Vegetarisch oder vegan für mein Baby?

Vegetarisch oder vegan für mein Baby?

Vegetarische Ernährung liegt im Trend. Sei es aus ethischen Gründen, aus Liebe zur Natur und zu den Tieren oder auch aus Geschmacksgründen - es gibt viele Gründe, auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten. Auch Ihr Baby kann sich vegetarisch gut entwickeln, solange dafür gesorgt ist, dass es die wichtigen Nährstoffe, die Fleisch und andere tierische Produkte liefern, in einer vegetarischen Variante erhält.

Fleischlos glücklich

In der Schweiz verzichten 10 Prozent der Bevölkerung auf Fleisch, während 2 Prozent ganz auf tierische Produkte verzichten, also vegan leben. Die meisten Vegetarier hierzulande verzichten auf Fleisch und Fisch, während Eier, Milch und Milchprodukte den Speiseplan bereichern. Fachsprachlich wird diese Art von Kost als ovo-lakto-vegetarisch bezeichnet (ovo steht für Ei und lakto für Milch). Für Vegi-Babys ist das Stillen bis zum ersten Lebensjahr besonders zu empfehlen, da die Muttermilch alles liefert, was Ihr Kind braucht.

Eisen im Fokus

Wenn Sie auf Fleisch verzichten wollen, dann ist es umso wichtiger, dass Sie auf naturbelassene Nahrungsmittel achten, die eine hohe Nährstoffdichte haben. Fleisch liefert viel Eiweiss, Eisen und die Vitamine des B-Komplexes. Das Spurenelement Eisen ist bei der Blutbildung und der Sauerstoffverteilung im Körper ein entscheidender Faktor. Bekommt Ihr Kind nun keine fleischhaltigen Breie, kann es das Eisen aus anderen tierischen und pflanzlichen Quellen nutzen. Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Eigelb und auch einige Gemüse, wie Erbsli und Spinat, sind Eisenlieferanten. Wichtig zu wissen ist, dass Vitamin C die Eisenaufnahme fördert.

Tipp: Mischen Sie ein bis zwei Esslöffel Fruchtsaft unter die Mahlzeit, denn Vitamin C fördert die Eisenaufnahme.

Broccoli und Peperoni sind Vitamin-C-reiche Gemüse.
Broccoli und Peperoni sind Vitamin-C-reiche Gemüse.

Milch und Ei im Fokus

Eier sind ein wertvoller Eiweiss- und Eisenlieferant und für kleine Kinder sehr praktisch, da sie weich sind und gut von Hand gegessen werden können. Ein gekochtes Eigelb lässt sich auch einfach unter den Brei mischen. Das Eiweiss können Sie hacken und zum Beispiel über Ihren Salat streuen.

Es sei hier nochmals gesagt: Muttermilch ist das beste Nahrungsmittel für das Kind. Kuhmilch passt in einen Milch-Getreidebrei, ist aber als Schoppenmahlzeit erst ab dem ersten Lebensjahr empfohlen. Joghurt, Quark und Hüttenkäse sind ebenfalls wertvolle Zutaten in einem Babybrei. Sie passen gut in einen Früchte- oder Gemüsebrei. Reine Kuhmilch im Schoppen wird erst ab dem ersten Lebensjahr empfohlen, da der Eiweiss- und Fettgehalt deutlich höher ist als bei der Muttermilch. Gerade umgekehrt ist es bei einer sogenannten Pflanzenmilch, wo der Eiweiss- und Fettgehalt tiefer ist als in der Muttermilch, weshalb sie weniger gut nährt und sättigt. Mandel-, Reis oder Haferdrinks sind grundsätzlich wertvoll und passen gut in einen Brei, sind aber nicht als Milchersatz zu verwenden.

Ein zerdrücktes Eigelb lässt sich leicht untermischen. Es reichert den Brei mit Eiweiss und Eisen an.
Ein zerdrücktes Eigelb lässt sich leicht untermischen. Es reichert den Brei mit Eiweiss und Eisen an.

Hülsenfrüchte - die vegetarischen Eiweiss-Cracks

Hülsenfrüchte gibt es in den unterschiedlichsten Arten. Sie sind reich an Eiweiss, Eisen, B-Vitaminen und Nahrungsfasern. Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen bereichern die Alltagsküche – insbesondere in einer fleischlosen Küche sind sie ein Muss. Je kleiner die Hülsenfrucht, umso leichter verdaulich ist sie. Für Babys sind geschälte und halbierte Linsen ideal. Sie verkochen leicht zu einem Brei und blähen nicht. Ebenso einfach lässt sich Tofu, ein Produkt der Sojabohne, zu einem Brei verarbeiten. Den vegetarischen Brei können Sie mit einem Teelöffel Nussmus aufpeppen und gleichzeitig aufwerten, da Nüsse ebenfalls einen Anteil Eiweiss liefern und Ihr Baby mit wertvollen Fetten versorgen.

Tipp: Den feinen Seidentofu können Sie ohne Pürieren mit der Gabel unter den warmen Brei mischen.

Rezepte:

Ein Tofubrei hat eine angenehm sämige Konsistenz.
Ein Tofubrei hat eine angenehm sämige Konsistenz.

Vegan – die rein pflanzliche Ernährung

Eine vegane Ernährung geniesst aktuell eine grosse Präsenz in den Medien. Die Meinungen darüber gehen stark auseinander und sind auch emotional geprägt. Genauso sieht es auch bei den Empfehlungen der verschiedenen Fachgesellschaften aus.

Wenn Sie und Ihr Baby vegan leben, ist es wichtig, dass Sie einige Nährstoffe im Blick haben und von einer Fachperson begleitet werden. Schulmedizinisch ist die vegane Ernährung für Babys und Kleinkinder nicht empfohlen, da nicht alle Nährstoffe abgedeckt werden können. Insbesondere wird es ohne Milch schwierig, die Zufuhr an Kalzium zu decken, was für die Knochenbildung wichtig ist. Geradezu unmöglich wird es beim Vitamin B12, da dieses nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Eine Ausnahme stellen fermentierte pflanzliche Produkte dar, wie zum Beispiel Sauerkraut.
Fazit: Je mehr Sie weglassen, umso grösser muss Ihr Ernährungswissen sein, damit Ihr Kleinstes die besten Voraussetzungen für ein gutes Gedeihen hat.