Sind Älplermagronen nachhaltig? Green Betty liefert Antworten
Mit «Green Betty» will Betty Bossi das Bewusstsein für umweltschonende, nachhaltige Ernährung stärken. Projektleiterin Stephanie Wüthrich erläutert im Interview mit dem GaultMillau Magazin, was hinter der Initiative steckt – und wie Konsumentinnen und Konsumenten im Alltag davon profitieren.
Stephanie
Produktmanagerin Digital & Projektleiterin Green Betty
Mit «Green Betty» fördert Betty Bossi das Bewusstsein für umweltschonende, nachhaltige Ernährung. Welches sind die zentralen Punkte des Projekts?
Nachhaltigkeit ist oft sehr komplex, dehalb liegen Betty Bossi Verständlichkeit und Umsetzbarkeit sehr am Herzen. Wir bewerten die Ökobilanz jedes Rezepts mit der eigens dafür geschaffenen «Green Betty»-Skala.
Wie ist die Skala aufgebaut?
Sie reicht von 1 bis 5 und orientiert sich sowohl an den Zutaten als auch an deren Menge. 1 entspricht dem heutigen Durchschnitt der Gesamtumweltbelastung in der Schweiz, 5 einer in puncto Nachhaltigkeit idealen Ernährung. Alles, was über 1 liegt, stellt bereits eine Verbesserung dar. Wenn wir neue Rezepte kreieren, peilen wir oft die Stufen 4 und 5 an. Diese Challenge macht Spass!
Können sich Konsumentinnen und Konsumenten auch einer Challenge stellen?
Natürlich! Auf unserer Website lassen sich Rezepte gezielt nach diesen Kriterien filtern. Auch der Wochenplan liefert Inspiration. Wir möchten mit «Green Betty» nicht zum Verzicht aufrufen, sondern genussvolle Optionen mit Zukunft aufzeigen und mit Ernährungsmythen aufräumen.
Welcher Mythos hält sich besonders hartnäckig?
Dass ein vegetarisches oder veganes Gericht automatisch umweltverträglicher sei als eins mit Fleisch. Entscheidend sind viele Faktoren, vor allem die Anbauart ist wichtig. Gewächshaustomaten verursachen ausserhalb der Saison deutlich mehr Umweltbelastung als Freilandtomaten im Sommer. Auch vegetarische Gerichte mit viel Käse oder Rahm sind weniger nachhaltig als solche mit etwas Speck. Zudem wird der Einfluss.
Stichwort Speck: Sind Älplermagronen ein nachhaltiges Gericht?
Ja, sie erreichen auf der Skala 4 von 5 Punkten. Das überrascht viele Leute immer sehr. Viele traditionelle Rezepte schneiden gut ab, weil Fleisch nicht die Hauptzutat ist, sondern ein Geschmacksgeber. Auch Spaghetti Carbonara kommt auf 4 Punkte. Eine vegetarische Spargelpasta ist dagegen nur während der Saison nachhaltig. Darum passt sich die «Green Betty»-Skala von Monat zu Monat an.
Wessen Idee war das Projekt «Green Betty» eigentlich?
Unserem Geschäftsführer Lars Feldmann schwebte eine solche Initiative schon seit Langem vor. Wir mussten aber erst die technischen Voraussetzungen schaffen. Auch die Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften war und ist ein wichtiges Element von «Green Betty». Wenn wir heute ein Rezept schreiben, rechnet unser Rezeptsystem fortlaufend aus, wie hoch die Belastung für die Umwelt ist.
Der Hebel der national verankerten Marke Betty Bossi ist enorm.
Und genau deshalb wollen wir unsere Verantwortung unbedingt wahrnehmen. Bei 4,8 Millionen Rezeptaufrufen pro Monat und 1,5 Millionen Leserinnen und Lesern unseres Magazins können und und möchten wir sehr viel bewirken.
Dieses Interview von Alexander Kühn erschien am 6. März 2026 im GaultMillau Magazin als Beilage zur Schweizer Illustrierten und L'Illustré.