Zurück
MagazinDossiersKartoffelsalat: Gute Laune bei der Gartenparty

Kartoffelsalat: gute Laune bei der Gartenparty

Für ein unbeschwertes Abendessen mit ein paar Freunden im Garten braucht es ein unkompliziertes Gutelaune-Essen. Dafür eignet sich der Kartoffelsalat perfekt. Er ist vielseitige Beilage oder abwechslungsreiche Hauptmahlzeit, und es gibt ihn in vielen feinen Variationen. Ob währschaft oder ganz leicht: Schmecken tut er immer - sogar vom Plastikteller!

Keine Gartenparty ohne Kartoffelsalat!

Beim Kartoffelsalat ist erlaubt, was schmeckt!

Keine Gartenparty ohne Kartoffelsalat!

Kartoffelsalat ist die coolste Art der Kartoffelzubereitung; vor allem im Sommer hat die tolle Knolle Party Time! Der Grillplausch mit Freunden, die Fete im Festzelt oder das Familienessen auf der Terrasse - ein aromatischer Kartoffelsalat macht sich überall gut. Er schmeckt selbst vom Plastikteller bestens, denn er steht schlichtweg für Gutelaune-Essen. Manche mögen ihn sehr währschaft mit Mayonnaise, andere lieben ihn leicht. Es gibt zwar überlieferte Familienrezepte, aber keine Rezeptvorschriften. Was beliebt und populär ist, existiert eben in vielen Variationen. Bloss gut machen muss man den Kartoffelsalat! Betty Bossi verrät die Tricks.

Gewusst welche - gewusst wie

Für Kartoffelsalat eignen sich fest kochende Kartoffelsorten am besten.

Gewusst welche - gewusst wie

Wählen Sie für Kartoffelsalat vorwiegend fest kochende Sorten, damit die Kartoffelscheiben beim Mischen nicht zerfallen. Achten Sie beim Einkaufen auf die Knollen in den grünen Beuteln. Als fest kochend gelten folgende Sorten:
 

  • Annabelle
  • Celtiane (Exklusivsorte von Coop)
  • Charlotte
  • Ditta
  • Gourmandine
  • Nicola
  • Ratte
  • Stella

 

Eine Übersicht über die Kochtypen finden Sie auf der Website von swisspatat.

Tipps:
 

  • Wählen Sie zum Kochen alle Kartoffeln in ungefähr der gleichen Grösse. Bei kleineren verkürzt sich entsprechend die Garzeit.
  • Nicht vergessen: Kartoffeln immer vor Licht geschützt aufbewahren, allfällige grüne Stellen grosszügig wegschneiden, Keime und Augen entfernen.
Bitte mit Bouillon

Ob einfach oder reich garniert: Kartoffelsalat sollte in genügend Sauce mindestens eine halbe Stunde ziehen.

Bitte mit Bouillon

Die Basis zum Kartoffelsalat: Gschwellti zubereiten und noch heiss schälen. Ganz wichtig: Kartoffelsalat braucht viel Sauce. Bouillon gehört also unbedingt mit hinein in den Kartoffelsalat. Sie gibt der Kartoffel Feuchtigkeit und Würze. Und keine Plus-Kalorien, wenn man fettfreie Bouillon wählt.

Die Kartoffeln sollen im Dressing (zum Beispiel aus Öl, Essig, Bouillon, Salz, Pfeffer) mindestens eine halbe Stunde ziehen. So kann sich die Kartoffel sattsaugen mit den feinen Aromen und mehr Geschmacksnoten entfalten.

Kartoffelsalat lässt sich ca. einen halben Tag im Voraus zubereiten. Jedoch sollte man frische Zwiebeln und Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren beigeben. Die Zwiebel schmeckt sonst gerne etwas bitter.

Grundrezept: Kartoffelsalat - variieren erlaubt!

Würstchen in bester Begleitung

Kartoffelsalat und Würste aller Art sind eine beliebte und genussvolle Kombination.

Würstchen in bester Begleitung

Einfach, bewährt und fein: Für die Sauce Senf, Weisswein, Sonnenblumenöl, Gemüsebouillon, Zwiebeln sowie Salz und Pfeffer mischen. Alternativ statt Essig und Öl - Essig mit Joghurt und Mayonnaise verrühren. Fleisch und Wurst vom Grill dazu - das ist Sommer-Lebensgefühl! Funktioniert zu Hause genauso wie in der Waldhütte.

Vorsicht beim Picknicken: Bevorzugen Sie Fertig-Mayonnaise und transportieren Sie den Kartoffelsalat gekühlt. Das Verwenden von Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet wurden, ist an der Wärme nicht ratsam.

Die Knolle in saisonaler Gesellschaft

Die Kartoffelsalat-Kombinationen sind fast unerschöpflich.

Die Knolle in saisonaler Gesellschaft

Die unkomplizierte Kartoffel versteht sich mit vielem gut. Der Kartoffelsalat ist schnell originell aufgepeppt. Rohes und gekochtes Saisongemüse dazugeben - schon hat das klassische Rezept neue Farbe. Beispiele? Eine frische Gurke, Erbsli, Radieschen, Stangensellerie, Rüebli, Bundzwiebeln, Rucola und eine Handvoll Kräuter aller Art. In einigen traditionellen Rezepten gibt man zum Kartoffelsalat einen Apfel.

Nach Sonne und Ferien schmeckt der Kartoffelsalat mit Zutaten aus dem mediterranen Raum. Mit Tomaten, Oliven, Artischocken und Thunfisch aus der Dose oder Tintenfisch-Stücklein. Speziell auch würzige Zutaten wie Feta und Sardellen passen wunderbar zu Kartoffeln. Für die Sauce gehen natürlich auch Olivenöl und Aceto balsamico.

Rezept: Mediterraner Kartoffelsalat

Ganz fein geschnitten oder gehobelt können Gemüse, getrocknete Tomaten, Kräuter und Sprossen gut auch in die Sauce gegeben werden. Alles zusammen entfaltet nach dem Ziehen ein unvergleichliches Aroma.

Es geht aber auch alles in einem: Mit Käse, Speckwürfeli, Wurststücken, Siedfleisch, einem Ei oder Fisch ausgestattet, wird der Kartoffelsalat zur Hauptmahlzeit.

Ist der Kartoffelsalat als Beilage gedacht, achten Sie auf die Abstimmung zur Hauptspeise. Zu Fleisch vom Grill zum Beispiel: Verzichten Sie im Kartoffelsalat auf Wurst- und Speckzugaben. Passender sind Kräuter und frisches Gemüse. Das setzt auch farblich einen frischen Akzent. Ein solcher Kartoffelsalat geht tipptopp auch als Beilage zu Fisch.

Eine andere Art der Kartoffelzubereitung, aber nicht weniger reizvoll: Kartoffeln in heissem Öl anbraten oder im Ofen backen und danach mit der Sauce mischen. Ein Augenschmaus und eine vollwertige Mahlzeit dazu.

Rezept: Gebackener Peperoni-Kartoffel-Salat

So machens die anderen

Bei der russischen Variante gehören auch Erbsli, Rüebli und gekochte Eier in den Kartoffelsalat.

So machens die anderen

Der Kartoffelsalat ist in vielen Ländern zu Hause, man findet ihn überall in Europa wie auch in den USA. Dennoch wird er auch heute noch als ein traditionelles Rezept aus dem deutschsprachigen Raum wahrgenommen.

Die Deutschen lieben ihren Kartoffelsalat. «Im Norden mit Mayo, im Süden mit Brühe», lautet die Rezeptdevise. Das habe mit dem Klima zu tun, sagt man. Die Mayo-Variante ist eher im kühlen Norden Deutschlands beheimatet, weil sie keine Wärme vertrage. Im Süden dagegen bevorzugt man die Zubereitung mit Bouillon. Dieser Kartoffelsalat wird lauwarm oder kalt genossen. Ob Norden oder Süden: Die Deutschen servieren ihn zu Kotelett und Würsten - übrigens auch an Heiligabend.

Die Wiener schwören auf ihren Erdäpfelsalat zum Wiener Schnitzel - auch er mit Bouillon, Senf, Öl und Essig. Schnittlauch gehört unbedingt dazu.

Eine andere, 150 Jahre alte Tradition der Kartoffelsalat-Zubereitung kommt aus Russland. Der russische Salat (oder Olivier-Salat) besteht ebenfalls aus Kartoffeln. Dazu gibt man Salzgurken, Wurst oder gekochtes Rindfleisch, hart gekochte Eier und Rüebli, grüne Erbsli mit Mayonnaise oder einer anderen Sauce. Dieser Salat gehört zur Neujahrstafel und gilt als Katerfrühstück.

Die Ensaladilla Rusa aus der spanischen Tapas-Küche lehnt sich von der Rezeptur her an die russische Tradition an.

Viel mehr als ein Grundnahrungsmittel

Die Kartoffel hat sich vom überlebenswichtigen Grundnahrungsmittel zur vielseitigen und sortenreichen Delikatesse gewandelt.

Viel mehr als ein Grundnahrungsmittel

Die Kartoffel ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Das hat Tradition. Während des Zweiten Weltkriegs war die Kartoffel überlebenswichtig. Der Bund verfügte damals die so genannte Anbauschlacht. Ziel war, dass sich die Schweizer Bevölkerung selber versorgen und sich vom Ausland unabhängig machen konnte. Das gelang - dank einer beispiellosen Anbauoffensive. Schwimmbad-Liegewiesen, Fussballfelder und sogar der Platz vor dem Bundeshaus wichen innert kurzer Zeit Kartoffel-, Gemüse- und Obstfeldern. Die Anbauschlacht wurde zum Symbol für die Volksgemeinschaft, den Widerstandswillen und die Selbstbehauptung der Schweiz.

Heute werden hierzulande 30 Kartoffelsorten angebaut. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch ist mit rund 47 Kilogramm höher als bei den Teigwaren und doppelt so hoch wie beim Reis.

Mit etwa 70 kcal pro 100 g hat die Kartoffel rund fünfmal weniger Kalorien als Reis oder Teigwaren. Sie sättigt gut, trotz hohem Wasseranteil. Entscheidend für das Mehr oder Weniger an Kalorien ist also nicht die Knolle an sich, sondern die Zubereitungsart.

«Morgens rund, mittags gestampft, abends in Scheiben, dabei solls bleiben, es ist gesund.» Dieses Zitat von Goethe unterstreicht, dass Kartoffeln nicht verleiden. Weil man in der Küche so Unterschiedliches mit ihnen anstellen kann, hat Betty Bossi der schlichten Knolle denn auch ein ganzes Buch gewidmet:

Bestseller: Kartoffeln - von rustikal bis raffiniert

Text: Tiziana Ossola