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Suppen: Tradition im Trend

Suppen sind von unserem Menüplan nicht wegzudenken, schon gar nicht, wenn sie mit Tradition und Brauch verbunden sind. Jedes Land und selbst viele Regionen kennen eigene Suppenspezialitäten. Bekanntes Beispiel aus der Schweiz ist die Basler Mehlsuppe, ein bodenständiges Gericht, das schon manchem den Tag gerettet hat.

Basler Mehlsuppe

Keine Basler Fasnacht ohne Mehlsuppe: Sie wärmt und stärkt nach dem Morgestraich.

Basler Mehlsuppe

Am Montag nach dem Aschermittwoch, um 4 Uhr morgens, wird in der Innenstadt die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet. «Morgestraich, vorwärts, marsch!», und die Basler Fasnacht beginnt mit ihrem schönen Narrenumzug, der für seine Laternen, Pfeifen und Trommeln weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Wer früh aufsteht und je nach Witterung ziemlich friert, muss sich stärken: Nach dem Umzug wird in den Kneipen die traditionelle Basler Mehlsuppe verteilt, eine eher bescheidene Suppe aus braun geröstetem Mehl, Butter, Zwiebeln, Wasser, Bouillon und Käse. Es gibt viele kleine Nuancen in der Rezeptur, und manch einer denkt, seine Suppe sei die beste. Wer nach dem original Basler Mehlsuppen-Rezept sucht, der wird es nicht finden. Es gibt mindestens ein Dutzend Varianten, die diese Originalität für sich beanspruchen. Eines ist auf jeden Fall klar: keine Basler Fasnacht ohne ihre Mehlsuppe!

Rezept: Basler Mehlsuppe

Die schwatzhafte Köchin

Not macht erfinderisch: Aus dem unabsichtlich dunkel gerösteten Mehl entstand eine kräftige Suppe.

Die schwatzhafte Köchin

Im Volksmund wird erzählt, dass die Basler Mehlsuppe nur deshalb braun ist, weil die Köchin in einem Patrizierhaus während der Zubreitung der Mehlsuppe - die bis zu jenem Zeitpunkt noch weiss und nur für die Herrschaften gedacht war - zu sehr ins Gespräch mit Mägden und Hausburschen vertieft war und deswegen das kostbare Gut auf dem Herd vergass. Das Mehl wurde braun. Zu dieser Zeit war Mehl teuer und dessen Verschwendung ein Kündigungsgrund. Clever, wie die Köchin gewesen sein muss, hat sie das Mehl kurzerhand weitergeröstet und eine braune Suppe aufgetischt. Diese schmeckte viel würziger und fand sofort Anklang.

Was heisst hier Suppe?

Ob klar oder gebunden: Suppen bereichern jeden Speiseplan.

Was heisst hier Suppe?

Suppe stammt vom mittelhochdeutschen Wort «supfen» ab, was so viel wie «trinken» heisst. Mit Suppen meint man in der Regel kalte oder warme, flüssige bis breiartige Speisen, die hauptsächlich aus Wasser, Gemüse, Fleisch, Gewürzen sowie Salz zubereitet werden.

Die Suppe wird als Vorspeise oder Hauptgericht - in süsser Form auch als Dessert - serviert. Klare Suppen (Consommés) wie Geflügel-, Gemüse- oder Fleischbouillon enthalten oft eine Suppeneinlage (z.B. Eierstich, Flädli, Suppenperlen, Griessklösschen, kleine Teigwaren, Reis), die nicht nur zur Sättigung dient, sondern das Gericht in Geschmack und Aussehen aufwertet. Gebundene Suppen (Potages liés) sind Creme- oder Rahmsuppen, Püreesuppen sowie Schleimsuppen. Alles Suppen, die mit einem Bindemittel zubereitet werden.

Eintöpfe gehören in eine Untergruppe der Suppen. Im Unterschied zur Suppe werden für einen Eintopf mehrere Zutaten auf der Basis von Wasser gegart. Hauptbestandteile sind dabei Hülsenfrüchte, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Wurst usw. Wegen der sättigenden Wirkung wird Eintopf meist als Hauptspeise serviert.

Das Comeback der «alten Dame»

Von der Sättigungsbeilage zum trendigen Gericht: Suppen sind in.

Das Comeback der «alten Dame»

Kein anderes Gericht hat weltweit eine so lange Tradition und kein anderes ist so flexibel wie die Suppe. Der Fantasie sind beim Suppekochen keine Grenzen gesetzt. Die Zutaten können praktisch beliebig kombiniert werden. Früher diente die Suppe in erster Linie als Hauptbestandteil der Mahlzeit, und das praktisch jeden Tag. In den Köpfen vor allem älterer Menschen ist die Suppe nach wie vor eine reine Sättigungsspeise, die an die Kriegs- und Nachkriegsjahre erinnert.

Dank der Vielseitigkeit und der meist einfachen sowie schnellen Zubereitung erlebt die Suppe in den letzten Jahren ihr grosses Comeback. Die Suppe als schmackhaftes Fast Food für Zwischendurch ist wegen ihres Flüssigkeitsgehalts eine gesunde und nicht minder schmackhafte Alternative zu Sandwiches. In vielen Städten gibt es heute Suppenbars, die mit kreativen Rezepten für herzerwärmende Mittagspausen sorgen.

Suppen: Medizin aus dem Topf

Klare Hühnerbouillon hilft unserem Immunsystem wieder auf die Beine.

Suppen: Medizin aus dem Topf

Suppen schmecken nicht nur gut, sie bewähren sich auch als Hausmittelchen bei gesundheitlichen Beschwerden.

 

  • Hühnerbouillon bei Erkältung
    Die Inhaltsstoffe von Poulet und Gemüse sollen eine entzündungshemmende Wirkung haben. Die heisse Flüssigkeit hält zudem die Schleimhäute feucht, die Dämpfe befreien die verstopfte Nase und verlangsamen die Vermehrung der Erkältungsviren. Mit einem Stück geriebenem Ingwer oder etwas fein gehacktem Chili lässt sich die entzündungshemmende Wirkung noch zusätzlich steigern.
  • Haferschleimsuppe für die Verdauung
    Trotz ihres eher schlechten Rufs (allein der Name ist nicht gerade appetitlich) gilt diese Suppe seit Generationen als Wundermittel. Ob Durchfall oder Magen-Darm-Grippe: Die Haferschleimsuppe bringt die Verdauung ins Gleichgewicht!
    Rezept: 8 EL Haferflocken in 1 Liter Salzwasser oder Bouillon ca. 30 Min. kochen und durch ein Sieb streichen.

 

Text: Sarah Ryser