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MagazinDossiersSurprise 3: Ravioli: Verführerischer Inhalt - fein umhüllt!

Ravioli: verführerischer Inhalt - fein umhüllt!

Ravioli, Tortellini, Triangoli, Agnolotti: Wir alle lieben die feinen italienischen Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch, Fisch, Geflügel oder frischem Gemüse und mit einer Salsa ganz nach unserem Gusto! Teigtaschen in verschiedenen Grössen und Formen findet man jedoch nicht nur in Italien. Im dritten Teil unserer kleinen Serie «Surprise» enthüllen wir den verführerischen Inhalt von Täschli und Taschen aus aller Welt.

Ravioli: Gewohntes in neuer Verpackung

Die Hülle machts aus: In der richtigen Verpackung entpuppen sich alltägliche Zutaten als raffinierte Füllung.

Ravioli: Gewohntes in neuer Verpackung

Weshalb die gefüllten Teigwaren Ravioli genannt werden, ist nicht eindeutig geklärt. Eine Möglichkeit ist, dass sich die Bezeichnung vom Genueser Dialektwort «rabioli» ableitet, was so viel bedeutet wie Resten. Also Essensresten, die verkleinert, in Teig gehüllt und anschliessend als neues Gericht serviert wurden. Es wird erzählt, dass Seefahrer im Mittelalter so ihren monotonen Menüplan aufgewertet hätten.

Der Begriff Ravioli könnte aber auch auf das lateinische «rapa» oder «rapum» zurückgeführt werden, das mit dem deutschen Wort Rübe verwandt ist. Es wird überliefert, dass in Mangelzeiten Rüben in Teig eingepackt wurden, um die Familie satt zu machen und ihr dabei den Anblick des immer gleichen Gemüses zu ersparen.

Rezept: Ravioli ricotta e prosciutto (Ravioli mit Ricotta und Schinken)

Ravioli e fratelli - die echten Italiener
Das Formen der Tortellini erfordert etwas Fingerfertigkeit.
Ravioli e fratelli - die echten Italiener

Bei uns sind die Ravioli die bekanntesten und wohl auch am meisten gegessenen gefüllten Teigwaren. Die rechteckige Form ist denn auch die einfachste. Aus derselben Familie kommen aber auch ein paar nicht weniger köstliche Vertreter, die sich durch ihre Füllung, Form, Falttechnik und Zubereitung von den Ravioli unterscheiden.

Wenn es einmal schnell gehen soll und man sich die aufwändige Handarbeit ersparen will, arbeitet man mit ausgewalltem Pastateig und dem neuen Raviolino von Betty Bossi. Im Nu bereiten Sie damit perfekt verschlossene Ravioli zu!

Raviolino

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Ravioli, selbst gemacht – perfekt verschlossen!

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Rund, rechteckig oder ringförmig: Ravioli aus Italien

Ravioli - einfache Form Ravioli - einfache Form Den Teig mit dem Teigrädchen in breite Streifen schneiden. Füllung in haselnussgrossen Portionen auf eine Seite der Teigstreifen setzen. Freie Teighälfte bestreichen, über die Füllung legen. Kanten zusammendrücken, dabei eingeschlossene Luft herausdrücken. Ravioli mit dem Teigrädchen voneinander trennen.
Maultaschen - Not macht erfinderisch

In schwäbischen Maultaschen lässt sich so manches verbergen: Zisterzienser-Mönche machten es vor.

Maultaschen - Not macht erfinderisch

Eine starke und nicht minder delikate Konkurrentin aus dem Norden ist die Maultasche. Die Teigtasche aus Schwaben variiert in ihrer Grösse; oft reicht sie sogar bis an den Tellerrand. Auch dieses Gericht blickt auf eine lange Tradition zurück. Ursprünglich bestand die Füllung aus Wurst, Fleisch, Spinat, Brot und Eiern, gewürzt mit Muskatnuss und Pfeffer. Wie bei den Ravioli sind heute der Rezeptvielfalt keine Grenzen gesetzt.

Maultaschen sind in Schwaben auch unter dem Namen Herrgotts Bscheisserle bekannt. Zisterzienser aus dem Kloster Maulbronn sollen die Maultaschen während des Dreissigjährigen Krieges erfunden haben. Während der Fastenzeit erhielten die hungernden Mönche ein grosses Stück Fleisch. Weil aber während des Fastens der Verzehr von Fleisch verboten war, schnitten sie es in kleine Stücke und versteckten es zusammen mit Spinat und anderen Zutaten in Teigtaschen. So versuchten sie, ihren Herrgott hinters Licht zu führen und nicht beim Sündigen erwischt zu werden.

Rezept: Mini-Maultaschen

Gefüllte Teigwaren aus aller Welt
Die Hülle der chinesischen Ravioli (Wontons) besteht aus Reisteig.
Gefüllte Teigwaren aus aller Welt

Nicht nur die Italiener und die Schwaben sind bekannt für ihre gefüllten Teigwaren. Fast auf der ganzen Welt findet man Rezepte für Teigtaschen in verschiedenen Grössen und Formen und mit unterschiedlichen Füllungen.

Zur Einstimmung ins tibetische Neujahr (am 19. Februar 2015 beginnt das Jahr des Holzschafes) essen die Tibeterinnen und Tibeter besondere Teigkugeln. Einerseits gibt es solche in zwölf verschiedenen Formen, andererseits identisch geformte, in denen zwölf Dinge (z.B. Kohle, Chili, Salz, Wolle) versteckt werden. Diese Teigkugeln werden in der sogenannten Guthug-Suppe gegessen, die aus neun Zutaten besteht. Diese symbolisieren die neun Tugenden. Die Teigkugeln, die man in seinem Teller hat, sagen etwas aus über die Charakterzüge, die im neuen Jahr vorherrschend sein werden - sowohl positive als auch negative! Dieser tibetische Brauch ist im folgenden Blogbeitrag beschrieben:

Guthug - tibetische «Silvestersuppe»

Hier ein paar weitere Beispiele aus aller Welt:

Tibet, Tirol, Türkei: Teigtaschen rund um den Globus

Schlutzkrapfen Schlutzkrapfen Der Teig der Tiroler Spezialität wird aus einer Mischung von Roggen- und Weizenmehl zubereitet. Die Füllung besteht traditionellerweise aus Kartoffeln. Im Südtirol (Italien) werden auch Spinat und Quark verwendet. Bild: bab.ch/StockFood
Der spezielle Tipp: Ravioli tiefkühlen lohnt sich!

Jederzeit bereit: feine selbst gemachte Ravioli aus dem Tiefkühler.

Der spezielle Tipp: Ravioli tiefkühlen lohnt sich!

Ravioli selber machen ist ziemlich aufwändig, darum lohnt es sich, gleich die doppelte Menge zuzubereiten und die Hälfte davon tiefzukühlen. Damit sie aber nach dem Tiefkühlen nicht aneinanderkleben, Ravioli lose auf einem Blech tiefkühlen und anschliessend in Tiefkühlbeutel füllen. Haltbarkeit: ca. 1 Monat. Ravioli tiefgekühlt im siedenden Salzwasser al dente kochen.

Text: Sarah Ryser

16. Februar 2015