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MagazinDossiersTime for Tea, Gebäck und gute Gespräche

Time for Tea, Gebäck und gute Gespräche

Warum nicht die Freunde einmal zum Nachmittagstee einladen? Tischtuch und Stoffservietten, feiner Schwarztee und eine Etagere, die nach allen Regeln der Kunst bestückt ist: So wird der Afternoon Tea richtig gediegen. Und bei Schwarztee, Scones und Sandwiches entwickeln sich die besten Gespräche - Sie werden sehen!

Unterhalten Sie sich gut!

Einladung zum Nachmittagstee mit Stil: die ideale Gelegenheit, dem gestärkten Tischtuch und dem edlen Porzellan zu einem Auftritt zu verhelfen.

Bild: bab.ch/StockFood

Unterhalten Sie sich gut!

Teetrinken ist in Grossbritannien eine Frage des Stils. Die 350-jährige Tradition geht auf die Portugiesin und Teeliebhaberin Katarina von Braganza zurück. Als sie den englischen König Charles II. heiratete, wurde sie zur Trendsetterin. Der Afternoon Tea als Zwischenmahlzeit ist bis heute eine wunderbare nachmittägliche Auszeit. Viele Londoner Hotels der gehobenen Klasse (wie das Dorchester und das Ritz) und Luxuswarenhäuser (wie Harrods und Fortnum & Mason) pflegen die elegante Tradition. Auch junge Briten wissen die gediegene Atmosphäre und die guten Gespräche, die sich bei Tee und Gebäck entwickeln, wieder vermehrt zu schätzen. Für zu Hause heisst das: Endlich dürfen das gestärkte Tischtuch, die Stoffservietten und die Porzellantassen präsentiert werden.

Unbedingt dazu gehört die Etagere als Bühne für die Köstlichkeiten. Wenn sie keine solche besitzen, können Sie improvisieren. Denn aus dekorativen Tassen und verschieden grossen Tellern entsteht rasch eine Etagere der Marke Eigenbau (siehe Titelbild), die originell aussieht und erst noch ein Unikat ist!

Zartes mit Toastbrot

Das traditionelle Cucumber-Sandwich besteht nur aus Gurkenscheiben und leicht mit Butter bestrichenem Toastbrot.

Bild: bab.ch/StockFood

Zartes mit Toastbrot

Zum Afternoon Tea gehören sowohl süsse als auch pikante Köstlichkeiten. Zunächst einmal Sandwiches. Das sind erlesene Zartheiten, fürs Auge und den Gaumen sowieso. Für das berühmte Cucumber-Sandwich werden hauchdünne Gurkenscheiben zwischen zwei leicht mit Butter bestrichene Schnitten Toastbrot gelegt. Die Rinde schneidet man vorher weg. Heute wird dem etwas kargen Gurkensandwich mit Frischkäse gerne etwas mehr Substanz verliehen. Beliebt sind die Toastscheiben auch mit Schinken, Ei und Mayonnaise oder geräuchertem Lachs. Die Zutaten sind immer fein gehackt. Zartheit ist alles! Am Schluss schneidet man die Sandwiches mittels zweier Diagonalschnitte in vier Dreiecke. Delikat!

Kein Tee ohne Scones

Was kommt zuerst: die Clotted Cream oder die Konfitüre? Wichtiger ist jedoch, dass die Scones ganz frisch und noch lauwarm auf den Tisch kommen!

Kein Tee ohne Scones

Sie sind das Wahrzeichen des Afternoon Tea: Scones. Gibt es nur Tee und Scones, heisst der Anlass Cream Tea. Das ursprünglich schottische Gebäck kommt immer in Begleitung von Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre. Clotted Cream (clotted = geklumpt) ist ein dicker, gelblicher, leicht säuerlicher Rahm aus den Grafschaften Devon und Cornwall, der einen Fettgehalt von mindestens 55 g aufweist. In der Schweiz ist Clotted Cream nur in einigen Spezialitätengeschäften sowie online (z.B. www.britshop.ch) erhältlich. Doppelrahm ersetzt Clotted Cream aber bestens, wie wir in unserem aktuellen Blog-Beitrag zeigen.

Ob die Clotted Cream oder die Konfitüre zuerst kommt, ist ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema. In Devon streicht man immer zuerst den Rahm und dann die Konfitüre auf das Scone, in Cornwall ist es genau umgekehrt. Wichtiger ist jedoch, dass die Scones lauwarm auf den Tisch kommen. Wer sie selber macht: Ganz frisch schmecken sie am besten! Scones gibt es auch mit Rosinen oder pikant mit Käse, Zwiebeln und Oliven. Sie empfehlen sich übrigens auch zum Sonntagsbrunch mit Gästen.

Rezept: Scones

Der krönende Abschluss

Shortbread, hier in Kuchenstückform, darf beim Afternoon Tea auf keinen Fall fehlen.

Der krönende Abschluss

Nach den Sandwiches und den Scones sollte man im Magen unbedingt noch ein wenig Platz haben für all die weiteren feinen Sachen.

 

  • Shortbread
    Das Gebäck - ursprünglich aus Schottland - gabs schon im Mittelalter, es enthielt aber noch keine Butter. Diese macht das Shortbread reichhaltig und ist eine hervorragende Geschmacksträgerin. Traditionellerweise kommt das Gebäck in drei Formen daher: in Kuchenstücken (siehe unser Rezept), fingerlangen Rechtecken (auf Englisch: Shortbread Fingers) oder in Rondellen.

    Rezept: Shortbread

 

  • Teacakes und Fruitcake
    Teacakes sind leichte Brötchen aus Hefeteig mit Gewürzen, Sultaninen und/oder kandierten Früchten. Sie werden halbiert, leicht getoastet und mit gesalzener Butter serviert. Ähnlich sind die Fat Rascals («dicke Bengel»), die Rosinenbrötchen aus Yorkshire. Auch ein in schmale Scheiben geschnittener Fruitcake (mit Trockenfrüchten) ist nicht zu verachten, wie unser Rezept zeigt.

    Rezept: Fruitcake

 

  • Kuchen aus Biskuitteig
    Ferner kommen noch Kuchen aus Biskuitteig mit Cremefüllungen und Glasuren auf die Etagere. Das folgende Rezept ist nicht pikant, sondern besteht aus dicken, lufitgen Biskuitscheiben, gefüllt mit einer feinen Zitronenbuttercreme - ein Sandwich für Naschkatzen!

    Rezept: Lemon Victoria Sandwich
Schwarztee, of course

«Nice and strong»: Gut und stark - so lieben die Briten ihren Tee. Und natürlich gehört «a drop of milk» (ein Tropfen Milch) hinein.

Bild: bab.ch/StockFood

Schwarztee, of course

«Nice and strong»: Gut und stark - so bevorzugen die Briten ihren Tee. Sie lassen ihn denn auch gerne lange ziehen. Meistens wird ein Kännchen mit heissem Wasser dazu gereicht. Mit dem Nachgiessen verhindert man, dass der Tee zu bitter wird. Und «a drop of milk» (ein Tropfen Milch) und Zucker gehören unbedingt hinein. Je nach Vorliebe gibt man zuerst die kalte Milch und dann den heissen Tee in die Tasse oder umgekehrt. Im viktorianischen England hing das von der Qualität des Porzellans ab, heute ist es eine reine Geschmackssache.

Im Vereinigten Königreich sind noch immer die indischen Teesorten oder verschiedene Mischungen (Blends) wie zum Beispiel English Breakfast am beliebtesten. Tea Rooms und Cafés, die etwas auf sich halten, haben auch Earl Grey, Darjeeling oder Assam auf der Karte.
 

Hier ein paar Tipps für die Zubereitung:
 

  • Am besten verwendet man kaltes, frisches Leitungswasser und bringt es zum Kochen.
  • Die Ziehzeit variiert je nach Sorte. Grundsätzlich gilt: Zieht der Tee kurz, wirkt er anregend. Zieht er lang, wirkt er eher beruhigend.
  • Tee braucht Platz für die Entfaltung. Deshalb zum Ziehenlassen am besten eine genügend grosse Kanne mit Deckel benützen.
  • Milch im Tee: Je stärker und malziger ein Tee ist, desto besser verträgt er sich mit kalter Milch (Assam, Ceylon). Milch bindet die Bitterstoffe und der Tee wird dadurch weniger herb.


Text: Tiziana Ossola

18. Februar 2013

 

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