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Gericht in einem Schmortopf
Kochwissen

Schmoren: Zubereitungsarten einfach erklärt

Beim Schmoren wird Fleisch angebraten und anschliessend zugedeckt in wenig Flüssigkeit bei kleiner Hitze im Ofen oder auf dem Herd gegart. Das langsame Garen verwandelt auch weniger delikate Stücke in zartes Fleisch, das auf der Zunge zergeht.

Erica Betty Bossi Mitarbeiterin

Erica

Leiterin Redaktion und Gestaltung Betty Bossi Zeitung

Was ist Schmoren?

Schmoren (frz. braiser) ist eine Garmethode, bei der angebratenes Fleisch zugedeckt in wenig Flüssigkeit bei sanfter Hitze gegart wird. Die Flüssigkeit soll dabei nur leicht köcheln und nicht sprudelnd kochen, damit das Fleisch zart wird. Schmorgerichte lassen sich im Ofen oder auf dem Herd zubereiten.

Welche Fleischstücke eignen sich zum Schmoren?

Zum Schmoren eignen sich vor allem weniger zarte, bindegewebsreiche Fleischstücke. Klassiker sind:

  • Kalb: Schulter, Brust, Hals und Haxen

  • Rind: Rücken, Schulter, Stotzen oder Huftdeckel

  • Schwein: Haxen und Schulter

  • Lamm: Gigot, Schulter

Gute Metzgerinnen und Metzger werden dich gern an der Theke beraten.

Vorteile des Schmorens

Durch Schmoren können Fleisch und Gemüse besonders schonend gegart werden. Das lange, sanfte Garen lässt zähes, durchzogenes Fleisch zart und saftig werden. Daher eignet sich diese Kochmethode besonders auch für preisgünstiges, weniger edles Fleisch. Beim Anbraten entstehen Röstaromen, die auch im Bratensaft erhalten bleiben. Die zugegebene Flüssigkeit kocht beim Schmoren ein und wird zu einer sämigen Sauce. Schmoren ist ausserdem praktisch, wenn du Gäste erwartest. Sobald der Deckel auf dem Topf ist, schmort das Fleisch eine längere Zeit vor sich hin, und dir bleibt Zeit für andere Tätigkeiten.

Schmoren Schritt für Schritt

Richtig schmoren – vom Anbraten bis zum langsamen Garen in wenig Flüssigkeit. So geht es Schritt für Schritt.

1. Vorbereitung

Fleisch ca. 1 Stunde vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Wird im Ofen geschmort, den Backofen auf ca. 180 Grad vorheizen.

2. Anbraten

Wenig Öl in einem Brattopf heiss werden lassen, Fleisch portionenweise bei grosser Hitze rundum je ca. 5 Min. anbraten. Herausnehmen, würzen. Hitze reduzieren, Bratfett auftupfen.

3. Bratsatz lösen

Flüssigkeit dazugiessen (z. B. Wein, Bier, Süssmost und/oder Bouillon), aufkochen, Hitze reduzieren.

4. Schmoren

Fleisch wieder beigeben, zugedeckt entweder auf dem Herd oder in der Mitte des vorgeheizten Ofens schmoren (siehe «Schmorzeiten»). Flüssigkeit gelegentlich kontrollieren, evtl. ergänzen. Grosse Fleischstücke gelegentlich wenden oder mit Flüssigkeit übergiessen, damit sie nicht austrocknen.

Schmorzeiten

Die Schmorzeiten für verschiedene Fleischstücke kannst du als praktische Tabelle herunterladen.

Tipps zum Schmoren

  • Der richtige Wein: Nimm Rotwein für rotes Fleisch und Weisswein für helles Fleisch. Wähle einen Wein, den du auch trinken würdest.

  • Achtung bei Milchprodukten: Rühre Milchprodukte wie Rahm oder sauren Halbrahm erst kurz vor dem Servieren in die Sauce und lass sie nur noch heiss werden. Die Sauce soll nicht mehr kochen.

  • Vorbereiten: Schmorgerichte lassen sich gut im Voraus zubereiten. Bereite dein Gericht am Vortag zu, lass es auskühlen und bewahre es im Kühlschrank auf. Vor dem Servieren lässt du es langsam bei mittlerer Hitze sehr heiss werden (ca. 15 Min.).

Person mit Dampfkochtopf am Herd
Mit dem Dampfkochtopf geht Schmoren schneller.

Tipp: So gehts schneller!

Jetzt machen wir Dampf! Das Fleisch in einer Bratpfanne anbraten, nur die Hälfte der im Rezept angegebenen Flüssigkeit beigeben und im Dampfkochtopf schmoren. Die Schmorzeit verkürzt sich auf ein Drittel.

Mehr erfahren

Unsere Küchenhelfer zum Schmoren

Für die Zubereitung von Schmorgerichten benötigst du einen grossen Schmortopf, Bräter oder eine Pfanne mit Deckel. Am besten eignen sich Töpfe aus Gusseisen. Sehr praktisch sind auch Allrounder-Töpfe, die sowohl auf dem Herd als auch im Ofen eingesetzt werden können. Spezialtöpfe sind der Römertopf und die marokkanische Tajine.

Pfanne mit Glasdeckel, Ø 28 cm, ofenfest - Bild 1Pfanne mit Glasdeckel, Ø 28 cm, ofenfest - Bild 1
Bräter, rund, Gusseisen, grau, 28 cm - Bild 1Bräter, rund, Gusseisen, grau, 28 cm - Bild 1
Der Römertopf

Der Römertopf

Im Römertopf lässt sich hervorragend schmoren. Je nach Modell werden Topf, Deckel oder beides gewässert. Das heisst: Du legst die entsprechenden Teile einige Minuten in kaltes Wasser. So nimmt der Ton Wasser auf. Beachte dazu die Angaben des Herstellers. Stelle den Römertopf immer in den kalten Ofen, damit der Ton keinen Temperaturschock bekommt.

Tajine mit Gericht drin, Deckel leicht geöffnet

Die Tajine

Tajine heisst einerseits das nordafrikanische Schmorgericht selbst, andererseits auch das Gefäss, in dem es zubereitet wird. Der Topf hat einen konischen Deckel, der eine optimale Zirkulation des Dampfes und dadurch ein besonders schonendes Garen ermöglicht. Es braucht nur sehr wenig oder gar keine Flüssigkeit. Die Zutaten werden ohne Anbraten in die Form gegeben, das macht die Gerichte fettarm.

FAQs – häufig gestellte Fragen

Muss man das Fleisch vor oder nach dem Braten salzen?

Bestimmt hast du schon gehört, man solle Fleisch nicht vor dem Braten salzen, weil das Salz dem Fleisch Saft entzieht. Das stimmt zwar, aber die austretende Flüssigkeitsmenge ist recht gering. Ausserdem absorbiert das Fleisch den verlorenen Saft nach einigen Stunden auch wieder. Hast du diese Zeit nicht, salze das Fleisch lieber nach dem Braten. Kleinere Stücke wie Plätzli oder Geschnetzeltes haben eine grössere Oberfläche und verlieren beim Salzen etwas mehr Saft. Daher solltest du diese immer nach dem Braten salzen.

Kann man jedes Fleisch schmoren?

Nicht jedes Fleisch eignet sich zum Schmoren. Vor allem weniger edle Stücke wie Voressen, Pfeffer, Haxen, Bratenstücke sowie Pouletteile sind dafür ideal. Edlere, zarte Fleischstücke eignen sich weniger gut, da sie bei der langen Garzeit trocken werden können.

Warum wird preisgünstiges Fleisch beim Schmoren zart?

Weniger edles Fleisch stammt oft von stark beanspruchten Muskeln. Diese enthalten mehr Bindegewebe und damit Kollagen. Kollagen ist ein Protein, das für die feste und zähe Konsistenz des Fleisches verantwortlich ist. Beim langsamen Schmoren wandelt sich das Kollagen bei der richtigen Temperatur nach und nach in Gelatine um. Gelatine ist weich und sorgt für eine zarte Textur.

Warum eignen sich Töpfe aus Gusseisen besonders gut zum Schmoren?

Gusseisen eignet sich besonders gut für lange Kochvorgänge. Es speichert die Wärme hervorragend und verteilt sie gleichmässig über den ganzen Topf.

Was ist besser: im Ofen oder auf dem Herd schmoren?

Grundsätzlich spielt es keine entscheidende Rolle, ob der Braten auf dem Herd oder im Ofen geschmort wird. Auch die Garzeit ist bei beiden Methoden gleich. Bei grossen Fleischstücken empfiehlt sich aber das Garen im Ofen. So hat man auf dem Herd genügend Platz für die Beilagen. Im Gegensatz zum Herd kommt die Hitze im Ofen von allen Seiten, daher wird das Fleisch beim Schmoren im Ofen gleichmässiger gar. Auch die Temperatur bleibt im Ofen konstanter als auf dem Herd, sodass das Fleisch dort gleichmässiger schmort.

Die Sauce ist dünn geworden, wie kann ich sie dicker machen?

Nach dem Schmoren ist die Sauce eher dünnflüssig, doch sie lässt sich binden.

  • Bestäube das Fleisch mit wenig Mehl (ca. 2 EL auf 1 kg Fleisch). Grosse Fleischstücke vor dem Anbraten, kleine während des Anbratens bestäuben; so bindet die Sauce leicht.

  • Rühre kalte Butterstücke nach und nach mit dem Schwingbesen unter die Schmorflüssigkeit. Stell die Pfanne dabei bei Bedarf kurz auf die Platte. Wichtig: Die Sauce darf nicht mehr kochen.

  • Binde die Sauce am Ende der Kochzeit mit Maizena, Maizena express oder Saucen-Halbrahm.

Rezepte zum Schmoren

Willst du am liebsten gleich loslegen? Mit diesen Rezepten setzt du die Technik des Schmorens in die Praxis um. Diese Fleischvögel mit Käse eignen sich perfekt dafür.

Fleischvögel mit Käse

Fleischvögel mit Käse

Diese geschmorten Rindfleischvögel hat doch die eigene Mutter schon gekocht. Nur die Füllung mit Baumnüssen, Dörrpflaumen und Käse ist neu - das Schmoren ist wie früher!

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