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Picknick in Paris

Es gibt nichts Stimmigeres, als ein «pique-nique parisien» auszurichten. Ob am Fusse des Eiffelturms oder im Park gleich um die Ecke: Das Savoir-vivre lässt sich überall sinnenfreudig zelebrieren. Lassen Sie sich von unseren köstlichen Ideen inspirieren und geniessen Sie ein «déjeuner sur l’herbe» im französischen Stil. C’est si bon!

 Bild: bab/stockfood

Geniessen wie Gott in Frankreich

Die Parks in Paris verlocken zu einem lauschigen «pique-nique»: Jardin des Tuileries mit dem Arc de Triomphe du Carrousel.

Bild: Dorothee Schwarz

Geniessen wie Gott in Frankreich

Paris ist ein Traum. Das Savoir-vivre wird im Freien ausgekostet: auf den Boulevards, an der Seine und in den weitläufigen Parks. Zur genüsslichen Lebensart gehört auch ein Picknick, pardon «pique-nique», mit ausgeklügelten Köstlichkeiten à la carte, begleitet von einem schönen Glas Wein. Kurzum, man lässt es sich gut gehen wie Gott in Frankreich.

Unser «déjeuner sur l’herbe» ist quasi eine lukullische Hommage an die französische Metropole und die Weltausstellung von 1889 in Paris, die sich heuer zum 125. Mal jährt. Damals punkteten vor allem die Süd- und Mittelamerikaner kulinarisch und kulturell. Die restliche Welt neidete den Franzosen die Hauptattraktion der internationalen Schau: die Eröffnung des Eiffelturms. Zu Ehren der damaligen Verführungskünstler servieren wir französisch und mexikanisch inspirierte Häppchen. Bon appétit!

Ein Königreich für eine Baguette

Diese Kernen-Baguettes werden vor dem Backen mit Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskernen bestreut.

Ein Königreich für eine Baguette

Die teiggewordene Ikone französischer Lebensart ist bis 70 cm lang, bis 6 cm breit und 250 bis 300 g schwer: die Baguette. Wie der Eiffelturm erlangte das Stangenbrot Weltruhm. Wer es erfunden hat, lässt sich nicht restlos klären. Einige vermuten seinen Ursprung im 18. Jahrhundert am königlichen Hof. Damals galt Weissbrot als verschwenderischer Luxus, der sogar zur Revolution geführt haben soll. Andere orten die Wurzeln der Baguettes im Wien des 19. Jahrhunderts, und wieder andere verweisen auf einen findigen polnischen Bäcker in Paris. Tatsache ist: Zur Zeit der Weltausstellung 1889 war die Baguette in aller Munde!

Das luftige Knusperbrot besteht lediglich aus Hartweizenmehl, Hefe und Wasser. Sein Geheimnis liegt in der langen Teigführung und daran, den Teig nach dem Aufgehen nicht mehr zu kneten. Waagrecht eingeschnitten, gelangen die Rohlinge in den Backofen. Springt die Kruste auf, kann man sich wie die Boulangers freuen: «La baguette chante.»

Rezept:

Sandwiches à la française

Eine Baguette ergibt viele exquisite Picknick-Köstlichkeiten, z.B. Gefüllte Parisettes.

Sandwiches à la française

Kein Picknick à la française ohne Baguette: Das Stangenbrot ist geradezu prädestiniert für Sandwiches jeglicher Art. Längs aufgeschnitten und mit etwas Butter bestrichen oder mit Olivenöl beträufelt, kann es mit allem belegt werden, was Bauch und Gaumen begehren - von Käse über Fleisch und Fisch bis Salat und Gemüse oder Wienerli als himmlische Hotdog-Variante. Auch süss, mit Konfitüre, Frischkäse oder Früchten zubereitet, mundet die Baguette köstlich. Kurzum: Aus 70 cm Baguette lässt sich locker ein 7-Gang-Menü fürs Picknick zaubern.

Paris-Besucher kaufen die Delikatessen für ihren Doppeldecker in der Nähe des Eiffelturms ein. Der Marché Saxe Breteuil etwa lockt dienstags und donnerstags mit Gourmandisen wie französischem Käse, Oliven, Kräuter, Pilzen und natürlich knusprigen Baguettes. Auch empfehlenswert: La Grande Epicerie und Le bon marché, das älteste Kaufhaus von Paris.

Tipp: In den meisten Parks der französischen Hauptstadt ist es nicht erlaubt, den Rasen zu betreten, geschweige denn, darauf zu picknicken. Als Alternative bieten sich unzählige Parkbänke an.

Rezepte:

Supplement und süsses Finale

An der Weltausstellung 1889 wurden in Paris auch Quesadillas serviert (oben). Die Tartelettes au vin (unten) sind ein feines Picknick-Dessert.

Supplement und süsses Finale

Inspiriert von der Weltausstellung 1889 in Paris, wird das «pique-nique parsisien» mit mexikanischen Häppchen angereichert. Laut Historikern verwöhnten damals die Länder Süd- und Mittelamerikas die Besucher mit Gaumenfreuden. Mexikos Exportschlager Quesadillas, Enchiladas, Tortillas und Fajitas etwa ergeben superbe Sandwiches, die, mit Wurstpapier oder Serviette umwickelt, gut von Hand gegessen werden können. Zum Belegen bietet sich zum Beispiel würziges Poulet, saftiges Steak oder cremige Guacamole an. Dazu passen kalte Suppen und Salate.

Rezepte:


Beim «déjeuer sur l’herbe», animiert von der Stadt der Liebe, sind süsse Versuchungen natürlich zwingend. Macarons, Pâtisseries und andere Leckereien französischer Confiseure sollten unbedingt gekühlt werden. Unproblemtisch fürs süsse Finale sind Tartes mit Früchten oder «au vin», Madeleines sowie Guetzli, auf Französisch Biscuits.

Rezepte:

Zum Picknicken nach Paris

Die Baguette-Pastetli sind wie gemacht für ein abendliches Tête-à-Tête in gediegener Umgebung.

Zum Picknicken nach Paris

Der TGV ab Basel ist in 3 Stunden in Paris. Fährt man zum Beispiel um 8.34 Uhr ab, ist man um 11.37 Uhr in Paris. Gerade richtig also fürs Picknick am Fusse des Eiffelturms. Der 324 Meter hohe Eisengigant, konstruiert vom Schweizer Ingenieur Maurice Koechlin und realisiert vom Unternehmer Gustave Eiffel, befindet sich beim Parc du Champ de Mars, wo es zahlreiche Bänke zum Geniessen gibt. Die zugeführten Kalorien wird man beim Ersteigen des Turms rasch wieder los. Bequeme nehmen den Lift. Eine Führung mit Blick hinter die Kulissen bietet Cultival (F/E).

Der Eiffelturm wartet mit diversen gastronomischen Betrieben auf. Im Parterre kann man sich an Imbissständen verpflegen, auf der 1. und 2. Etage im «58 Tour Eiffel» bzw. im «Buffet Tour Eiffel». Nobel speist man im «Jules Verne», ebenfalls auf der 2. Etage, in 123 m Höhe. Die «Champagner-Bar» lockt für Schwindelfreie im 3. Stock, in 320 m Höhe.

Infos:


Text: Stephanie Riedi

5. September 2016