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MagazinDossiersDörren: aromatische Schätze für den Vorrat

Dörren: aromatische Schätze für den Vorrat

Wenn die Tiefkühltruhe gefüllt ist und die Einmachgläser voll sind, bleibt für die Haltbarmachung noch eine uralte Tradition: das Dörren. Das Aroma von Früchten, Gemüse und Kräutern wird im Dörrgut versiegelt. Reich an getrockneten Schätzen, holen Sie sich zu jeder beliebigen Jahreszeit Duft und Geschmack von Sommer und Erntesegen auf den Teller oder in die Hand.

Der neue alte Trend: Dörren ist in!

Gedörrte Apfelschnitze sind ein beliebter Snack.

Der neue alte Trend: Dörren ist in!

Zum Haltbarmachen, als gesunder Snack zum Znüni und Zvieri oder als Koch- und Backzutat: Gedörrtes ist vielseitig einsetzbar - ein grosser Genuss mit intensivem Aroma! Dörren ist in! Das Resultat: gesunde, vitaminreiche und schmackhafte Snacks und Zutaten, die im Vergleich zu gekauften Produkten überaus preiswert sind.

Schon die alten Römer, Chinesen und Inka kannten Methoden, um ihre Lebensmittel zur Konservierung zu trocknen. Im vergangenen Jahrhundert ging die Tradition fast vergessen. Aber nun ist der Trend zum Trocknen zurück. Es ist eine sehr einfache und unkomplizierte Angelegenheit, besonders seit es Dörrautomaten für den Hausgebrauch gibt.

Dörrautomat Profi

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Selber dörren und wissen, was drin ist!

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Sommerernte - Winterfreude

Dörrtomaten: Das feine Aroma bleibt erhalten.

Sommerernte - Winterfreude

Dörrfrüchte und -gemüse sind vielfältig verwendbar. Sie sind leicht und können überallhin mitgenommen werden. Gemüse wie Tomaten oder Bohnen, aber auch Zucchini, Randen und Auberginen können im Winter mit Flüssigkeit buchstäblich wieder «reanimiert» werden und schmecken unvergleichlich köstlich. Pilze entwickeln in der Regel beim Dörren ein noch intensiveres Aroma als in frischem Zustand.

Die meisten Gartenkräuter verleihen gedörrt auch noch im tiefsten Winter jeder Speise ein unvergleichliches Aroma. Und der Minzetee schmeckt doch gleich nochmals besser, wenn die Blätter selbst getrocknet wurden.

Rezept: Getrocknete Tomaten einlegen

Grenzenlose Variationen

Verblüffen Sie Ihre Apéro-Gäste mit Zucchini-Chips.

Grenzenlose Variationen

Wohl am bekanntesten sind Apfelringe, Bohnen und Kräuter. Aber Sie können auftrumpfen und Familie und Gäste mit trendigem Dörrgut überraschen: Getrocknete Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen stehen als Zugabe für das Zmorge-Müesli zur Auswahl. Bunte Chips aus Randen, Süsskartoffeln und Sellerie sind eine unkonventionelle Einlage ins Süppchen; über den Salat gestreut, bieten sie Abwechslung zu Croûtons und Nüssen. Und wenn das frische Dessert mit Früchte-Bricelets serviert wird, staunen Ihre Gäste. Die Freunde Ihrer Kinder werden neidisch, wenn anstelle von Bonbons exotische Bananenchips, Mangostreifen und Ananasstückli im Süssigkeitensäckli zu finden sind.

Sportler schätzen Dörrfrüchte ebenso wie Couch-Potatoes: Für den einen sind sie ein willkommener Energieschub, für den anderen ein TV-Snack ohne schlechten Ruf.

Rezept: Zucchini-Chips mit Dip

Pfiffige Mitbringsel, Geschenke und Dekorationen

Selbst gedörrte Köstlichkeiten sind willkommene Mitbringsel.

Pfiffige Mitbringsel, Geschenke und Dekorationen

Kaum einer kann sich dem Reiz eines hausgemachten kulinarischen Geschenks entziehen. Bringen Sie doch einmal etwas Originelles aus dem Dörrautomaten anstelle der etwas fantasielosen Flasche Wein mit. Wie wäre es mit selbst gedörrten Früchten, zum Beispiel eine Tutti-Frutti-Mischung, liebevoll in einem Säckchen verpackt? Oder einer hübschen Keramikdose mit Dörrpilzen für den Risottofan? Vielleicht freut sich der Hobbykoch über ein, zwei Döschen mit einer feinen Kräutermischung, und Grossmutter ist beglückt vom Rosenblätter-Verveine-Tee aus dem eigenen Garten.

Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch noch dünne Zitronen- und Orangenscheiben dörren. Die machen sich besonders gut als Dekoration. Nicht nur auf der Sommertafel im Garten, sondern auch in der Winterstube.

Rezept: Pilze trocknen

So währt die Freude lange

Apfelschnitze legt man vor dem Dörren in Zitronenwasser, dann werden sie weniger braun.

So währt die Freude lange

Die richtige Vorbereitung des Dörrguts ist wichtig: So müssen gewisse Gemüse vorher blanchiert, grössere Früchte teilweise halbiert oder in Scheiben geschnitten werden. Wichtig ist vor allem auch, dass alle Teile in etwa gleich gross bzw. dick sind. Nur so ist gewährleistet, dass auch das gesamte Gut gleichmässig trocknet. Dazu eignet sich gerade auch ein Gemüsehobel.

Die Gitter sollten zwischendurch ausgetauscht werden (oberstes gegen unterstes, mittleres gegen unteres usw.). Die Vorrausetzung für die Lagerung von Dörrgut ist, dass dieses wirklich absolut trocken und auch ausgekühlt ist. Das muss vor dem Abfüllen unbedingt getestet werden. Am besten wird es nach Abschluss des Dörrvorgangs noch 1 Stunde bis einen halben Tag im Gitter gelassen. Danach sofort abpacken.

Tipps: Dörren und Trocknen

In der Vorratskammer

Einmachgläser eignen sich gut zum Aufbewahren von gedörrten Lebensmitteln.

In der Vorratskammer

Idealerweise werden Dörrprodukte in luftdichten Gläsern, Kunststoff- und Edelstahldosen oder Keramikgefässen mit Deckel aufbewahrt. Auch Papier- und Stoffsäcke, beispielsweise aus Leinen, eignen sich. Ungeeignet sind Aluminium- oder Blechdosen, da Fruchtsäuren das Metall angreifen und lösen; dies beeinträchtigt Farbe, Geschmack und Ihre Gesundheit. Plastiksäcke eignen sich gar nicht, weil sie die Atmung verhindern und das Dörrgut anfängt zu schwitzen.

Der Lagerort muss dunkel, eher kühl, luftig und trocken sein (z.B. Estrich). Stoffsäcke müssen aufgehängt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit darf maximal 60 bis 65 Prozent betragen. Die Behältnisse mit dem Dörrgut sollten regelmässig überprüft werden. Bei idealen Lagerbedingungen sind Dörrprodukte bis zu drei Jahre haltbar.

Rezept: Mediterrane Würzmischung

Jetzt aktuell: Unser Angebot rund ums Einmachen

In unserem Online-Shop finden Sie jetzt alles, was es zum Konservieren braucht: Einmachgläser und -flaschen in verschiedenen Grössen und Ausführungen, passende Etiketten zum Anschreiben der Gläser, Trichter zum Heisseinfüllen, Messer und Schneidebretter zum Vorbereiten des Gemüses oder der Früchte und vieles mehr.

Früher ...

Lange bevor andere Konservierungsarten bekannt waren, verstanden es unsere Vorfahren, Nahrungsmittel in Zeiten des Überflusses durch Trocknen oder Dörren für Mangelzeiten haltbar zu machen. In Europa wurde Obst und Gemüse in grossen Mengen getrocknet, um Teile der Ernte besser lagern zu können. Die Hausfrauen trockneten dazu Früchte und Gemüse auf einem warmen Dachboden oder über dem Herd.

Noch bis in die 1950er-Jahre gab es in vielen Schweizer Gemeinden öffentliche «Dörrhüsli», in die man sein vorbereitetes Dörrgut bringen konnte. Heute sind leider nur noch vereinzelt solche Dörranlagen in Betrieb. Und so lohnt es sich wohl wieder, mit dem eigenen Dörrautomaten seine Dörrprodukte herzustellen - ganz in der Tradition der alten Römer.

Rezept: Dörrbohnensalat

Text: Marie-Isabelle Bill
3. August 2015