backen oder Abschmecken von Saucen.
  • Orangeat und Zitronat
    Ebenfalls aus der Schale von Bitterorangen wird Orangeat hergestellt. Für Zitronat wird die weisse Innenschale der Zedratzitrone verwendet.

Geballte Ladung an Inhaltsstoffen

  • Botanik
    Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Immergrüne, Dornen tragende Bäume, die bis zu 10 Meter hoch werden. Alle Zitrusfrüchte stammen von drei Grundsorten ab: Pampelmuse (Riesenorange; nicht zu verwechseln mit der Grapefruit, die in Deutschland oft noch Pampelmuse genannt wird), Zitronatzitrone (Zedrat) und Mandarine.
  • Ursprung
    Ca. 2000 v. Chr. aus Südostasien (Japan, Südchina, malaiisches Archipel und Nordindien).
  • Anbau
    Im Zitrusgürtel, einem Gebiet zwischen dem 20. und 40. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators, auf 5 Kontinenten und in über 100 Ländern.
  • Wichtigste Produktionsgebiete
    Spanien, Italien, Türkei, Brasilien und Afrika.
  • Inhaltsstoffe
    Mehr als 400. Besonders reich an Vitamin C, aber auch an Vitamin B sowie wertvollen Mineralstoffen, z.B. Calcium und Kalium. Die Zitrussäuren begünstigen die Aufnahme des Calciums im Körper. Dank Kohlenhydraten und Faserstoffen sättigen Zitrusfrüchte kalorienarm und sind gut für die Verdauung.
Mehr als 400 Inhaltsstoffe weisen Zitrusfrüchte auf. Besonders bekannt sind sie als Vitamin-C-Quelle.
Mehr als 400 Inhaltsstoffe weisen Zitrusfrüchte auf. Besonders bekannt sind sie als Vitamin-C-Quelle.

Warum unbehandelte Zitronen verwenden?

Je nach Sorte dauert es von der Blüte bis zur Reife 6 bis 18 Monate. Da Zitrusfrüchte nach der Ernte nicht mehr weiterreifen, müssen sie ausgereift geerntet werden. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn ein bestimmtes Verhältnis zwischen Zucker und Fruchtsäure erreicht ist. Einige Früchte erreichen dieses vor der Ausbildung ihrer arttypischen Farbe, d.h., sie können bei der Ernte also durchaus noch grün sein. Deshalb werden sie meist diversen Nachbehandlungen zum Schutz und zur Haltbarmachung unterzogen:

  • Entgrünen
    Mittels Temperaturschock werden noch grüne Früchte zu einer schnellen Farbveränderung gebracht.
  • Wachsüberzug
    Damit die Früchte geschützt sind und schön aussehen, werden sie mit einer Wachsschicht überzogen. Diese kann sowohl natürlich (z.B. Bienenwachs) als auch chemisch hergestellt sein.
  • Konservierungsmittel
    Zusätzlich können Zitrusfrüchte mit Konservierungsmitteln (Fungiziden) behandelt sein, die einen Pilzbefall verhindern.

Nicht auszuschliessen ist auch, dass Rückstände von Insektiziden, die bereits beim Anbau gespritzt wurden, auf der Schale zurückgeblieben sind. Aus diesem Grund sollten in der Küche nur die Schalen von unbehandelten oder Bio-Früchten verwendet werden. Einige dieser Stoffe lassen sich nämlich auch durch gründliches Waschen nicht entfernen.

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Von G wie Grapefruit bis Z wie Zitrone

Tipps und Tricks

Wie die Zitrusfrüchte nach Europa kamen

Mit Alexander dem Grossen, der die Zedratzitronen von seinen Asien-Feldzügen (ab 334 v. Chr.) mitbrachte, kamen die ersten, damals noch ungeniessbar bitteren Zitrusfrüchte nach Europa. Zu jener Zeit kultivierte man sie vor allem wegen ihrer ätherischen Öle, die in der Medizin und als Parfüm Verwendung fanden.

Die Araber bauten die Bitterorange im 10. Jahrhundert in den westlichen Mittelmeerländern an. Im 15. Jahrhundert sorgten die Portugiesen für die Verbreitung der Süssorange in Europa. Schliesslich brachte Christoph Kolumbus eine Schiffsladung von Orangenbäumen nach Amerika.

Ab dem 16. Jahrhundert wurden an den europäischen Fürstenhöfen die ersten Sammlungen von Orangen- und Zitrusbäumen angelegt. Für die frostempfindlichen Pflanzen wurden z.T. prunkvolle Gewächshäuser gebaut, die auch Repräsentationszwecken dienten. Diese wurden sinngemäss Orangerien genannt.

Text: Sarah Ryser
Aktualisiert: 28. Dezember 2020