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MagazinDossiersDer perfekte Weihnachtsbraten

Der perfekte Weihnachtsbraten

Es muss nicht immer Filet sein, ein schöner Braten mit einer feinen Sauce macht auf der Festtafel eine ebenso gute Falle wie das Edelstück. Er ist ideal für eine grössere Gästerunde, und einmal im Ofen, bereitet er sich fast schon von alleine zu. Ob schmoren, braten oder niedergaren: Es führen viele Wege zum perfekten Weihnachtsbraten!

Glanzstücke aus dem Ofen

Dieser Schweinsbraten wird während des Bratens regelmässig mit einer Mischung aus Honig, Bouillon und Süsswein übergossen.

Glanzstücke aus dem Ofen

Den goldbraunen, knusprigen Braten darf man seinen Gästen vor dem Tranchieren ruhig stolz präsentieren. Denn das Glanzstück, das wir während der anderthalb Stunden im Ofen immer wieder liebevoll mit Bratflüssigkeit übergossen haben, verdient es, zuerst mit den Augen gegessen zu werden. Glasieren nennt sich die Methode, die dem Braten zu mehr Glanz und Gloria verhilft. Sie eignet sich vor allem für Fleischstücke von Kalb und Schwein, die gut durchgebraten werden müssen. Zum Glasieren können Wein, Bouillon, Fond, aber auch Honig und Orangensaft wie in unserem weihnächtlichen Rezept verwendet werden, und natürlich tragen auch die Würzmischung und die Bratengarnitur (z.B. Äpfel, Marroni, Schalotten, Orangenscheiben) das ihre dazu bei.
 

Rezepte

Die Engländer machens vor

Typisch für diesen Hohrücken nach englischer Art ist die schön knusprige Kruste.

Die Engländer machens vor

Die Engländer mögen ihren Braten am liebsten schön kross und ohne Flüssigkeitsbeigabe. Sie braten das Fleisch bei 240 Grad so lange an, bis sich eine Kruste gebildet hat. Danach wird die Temperatur reduziert und das Stück weitergebraten, bis es die gewünschte Garstufe (Kerntemperatur) erreicht hat:

 

  • Bleu
    Innen roh, 45 bis 50 Grad.
  • Saignant
    2 bis 3 mm dicke, durchgebratene Schicht, innen rot, 50 bis 55 Grad.
  • A point
    4 bis 5 mm dicke, durchgebratene Schicht, innen rosa, 60 Grad.


«Nach englischer Art» wird denn auch diese Methode genannt, die sich insbesondere für gut gelagerte, zarte Stücke von Rind, Lamm und Wild eignet, die nicht ganz durch, sondern rosa gebraten werden sollen.
 

Rezepte

 

Miele

Schmorbraten: magische Mocken

Grosis Sauerbraten: Einmal im Ofen, bereitet sich dieser Klassiker schon fast von alleine zu.

Schmorbraten: magische Mocken

Der Schmorbraten ist ein Gesamtpaket: Fleisch, Sauce und Gemüse können zusammen zubereitet werden. Das ist natürlich besonders praktisch, wenn man Gäste hat. Zudem lässt einem die lange Schmorzeit genügend Zeit für Beilage, Vorspeise und Dessert.

Schmoren, französisch braiser, bedeutet, ein angebratenes Stück Fleisch zugedeckt in wenig Flüssigkeit (z.B. Bouillon, Apfelwein, Bier, Wein) bei sanfter Hitze zu garen. So bleibt es saftig und wird zart. Einen grösseren Braten mit allem Drum und Dran lässt man am besten in einer grosszügigen Braisière im Ofen schmoren. Geeignete Fleischstücke sind:

 

  • Kalb: Schulter, runder Mocken.
  • Rind: Hals, Huftdeckel, Hohrücken, Schulter, Stotzen.
  • Schwein: Schulter, Hals.

 

Rezepte

Niedergaren: ideal fürs Festessen

Wunderbar zart und saftig wird dieser niedergegarte Kotelettbraten mit Käsekruste.

Niedergaren: ideal fürs Festessen

Bei der Niedergarmethode wird der Braten bei relativ hoher Temperatur gut angebraten und dann bei niedriger Temperatur (80 Grad) im Ofen schonend und langsam fertig gegart. Das Resultat: Das Fleisch ist sehr saftig und wunderbar zart. Ein weiterer Vorteil: Während der Braten im Ofen gart, kann man sich der Sauce und den Beilagen widmen und den Tisch schön decken. Das Fleisch ist fertig, wenn es die richtige Kerntemperatur erreicht hat (je nach Stück 55 bis 65 Grad). Danach lässt es sich ohne Qualitätseinbusse bis zu 1 Stunde bei 60 Grad im Ofen warm halten. Das ist ein weiterer grosser Vorteil, wenn Gäste geladen sind, weil man sich nicht auf die Minute genau zu Tische setzen muss. Geeignete Fleischstücke sind:

 

  • Rind: Roastbeef, magerer Hohrücken, Filet am Stück.
  • Kalb: Hohrücken, Filet, falsches Filet, runde Nuss.
  • Schwein: Nuss, Filet, Nierstück am Stück, Koteletts am Stück.
  • Lamm: Gigot, Rack (Carré), Nierstück.


Rezepte

Fleisch am Knochen: das ganze Vergnügen

Dieses Gigot mit der herrlichen Kruste wurde nach englischer Art, also heiss, gebraten.

Fleisch am Knochen: das ganze Vergnügen

Wer gerne Fleisch am Knochen hat und auch das Tranchieren nicht scheut, entscheidet sich für ein Lammgigot. Die Keule wird in eine würzige Marinade eingelegt und evtl. mit Knoblauch gespickt (wers mag) - und ab in den Ofen. So weit sind sich die meisten Köchinnen und Köche noch einig. Nachher haben sie die Qual der Wahl zwischen der klassischen «heissen» (180 bis 200 Grad) und der Niedergarmethode (80 Grad). Der Unterschied liegt nicht nur in der Zubereitungsdauer (1½ bzw. 3 Std.), sondern auch in der Konsistenz des Fleisches. Eine schöne Kruste und einen herrlichen Bratengeschmack erhält man mit der herkömmlichen Methode, zartes, saftiges, hellrosafarbenes Fleisch beim Niedergaren. Die Kerntemperatur sollte am Ende 60 Grad betragen.

Rezept

Tolle Rollen: Rollbraten & Co.

Die Kürbis-Nuss-Füllung bildet nach dem Aufschneiden des Rollbratens ein interessantes Muster.

Tolle Rollen: Rollbraten & Co.

Einige der guten Stücke lassen sich herrlich füllen. Man schneidet in der Mitte des Fleisches eine Tasche ein oder bringt Längsschnitte an und füllt diese mit einer feinen Füllung. Oder man lässt sich vom Metzger einen Braten so zurechtschneiden, dass man ihn anschliessend selber füllen und zu einem Rollbraten aufrollen kann. Wenn der fertige Braten aufgeschnitten wird, entsteht ein interessantes Muster.

Rezepte

Passende Braten-Beilagen

Die Mandelpolenta ist geschmacklich und farblich perfekt auf den Kalbsbraten an Portweinsauce abgestimmt.

Passende Braten-Beilagen

Was wäre der beste Braten ohne die passende Beilage? Hier ein paar Vorschläge:

 

  • Weihnachtsbraten mit Orangensauce
    Dazu passt: Zimt-Bratkartoffeln.
  • Arista al vin santo (Braten mit Vin Santo)
    Dazu passen: Taglierini.
  • Hohrücken nach englischer Art
    Dazu passen: Ofen-Pommes-frites, Gratin dauphinois, Risotto.
  • Lammkrone mit Ananasfüllung
    Dazu passen: Bratkartoffeln, Polenta, Risotto.
  • Grosis Sauerbraten
    Dazu passen: Polenta, Nudeln, Kartoffelstock.
  • Brasato al Barolo
    Dazu passen: Risotto, Polenta.
  • Kotelettbraten mit Käsekruste
    Dazu passen: Risotto, Polenta.
  • Kalbsbraten an Portweinsauce
    Dazu passt: Mandelpolenta.
  • Lammgigot
    Dazu passt: Kartoffelgratin.
  • Rindsrollbraten mit Kürbis-Nuss-Füllung
    Dazu passt: Kartoffelstock.
    Aargauer Braten
    Dazu passt: Goldknöpfli.


Text: Daniela Rinderknecht

 

9. Dezember 2013