Blindbacken: aus gutem Grund

Nie schmecken Fruchttörtchen besser als im Sommer! Die Beeren und Kirschen aus der Region trumpfen mit einzigartigen Aromen auf. Wir würdigen die Saisonfrüchtchen mit charmanten Minikreationen - quasi als Hommage an den Boden, der ihre Schönheit so richtig zur Geltung bringt. Sein Geheimnis liegt im Blindbacken. Alles über die Knusperbasis für den saftig süssen Gartensegen.

Süsse Früchtchen

Ein Biskuitboden - hier besteht er aus Shortbreads - ist die richtige Grundlage für kulinarische Hochstapler.

Süsse Früchtchen

Die Natur präsentiert sich den ganzen Sommer durch als sinnenfreudiges Schlaraffenland. Bäume und Sträucher strotzen vor sonnengereiften Beeren, Kirschen, Aprikosen. Frisch gepflückt, schmeckt der sommerliche Segen natürlich am besten. Es sei denn, er lockt auf gefälligen Törtchen.

Die Basis für gluschtige Fruchttörtchen bildet der Boden. Seine Beschaffenheit ist ausschlaggebend für alle weiteren Pläne: Biskuitboden beispielsweise ist ideal für geschichtete Gebilde, sprich die Hochstapler der Konditorei. Kuchenteig wiederum macht als Tiefstapler Staat. Typischerweise ist er der Nährboden, auf dem die schweizerische Nationalspeise Wähe alias Waie, Chueche, Flade, Tünne gedeihen kann.

Saisonales aus gutem Grund

Das hat Stiel: Pflückfrische Beeren schmücken dieses Johannisbeer-Schokolade-Küchlein.

Saisonales aus gutem Grund

Der Sommer kündigt sich beerenstark an. Bereits ab Ende Mai locken Erdbeeren aus der Region. Ab Mitte Juni gehts dann richtig los mit pflückfrischen Himbeeren sowie roten und schwarzen Johannisbeeren. Gleichzeitig werden die ersten Kirschen geerntet. Der Juli wiederum wartet mit sonnengereiften Brombeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren auf. Beim Steinobst beginnt die Hochsaison von Aprikosen, Nektarinen, Pfirsichen.

Rezept:

Gut in Form

Ein Biskuitboden - hier besteht er aus Shortbreads - ist die richtige Grundlage für kulinarische Hochstapler.

Gut in Form

Zum Backen kleiner Törtchen eignen sich im Grunde die gleichen Materialien wie jene für Kuchen und Torten:
 

  • Aluminium
  • Blech
  • Glas
  • Keramik
  • Porzellan
  • Silikon


Keramik und Porzellan brauchen etwas länger, um die Hitze weiterzuleiten, als beispielsweise Aluminium. Deshalb sollte eher ein bisschen mehr als weniger Backzeit einberechnet werden. Um das Stürzen oder Herausheben zu erleichtern, empfiehlt es sich bei allen Materialien, die Form mit wenig Fett auszupinseln und evtl. zu bemehlen.

Geeignetes Grundstück finden

Schon die Grossmutter schätzte Einback für fruchtige Sommertörtchen: Basler Chriesi-Schnitte.

Geeignetes Grundstück finden

Darf der Boden brösmeln oder ist eine feste Konsistenz gefragt? Soll er Biss haben oder ziehen Sie butterweichen vor? Jeder Boden setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die ihm Exklusivität verleihen - auch für die Weiterverwendung. Die meisten Sorten gibt es als Fertigteig, manche ausgewallt oder gar gebacken.
 

  • Biskuitteig: luftig aus wenig Mehl, Eiern und steif geschlagenem Eiweiss. Wird ohne provisorischen Belag gebacken, z.B. für Himbeerschnitten.
  • Blätterteig: mehrlagig aus Mehl, Butter, Wasser und Salz; ein Teil der Butter wird in die einzelnen Lagen eingearbeitet und touriert, z.B. für kleine Pflaumen-Plunder.
  • Einbackteig: weicher Hefeteig aus Mehl, Zucker, Milchwasser und wenig Butter, z.B. für Basler Chriesi-Schnitte.
  • Kuchenteig: schneller Allrounder aus Mehl, kalter Butter, wenig Zucker und Wasser, z.B. für Suurchriesi-Chueche.
  • Mürbeteig: krümelig geriebener, chüschtiger Teig aus Mehl, Zucker und kalter Butter z.B. für Scharfe Erdbeertörtchen.
  • Pastateig: wird im Ofen knusprig gebacken aus Mehl, Ei, Olivenöl und Wasser, z.B. für Beerentörtchen.
  • Tulipaneteig: seidig, fast transparent aus Butter, Zucker, Mehl und Eiweiss, z.B. für Früchte-Tulipan.
Den Boden bereiten

Damit die saftigen Früchte die gebackenen Teigbödeli nicht aufweichen, bestreicht man sie vor dem Füllen mit flüssiger Schokolade oder Kuchenglasur.

Den Boden bereiten

Egal, welche Grundlage gewählt wird: Das Geheimnis eines saftig süssen und dennoch knusprigen Sommerträumchens liegt im Blindbacken des Bodens. Darunter versteht man das Vorbacken des Teigbodens von Wähen, Kuchen, Törtchen oder Pies ohne Füllung. Die Methode garantiert, dass ein saftstrotzender Belag, etwa Beeren, den Teigboden nicht aufweicht oder den Backprozess behindert.

Tipps: Hülsenfrüchte & Co. lassen sich mehrmals zum Blindbacken verwenden. Wenn der Teigboden nach dem Blindbacken mit flüssiger Schokolade oder Kuchenglasur bestrichen wird, ist er vor Staunässe zusätzlich geschützt.

Grundrezept:


Text: Stephanie Riedi