Picknick in Paris

Picknick in Paris

Es gibt nichts Stimmigeres, als ein «pique-nique parisien» auszurichten. Ob am Fusse des Eiffelturms oder im Park gleich um die Ecke: Das Savoir-vivre lässt sich überall sinnenfreudig zelebrieren. Lassen Sie sich von unseren köstlichen Ideen inspirieren und geniessen Sie ein «déjeuner sur l’herbe» im französischen Stil. C’est si bon!

Geniessen wie Gott in Frankreich

Paris ist ein Traum. Das Savoir-vivre wird im Freien ausgekostet: auf den Boulevards, an der Seine und in den weitläufigen Parks. Zur genüsslichen Lebensart gehört auch ein Picknick, pardon «pique-nique», mit ausgeklügelten Köstlichkeiten à la carte, begleitet von einem schönen Glas Wein. Kurzum, man lässt es sich gut gehen wie Gott in Frankreich.

Die Parks in Paris verlocken zu einem lauschigen «pique-nique»: Jardin des Tuileries mit dem Arc de Triomphe du Carrousel. Bild: Dorothee Schwarz
Die Parks in Paris verlocken zu einem lauschigen «pique-nique»: Jardin des Tuileries mit dem Arc de Triomphe du Carrousel. Bild: Dorothee Schwarz

Ein Königreich für eine Baguette

Die teiggewordene Ikone französischer Lebensart ist bis 70 cm lang, bis 6 cm breit und 250 bis 300 g schwer: die Baguette. Wie der Eiffelturm erlangte das Stangenbrot Weltruhm. Wer es erfunden hat, lässt sich nicht restlos klären. Einige vermuten seinen Ursprung im 18. Jahrhundert am königlichen Hof. Damals galt Weissbrot als verschwenderischer Luxus, der sogar zur Revolution geführt haben soll. Andere orten die Wurzeln der Baguettes im Wien des 19. Jahrhunderts, und wieder andere verweisen auf einen findigen polnischen Bäcker in Paris.

Das luftige Knusperbrot besteht lediglich aus Hartweizenmehl, Hefe und Wasser. Sein Geheimnis liegt in der langen Teigführung und daran, den Teig nach dem Aufgehen nicht mehr zu kneten. Waagrecht eingeschnitten, gelangen die Rohlinge in den Backofen. Springt die Kruste auf, kann man sich wie die Boulangers freuen: «La baguette chante.»

Rezept: Kernen-Baguettes

Diese Kernen-Baguettes werden vor dem Backen mit Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskernen bestreut.
Diese Kernen-Baguettes werden vor dem Backen mit Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskernen bestreut.

Sandwiches à la française

Kein Picknick à la française ohne Baguette: Das Stangenbrot ist geradezu prädestiniert für Sandwiches jeglicher Art. Längs aufgeschnitten und mit etwas Butter bestrichen oder mit Olivenöl beträufelt, kann es mit allem belegt werden, was Bauch und Gaumen begehren - von Käse über Fleisch und Fisch bis Salat und Gemüse oder Wienerli als himmlische Hotdog-Variante. Auch süss, mit Konfitüre, Frischkäse oder Früchten zubereitet, mundet die Baguette köstlich. Kurzum: Aus 70 cm Baguette lässt sich locker ein 7-Gang-Menü fürs Picknick zaubern.

Paris-Besucher kaufen die Delikatessen für ihren Doppeldecker in der Nähe des Eiffelturms ein. Der Marché Saxe Breteuil etwa lockt dienstags und donnerstags mit Gourmandisen wie französischem Käse, Oliven, Kräuter, Pilzen und natürlich knusprigen Baguettes. Auch empfehlenswert: La Grande Épicerie und Le Bon Marché, das älteste Kaufhaus von Paris.

Tipp: In den meisten Parks der französischen Hauptstadt ist es nicht erlaubt, den Rasen zu betreten, geschweige denn, darauf zu picknicken. Als Alternative bieten sich unzählige Parkbänke an.

Rezepte

Eine Baguette ergibt viele exquisite Picknick-Köstlichkeiten, zum Beispiel Käse-Baguette.
Eine Baguette ergibt viele exquisite Picknick-Köstlichkeiten, zum Beispiel Käse-Baguette.

Supplement und süsses Finale

Beim «déjeuer sur l’herbe», animiert von der Stadt der Liebe, sind süsse Versuchungen natürlich zwingend. Macarons, Pâtisseries und andere Leckereien französischer Confiseure sollten unbedingt gekühlt werden. Unproblemtisch fürs süsse Finale sind Tartes mit Früchten oder «au vin», Madeleines sowie Guetzli, auf Französisch Biscuits.

Rezepte

Madeleines sind ein feines Picknick-Dessert.
Madeleines sind ein feines Picknick-Dessert.

Zum Picknicken nach Paris

Der TGV ab Basel ist in drei Stunden in Paris. Nimmt man einen der Morgenzüge, kann man am Mittag bereits in Paris sein. Gerade richtig also fürs Picknick am Fusse des Eiffelturms. Der 324 Meter hohe Eisengigant, konstruiert vom Schweizer Ingenieur Maurice Koechlin und realisiert vom Unternehmer Gustave Eiffel, befindet sich beim Parc du Champ de Mars, wo es zahlreiche Bänke zum Geniessen gibt. Die zugeführten Kalorien wird man beim Ersteigen des Turms rasch wieder los. Bequeme nehmen den Lift. Eine Führung mit Blick hinter die Kulissen bietet Cultival (F/E).

Der Eiffelturm wartet mit diversen gastronomischen Betrieben auf. Im Parterre kann man sich an Imbissständen verpflegen, auf der ersten und zweiten Etage im «58 Tour Eiffel» bzw. im «Buffet Tour Eiffel». Nobel speist man im «Jules Verne», ebenfalls auf der zweiten Etage, in 123 Meter Höhe. Die «Champagner-Bar» lockt für Schwindelfreie im dritten Stock, in 320 Meter Höhe.

Infos


Text: Stephanie Riedi
26. Mai 2016

Die Baguette-Pastetli sind wie gemacht für ein abendliches Tête-à-Tête in gediegener Umgebung.
Die Baguette-Pastetli sind wie gemacht für ein abendliches Tête-à-Tête in gediegener Umgebung.


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