Stillen - das zweite Wunder

Stillen - das zweite Wunder

Die Geburt dieses kleinen Lebens, das so klein, aber dennoch komplett aus dem Mutterbauch schlüpft, fühlt sich an wie ein Wunder. Das zweite Wunder folgt sogleich, wenn der Sprössling an der Brust nuckelt und mit der hausgemachten Milch rundum versorgt wird. Freuen Sie sich, wenn Sie stillen können. Es sind wunderschöne Momente der Nähe, und zudem hat das Wunderwerk Muttermilch ganz viele Vorteile. Essen Sie ausgewogen, damit Sie und die Milch im Fluss bleiben.

Stillen liegt im Trend

Stillen liegt im Trend. Die Anzahl der gestillten Kinder nimmt laufend zu. Gemäss der letzten Erhebung des BAG (2014) werden 95% aller Säuglinge gestillt. Das ist erfreulich, denn Stillen hat so viele Vorteile.


Muttermilch

  • hat eine optimale Nährstoffzusammensetzung.
  • passt sich laufend den Bedürfnissen des Kindes an.
  • stärkt die Immunabwehr (Antikörper der Mutter sind in der Milch enthalten)
  • ist jederzeit und überall in der richtigen Temperatur verfügbar
  • erhöht das Glückshormon Prolaktin
  • ändert je nach Mahlzeit der Mutter den Geschmack und fördert die Geschmacksentwicklung des Kindes
  • ist ökologisch und ökonomisch
Stillen fördert die Bindung von Mutter und Kind.
Stillen fördert die Bindung von Mutter und Kind.

Gute Nahrung - gute Milch

Die Mutter produziert während der Stillzeit rund 780 ml Milch pro Tag. Ein Teil der Energie wird aus den Fettdepots der Schwangerschaft beigezogen und etwa 500 kcal pro Tag sollte die Stillende zusätzlich essen. Das entspricht faktisch einer Tafel Schokolade, aber für die Muttermilch braucht es nicht bloss zusätzliche Energie, sondern auch zusätzliche Nährstoffe. Achten Sie auf reichhaltige, gut sättigende Haupt- und Zwischenmahlzeiten, damit Sie nicht in ein Heisshungerloch fallen. Nahrhafte Energiekugeln, die Sie einhändig essen können, können am Anfang die Rettung in der (Hungers-)Not sein.

Mindestens so wichtig wie die zusätzliche Energie ist das Wasser. Trinken Sie 2-3 Liter pro Tag, und haben Sie auch nachts eine Wasserflasche in greifbarer Nähe.

Tipp: Richten Sie sich eine gemütliche Stillecke ein, und stillen Sie in der Stille. Halten Sie dort stets frisches Wasser oder Tee und ein Schälchen mit Dörrfrüchten und Nüssen bereit, damit Sie während der strengsten Zeit auch gleich wieder etwas auftanken können.

Lassen Sie sich Energiekugeln mit wertvollen Zutaten schenken.
Lassen Sie sich Energiekugeln mit wertvollen Zutaten schenken.

Milch macht Milch

Ein schönes Ritual ist es, abends noch eine warme Milch mit Honig oder eine Ovomaltine zu trinken. Auch wenn Sie bis jetzt nicht zu den Milchtrinkerinnen gehörten, in der Stillzeit ist das Trinken einer Milch für viele Frauen sehr erfüllend und nährend. Sie können die Milch auch mit feinen Gewürzen anreichern. Ingwer, Zimt, Kardamom, Sternanis, Nelke und Safran passen gut. Da die Wirkstoffe auch in die Muttermilch übergehen, unterstützt der wärmende Ingwer auch die Verdauung Ihres Babys, und Sternanis fördert die Milchbildung. Entweder kochen Sie die Milch mit den ganzen Gewürzen auf, oder Sie können, wenns schneller gehen soll, zum Schluss gemahlene Gewürze zugeben. Achten Sie beim Kauf auf eine qualitativ hochwertige Milch, entweder frisch ab Hof oder eine Bio- oder Demeter-Milch aus dem Kühlregal. Denn auch bei der Kuh gehen Stress und Schadstoffe in die Milch über.

Eine Milch mit Datteln ist ein wahres Kraftpaket.
Eine Milch mit Datteln ist ein wahres Kraftpaket.

Was darf ich in der Stillzeit essen?

Grundsätzlich dürfen Sie alles essen. Jeder Körper reagiert anders. Achten Sie in erster Linie darauf, was Sie selbst gut vertragen, das verträgt auch Ihr Kindlein besser. Es hat bereits in der Schwangerschaft über das Fruchtwasser geschmacklich an Ihren Mahlzeiten teilgenommen. Was es bereits kennt, wird es wahrscheinlich besser annehmen. Wenn Ihr Baby Krämpfe hat, dann kann, muss es aber nicht vom Essen her kommen. Nahrungsmittel wie Kohl, Zwiebeln, Knoblauch, grobe Bohnen oder auch Rohkost am Abend können in Einzelfällen Blähungen im Babybauch verursachen. Lassen Sie versuchsweise kritische Nahrungsmittel weg. Beobachten Sie gut, und besprechen Sie die Situation mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.

Koffein und Alkohol gehen in die Muttermilch über. Achten Sie beim Kaffee darauf, dass Sie keinen oder maximal zwei Tassen trinken. Beim Alkohol ist der totale Verzicht das beste fürs Kind, da es für die junge Leber sehr anstrengend ist, den Alkohol abzubauen. Wenn es trotzdem einen Anlass gibt, bei dem Sie anstossen wollen, dann gehen Sie sicher, dass es bei einem Glas bleibt.