Kräuterlexikon

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Kräuter verleihen vielen Gerichten das gewisse Etwas, zudem sind sie nicht nur gut für unseren Gaumen, sondern auch für unsere Gesundheit. In unserem Kräuterlexikon finden Sie alle Informationen zu den wichtigsten Küchen- und Wildkräutern im Jahresverlauf. Ferner praktische Tipps zum Sammeln, Aufbewahren und Anbauen sowie gluschtige Rezepte für die gelungene Kräuterküche.

1. Teil: Frühling

Bereits Ende Februar kann man die Küche mit den ersten Wildkräutern bereichern. Bärlauch, Brennessel, Brunnenkresse, Löwenzahn und Sauerampfer erfreuen uns nicht nur mit ihrem frischen Grün, sondern auch mit ihrem intensiven Aroma.

Bärlauch

  • Saison: März bis Mai.
  • Wächst wild: Auf kalkarmem Laubwaldboden, an feuchten, schattigen Standorten.
  • Aroma: Intensiver Knoblauchgeruch.
  • Verwendung: Fein geschnitten in Salaten, in Joghurtsaucen zu Gschwellti. In warmen Gerichten wie Risotto, Kartoffelstock oder Suppen erst am Schluss daruntermischen, denn die Hitze mindert sein Aroma.
  • Ernte: Junge, ganze Blätter ohne Stiele vor dem Blühen pflücken. Achtung: Nicht mit den giftigen Blättern von Maiglöckchen verwechseln. Als Test Blätter zwischen den Fingern verreiben. Nur Bärlauchblätter duften dann nach Knoblauch.
  • Tipp: Lässt sich praktisch tiefkühlen, fein gehackt in Eiswürfelbehältern, aber auch als ganze Blätter in Tiefkühlbeuteln, so halten sie ca. 3 Monate.
  • Gut zu wissen: Enthält viel Allicin, das antibiotisch wirkt, fördert die Verdauung, lindert Blähungen, hat eine gefässerweiternde Wirkung.
  • Ersatz: Knoblauch, Basilikum oder Spinat.
  • Rezepte: Bärlauch-Rezepte

Noch mehr zum Thema lesen Sie in unserem ausführlichen Beitrag Bärlauch: bärenstarker Frühlingsbote.
 

Die jungen, ganzen Bärlauchblätter werden vor dem Blühen gesammelt.
Die jungen, ganzen Bärlauchblätter werden vor dem Blühen gesammelt.

Brennessel

  • Saison: März bis Mitte Juni.
  • Wächst wild: an Wegrändern, in Wäldern, Gärten und unter Gebüschen.
  • Aroma: Erinnert an Spinat, jedoch kräftiger und würziger.
  • Verwendung: Frische, ganz junge Brennesselblätter eignen sich für Salate (heiss abgespült), für Suppen, Knöpfli und als Spinatersatz.
  • Ernte: Junge Blätter und Triebe vor der Blüte pflücken.
    Für Brennesseltee die Pflanzen während der Blütezeit ernten, Stiele zusammenbinden, Büschel an einem luftigen, trockenen, sonnengeschützten Ort aufhängen. Getrocknete Blätter und Stengel fein reiben.
  • Tipp: Mit Handschuhen und Schere können Brennesseln problemlos geerntet werden.
  • Gut zu wissen: Frische Brennesselblätter und Brennesseltee sind harntreibend. Ideal also, um den winterschlaffen Körper mit einer Blutreinigungskur aufzuwecken.
  • Ersatz: Spinat.
  • Rezept: Kräuter-Gnocchi
Brennesseln ernten ohne Brennen: Mit Handschuhen und Schere gehts problemlos.
Brennesseln ernten ohne Brennen: Mit Handschuhen und Schere gehts problemlos.

Brunnenkresse

  • Saison: Februar bis April.
  • Wächst wild: in langsam fliessenden, klaren Gewässern.
  • Erhältlichkeit / Anbau: Gezüchtete Brunnenkresse ist auf Wochenmärkten und in Lebensmittelgeschäften erhältlich. Sie kann aber auch auf dem Balkon oder im Garten angebaut werden.
  • Aroma: herb und pfefferig bis senfähnlich und scharf.
  • Verwendung: Ganze Blätter ohne dicke Stiele als Salat, fein gehackt in Kräuterbutter oder Quark sowie püriert in Saucen und Suppen.
  • Ernte: Junge, frische Blätter vor dem Blühen pflücken.
  • Tipp: Besonders gut passt Brunnenkresse zu Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat.
  • Gut zu wissen: Ihre Schwester, die Gartenkresse, lässt sich in speziellen Schalen in der Wohnung ziehen und schon nach wenigen Tagen ernten. So ist man das ganze Jahr über mit frischen Keimlingen versorgt.
  • Ersatz: Gartenkresse.
  • Rezept: Tagliatelle mit Brunnenkresse-Pesto und Mozzarella-Perlen
Im Gegensatz zur Brunnenkresse (rechts) wächst die Gartenkresse nicht wild.
Im Gegensatz zur Brunnenkresse (rechts) wächst die Gartenkresse nicht wild.

Löwenzahn

  • Saison: März bis Mai.
  • Wächst wild: auf Wiesen, Feldern und an Wegrändern.
  • Aroma: zartbitter, nussartig.
  • Verwendung: Blätter roh als Salat oder fein gehackt in Frischkäse oder unter Pasta, als Pesto und unter Risotto. Die Blüten sind ein hübscher Hingucker in Salaten oder lassen sich zu Löwenzahnhonig verarbeiten. Gekochten Gerichten erst am Schluss beifügen.
  • Ernte: Blattrosetten mitsamt der Pfahlwurzel ausstechen. Die Blätter schmecken vor der Blüte am zartesten.
  • Tipp: Seine etwas bittere Note wird milder, wenn er 5 Minuten in lauwarmes Wasser gelegt wird.
  • Hinweis: Gebleichter Löwenzahn wächst nicht wild, sondern wird lichtgeschützt so gezüchtet. Er enthält weniger Bitterstoffe als das wild wachsende Kraut.
  • Ersatz: Rucola.
  • Rezept: Löwenzahnsalat mit Speck und Frischkäse

Noch mehr zum Thema lesen Sie in unserem ausführlichen Beitrag Löwenzahn: Aromatischer Frühlingsbote.

Gebleichter Löwenzahn (rechts) ist weniger bitter als grüner.
Gebleichter Löwenzahn (rechts) ist weniger bitter als grüner.

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Portulak

  • Saison: November bis April.
  • Erhältlichkeit / Anbau: Winterportulak wird auf Wochenmärkten und in Lebensmittelgeschäften angeboten. Wenn man das Kraut auch im Sommer geniessen will, muss man es ab Mai bis August selber aussäen.
  • Aroma: leicht säuerlich, salzig und nussig.
  • Verwendung: Die jungen, zarten Blätter werden vorwiegend roh verwendet, zum Beispiel in Salat, als frische Suppengarnitur und in kalten Saucen auf der Basis von Quark oder Sauerrahm. Sie können auch wie Spinat zubereitet werden.
  • Ernte: Juni bis Oktober (Sommerportulak). Nicht zu tief abschneiden, dann wächst er wieder nach.
  • Tipp: Portulak ist nur kurz lagerfähig und sollte damit möglichst frisch genossen werden.
  • Hinweis: Da Portulak einen salzigen Geschmack hat, eher zurückhaltend würzen.
  • Ersatz: Spinat.
  • Rezept: Rüebli-Couscous mit verlorenen Eiern und Portulak
Portulak ist eigentlich ein Winterkraut und von November bis April erhältlich.
Portulak ist eigentlich ein Winterkraut und von November bis April erhältlich.

Sauer- und Blutampfer

  • Saison: März bis Mitte Sommer.
  • Wächst wild: auf feuchten Wiesen, an Wald- und Wegrändern sowie an Böschungen.
  • Erhältlichkeit / Anbau: Mittlerweile ist Sauerampfer auch auf Wochenmärkten und in Lebensmittelgeschäften erhältlich. Häufiger anzutreffen ist jedoch sein kleiner Bruder, der Blutampfer. Diesen kann man gut auf dem Balkon oder im Garten anbauen.
  • Aroma: säuerlich, salzig und krautig.
  • Verwendung: Beide Ampferarten sind ideal für die Salatküche. Sauerampfer eignet sich aber auch für Saucen, Suppen sowie Fleisch- und Wurstfüllungen. Er kann aber auch als Gemüse wie Spinat zubereitet werden. Der Blutampfer mit seinen feinen roten Blattadern eignet sich für hübsche Garnituren.
  • Ernte: Ausschliesslich die jungen Blätter pflücken. Blütentriebe regelmässig abschneiden, damit das Blattwachstum angeregt wird.
  • Tipp: Sauerampfer entwickelt sein Aroma erst so richtig, wenn er in wenig Butter angedämpft und püriert wird. Für Saucen die Blätter zuerst blanchieren, damit die schöne grüne Farbe erhalten bleibt.
  • Ersatz: Spinat.
  • Rezept: Sauerampfer-Omelette
Die jungen, zarten Blätter des Blut- (links) und des Sauerampfers können von Frühling bis Mitte Sommer geerntet werden.
Die jungen, zarten Blätter des Blut- (links) und des Sauerampfers können von Frühling bis Mitte Sommer geerntet werden.