Banh mi - das Sandwich aus Vietnam auf Erfolgskurs

Banh mi - das Sandwich aus Vietnam auf Erfolgskurs

Geheimtipp oder längst schon Trend? Banh mi, die Baguette-Spezialität aus Vietnam, erobert gerade im Sturm die Schweiz. In Vietnam wird das belegte Brot als Snack, Zwischenmahlzeit oder auch zum Frühstück gegessen und besteht traditionellerweise aus einer Baguette, die mit Fleisch, Salat, einer würzigen Sauce und Kräutern belegt wird. Banh mi schmeckt aber auch in der vegetarischen Alternative mit Tofu.

Wie die Baguette nach Vietnam kam

Banh ist ein altes Wort aus dem Vietnamesischen, das als Oberbegriff für verschiedenste gebackene Lebensmittel verwendet wird. So neben klassischem Gebäck wie Brot oder Kuchen beispielsweise auch für Glückskekse oder das heilige Brot (Hostien). Banh mi ist ein gutes Beispiel, dass es einfach nur genial ist, wenn man das beste aus zwei Länderküchen kombiniert.
Wieso in Vietnam oft Baguette gegessen wird, hat historische Gründe. Die Baguette wurde zu Zeiten des französischen Kolonialismus in Vietnam verbreitet und in die lokale Küche übernommen. Die vietnamesische Baguette enthält aber meist etwas Fett und ist ein bisschen kürzer als ihr Pendant in Frankreich.

Jedem sein Brötchen

Es gibt keine strengen Vorgaben, mit was ein Banh mi belegt werden sollte. Das vietnamesische Sandwich lässt beim Belegen viel Freiraum für individuelle Vorlieben. Daher gilt auch hier: Erlaubt ist, was schmeckt. Es gibt Foodblogger, die machen es sich zum Sport, sich durch die verschiedenen Banh-mi-Stände Vietnams zu essen, um das beste Sandwich zu finden.

Banh mi besteht aus fünf Zutatengruppen. Während früher das Sandwich noch oft mit Pastete belegt wurde, wird es heute mit gebratenem, kräftig gewürztem Schweine-, Rind- oder Hühnerfleisch belegt und mit Gemüse wie Rüebli, Rettich oder Gurken ergänzt. Dabei werden Gemüse und Fleisch zu gleich grossen Teilen verwendet. Dazu kommen Mayonnaise und frische Kräuter oder Sprossen. Mittlerweile gibt es auch diverse Abwandlungen für Vegetarier und Veganer mit Tofu oder Seitan statt Fleisch.

Baguette selber machen

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Koriander - ja oder nein?

Wer schon mal in Vietnam war, der weiss, dass Koriander in der südostasiatischen Küche sehr beliebt ist. So auch als wichtige Zutat im Banh mi. Doch auch wenn sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt: Gewissen Menschen bekommt das grüne Kraut einfach nicht so gut. Sie beklagen sich über einen unangenehmen seifigen Geschmack, und selbst kleine Mengen davon in einem Gericht können ihnen direkt den Appetit verderben.

Die Fronten zwischen den Korianderfans und jenen, die das Kraut als seifig wahrnehmen, sind verhärtet. Die völlig unterschiedliche Wahrnehmung ist allerdings keine reine Geschmacksfrage, sondern soll genetisch bedingt sein. Das fanden US-Forscher in einer Studie mit 30’000 Teilnehmern bereits im Jahr 2012 heraus, wie das Portal N-TV berichtet. Ein bestimmter Teil des Erbguts ist für den Bau eines Geruchsrezeptors verantwortlich, der vermutlich auf bestimmte chemische Verbindungen reagiert, die in grossen Mengen in Koriander vorhanden sind. Das verantwortliche Gen und damit auch den Rezeptor gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Eine von ihnen lässt Menschen den Geschmack von Koriander anscheinend besonders häufig als unangenehm und seifig empfinden.

Tipp: Wer Koriander nicht mag, der kann als Alternative glattblättrige Petersilie oder Kerbel verwenden.

Text: Christine Signer, Digital Content Editor
6. Juni 2022