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Verschiedene verpackte Lebensmittel von Betty Bossi wie Croissants, Teig, Fertiggerichte, Salate, Suppe, Oliven und Backmischung, von oben auf hellem Hintergrund angeordnet.
Gesundheit

Fertigprodukte im Familienalltag: überraschend gesund

Fertigpizza, Salatmix oder Tiefkühlgemüse retten im Familienalltag so manche Mahlzeit. Doch sind Convenience-Produkte automatisch ungesund? Ein Blick hinter den Begriff zeigt: Es kommt stark darauf an, welche Produkte du wählst.

Wina Betty Bossi Mitarbeiterin

Wina

Ernährungsberaterin

Der Alltag mit Kindern ist oft ein Balanceakt. Arbeit, Schule, Freizeit – und irgendwo dazwischen sollte auch noch gekocht werden. Kein Wunder, greifen viele Familien regelmässig zum sogenannten Convenience Food. Die Produkte sind schnell bereit und helfen, wenn die Zeit knapp ist.

Trotzdem haben Fertiggerichte keinen besonders guten Ruf. Viele denken sofort an Tiefkühlpizza, Pommes oder stark verarbeitete Snacks. Der Verdacht: viel Fett, viel Salz, viele Zusatzstoffe. Und weil Menschen von Natur aus eine Vorliebe für süsse und fettige Geschmäcker haben, wirken solche Produkte auch auf Kinder besonders attraktiv.

Convenience Food - was bedeutet das eigentlich?

Convenience Food ist ein Sammelbegriff für Lebensmittel, die bereits vorbereitet sind und dir Arbeit in der Küche abnehmen. Übersetzt bedeutet er schlicht "bequemes Essen".

Heute stammen mehr als die Hälfte unserer täglichen Kalorien aus verarbeiteten Lebensmitteln – dazu gehören auch Convenience-Produkte. Dabei reicht die Bandbreite von kaum verarbeiteten Zutaten bis zu komplett fertigen Mahlzeiten.

Convenience Food ist nicht gleich Convenience Food

Fertigprodukte werden in verschiedene Kategorien eingeteilt – je nachdem, wie stark sie vorbereitet sind. Dazwischen – und auch innerhalb davon – gibt es grosse Unterschiede in Qualität, Frische und Nährwert.

Kategorie

Beispiele

Küchenfertige Produkte

Gemüse, Tiefkühlgemüse oder gefrorene Fischfilets

Garfertige Produkte

Pasta, Aufbackbrötchen oder Tiefkühlpommes

Aufbereitungsfertige Produkte

Stockipulver, Backmischungen

Zubereitungsfertige Produkte

Backofen- und Mikrowellengerichte

verzehrfertige Produkte

Fertig­salate und Sandwiches, Joghurts und Smoothies

Wo das schlechte Image herkommt

Fertigprodukte hatten lange Zeit keinen besonders guten Ruf. Früher landeten in manchen Produkten tatsächlich eher minderwertige Zutaten. Um Haltbarkeit und Geschmack zu verbessern, setzte die Lebensmittelindustrie oft auf grosse Mengen Salz, Zucker, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker.

Diese Praxis hat sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verändert – besonders in der Schweiz. Viele Hersteller achten heute stärker auf hochwertige Zutaten und schonende Produktionsmethoden.

Convenience und ausgewogene Ernährung schliessen sich nicht aus

Viele Fertiggerichte sind heute deutlich ausgewogener zusammengesetzt als früher. Produzenten reduzieren Schritt für Schritt Salz und Zucker, damit sich auch unser Geschmack daran gewöhnt.

Gleichzeitig enthalten viele Produkte heute mehr Gemüse oder ein besseres Verhältnis der Nährstoffe.

Beispiele für ausgewogenere Convenience-Gerichte sind:

  • Poké Bowls mit Reis, Gemüse und Fisch

  • Salate mit Quinoa und Ei

  • Wraps mit Hummus und frischem Gemüse

Überraschend gesund: Tiefkühlgemüse

Ein gutes Beispiel für sinnvolles Convenience Food ist Tiefkühlgemüse. Es hält sich lange, ist schnell zubereitet und hat einen überraschenden Vorteil.

Gemüse, das direkt nach der Ernte schockgefrostet wird, enthält teilweise sogar mehr Vitamine als frisches Gemüse, das erst am nächsten Tag verkauft wird. Je nach Sorte kann der Unterschied bis zu 50 Prozent betragen.

Ein weiterer Pluspunkt: Tiefkühlgemüse lässt sich auch ausserhalb der Saison geniessen – ohne lange Transportwege oder Food Waste.

Praktische Helfer im Familienalltag

Gerade nach einem langen Arbeitstag fehlt oft die Energie, noch lange in der Küche zu stehen. In Kombination mit frischen Zutaten können dir Convenience-Produkte im Alltag viel Zeit sparen:

  • Tiefkühlgemüse als schnelle Beilage

  • fertige Tomatensaucen für Pasta

  • Salatmischungen für eine schnelle Mahlzeit

Verschiedene Barilla-Pastaprodukte mit gekochten Pasta-Gerichten, Tomatensauce, Pesto, Parmesan und frischen Tomaten, von oben auf hellem Hintergrund arrangiert.
Besonders Tomatensaucen sind für viele eine grosse Zeitersparnis. Nicht jeder hat abends noch die Energie, eine Sauce lange einkochen zu lassen.

6 Tipps für den Alltag

Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich Convenience Food sinnvoll in den Familienalltag integrieren.

1. Achte auf kurze Zutatenlisten

Je kürzer und verständlicher die Zutatenliste, desto besser.

2. Kombiniere frisch und fertig

Mische Convenience-Produkte mit frischen Zutaten. Zum Beispiel:

  • gekauften Pizzateig selbst belegen

  • Tomatensauce mit Gemüse oder Hülsenfrüchten ergänzen

3. Konservierungsstoffe einordnen

Sie verlängern die Haltbarkeit und sind in den zugelassenen Mengen gesundheitlich unbedenklich.

4. Behalte Zucker, Salz und Fett im Blick

Ein kurzer Blick auf die Nährwerttabelle hilft beim Vergleichen.

5. Achte auf eine ausgewogene Mahlzeit

Idealerweise enthält dein Teller:

  • Gemüse

  • eine Eiweissquelle (z. B. Poulet, Hülsenfrüchte oder Hüttenkäse)

  • Kohlenhydrate

6. Koche frisch, wenn es die Zeit erlaubt

Und beziehe deine Kinder mit ein. Gemeinsames Kochen stärkt den Familienzusammenhalt – und dein Nachwuchs lernt ganz nebenbei wichtige Küchenfertigkeiten.

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