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Vakuumiertes Fleisch im Tiefkühler
Kochwissen

Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte einfrieren

Etwas Rindfleisch, Butter oder ein Käse übrig? Viele tierische Lebensmittel lassen sich ganz einfach und sicher einfrieren. Wir zeigen dir, wie das geht und auf was du bei den einzelnen Lebensmittelgruppen achten musst.

Sarah Betty Bossi Mitarbeiterin

Sarah

Leiterin Kulinarik-Content

Das Wichtigste in Kürze

  • Fleisch & Fisch: Immer gut verpackt und möglichst luftdicht einfrieren. Produkte, die roh eingefroren wurden, nicht bei Zimmertemperatur auftauen.

  • Eier: Eiweiss und Eigelb getrennt tiefkühlen, Eigelb mit einer Prise Salz.

  • Milchprodukte: Butter, Hart- und Reibkäse eignen sich sehr gut zum Einfrieren. Sie werden vorher am besten portioniert oder gerieben. Milch und Milchprodukte sind nur bedingt geeignet, da sich beim Auftauen die Konsistenz verändert.

Tierische Produkte einfrieren: Was ist möglich?

Die folgende Übersicht zeigt dir auf einen Blick, welche tierischen Lebensmittel sich problemlos einfrieren lassen, wo Vorsicht geboten ist und was lieber nicht in den Tiefkühler sollte:

Lebensmittel

Zum Einfrieren geeignet?

Max. Haltbarkeit

Rindfleisch (roh)

Geeignet

3–8 Monate

Schweinefleisch (roh)

Geeignet

2–4 Monate

Geflügel, z.B. Poulet (roh)

Geeignet

4–8 Monate

Wurst

Geeignet

2 Monate

Schinken & Speck

Geeignet

2–3 Monate

Fischfilets (roh)

Geeignet

2 Monate

Eigelb bzw. Eiweiss (roh, verquirlt)

Geeignet

3–6 Monate

Eier (gekocht)

Nicht geeignet

Butter

Geeignet

6 Monate

Hart- & Reibkäse

Geeignet

6 Monate

Halbhartkäse

Geeignet

6 Monate

Weichkäse

Geeignet

6 Monate

Frischkäse & Quark

Geeignet

3 Monate

Milch

Bedingt geeignet

2 Monate

Joghurt, Sauermilch, Hüttenkäse

Nicht geeignet

Rahm

Bedingt geeignet

1 Monat

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So frierst du Fleisch, Fisch, Eier & Co. sicher ein

Jetzt weisst du, welche tierischen Produkte sich einfrieren lassen und wie lange sie haltbar bleiben. Doch worauf solltest du achten, damit der Genuss auch in ein paar Wochen oder Monaten garantiert ist? Hier kommen die wichtigsten Tipps – nach Lebensmittelgruppen sortiert.

Was für alle Lebensmittel gilt: Der Tiefkühler sollte durchgehend mindestens -18 °C und weder zu voll noch zu leer sein.

Fleisch einfrieren

Rind-, Schweine- und Pouletfleisch kannst du problemlos einfrieren, solange es frisch und hygienisch verpackt ist. Am besten portionierst du es vor, damit du später gleich die richtige Menge auftauen kannst.

  • Schweinefleisch: Grosse Stücke (ohne Knochen), Geschnetzeltes und Steaks können gut 4 Monate ins Gefrierfach. Hackfleisch, Koteletts und Voressen bis 2 Monate. Am besten luftdicht (oder gleich vakuumiert) verpacken, um Gefrierbrand zu vermeiden (gilt für alle Fleischsorten).

  • Rindfleisch: Grosse Stücke (ohne Knochen), Siedfleisch, Steaks und Plätzli können bis 8 Monate tiefgekühlt werden. Voressen, Koteletts und Geschnetzeltes 6 Monate, Hackfleisch und grosse Stücke mit Knochen 3 Monate. Tipp: Gehacktes lässt sich auch super direkt in Form von Burger-Pattys einfrieren – so steht der nächsten Grillparty nichts mehr im Weg!

  • Geflügel: Bei Poulet und anderen Geflügelarten ist es besonders wichtig, sie frisch einzufrieren und gut zu verpacken. Du kannst sowohl ein ganzes Poulet einfrieren als auch einzelne Teile wie Pouletschenkel (bis 8 Monate). Geschnetzeltes und Teile ohne Knochen und Haut 4 bis 5 Monate.

Vakuumiertes Fleisch wird in eine Tiefkühltruhe gelegt
Das sagt der Experte

Was ist eigentlich Gefrierbrand?

Gefrierbrand nennt man ausgetrocknete Randschichten beim Tiefkühlgut. Es bildet sich meist durch undichte Verpackungen. Alle Nahrungsmittel können davon betroffen sein. Bei Fleisch ist es jedoch recht häufig, da es einen hohen Flüssigkeitsgehalt hat. Darum: Lebensmittel möglichst luftdicht verpacken bzw. vakuumieren. Gut zu wissen: Ein betroffenes Produkt ist nicht automatisch verdorben, aber Inhalts- und Geschmacksstoffe gehen bei Gefrierbrand verloren. Meist reicht es, die verfärbten Stellen einfach wegzuschneiden.

Severino Betty Bossi Mitarbeiter

Severino

Rezeptredaktor

  • Wurst, Speck und Schinken: Würste, Speck und Schinken lassen sich ebenfalls gut im Tiefkühler aufbewahren – am besten als ganze Stücke und luftdicht verpackt. Geschnittene Scheiben kleben im Gefrierfach häufig zusammen und trocknen aus. Tipp: Rolle Speck- und Schinkenscheiben vor dem Einfrieren ein, so kleben sie weniger zusammen und lassen sich einfacher einzeln entnehmen.

  • Fisch einfrieren: Fischfilets wie Lachs, Kabeljau oder Forelle lassen sich frisch sehr gut einfrieren. Zur Vorbereitung darauf achten, den Fisch gründlich zu entgräten und trocken zu tupfen. Dann am besten einzeln auf einem Tablett vorfrosten, also noch unverpackt schon mal eine Zeit lang ins Gefrierfach legen. Erst dann in einen Gefrierbeutel geben. So kleben die Filets nicht zusammen. Haltbarkeit: 1 bis 2 Monate. Ganze Fische (geschuppt und ausgenommen): 2 Monate. Rauchlachs kann man auch einfrieren. In der Verpackung 1 Monat, vakuumiert bis zu 4 Monate.

Eier einfrieren

Ganze Eier in der Schale kann man nicht einfrieren. Stattdessen Eiweiss und Eigelb getrennt einfrieren, Eigelb verquirlt mit einer Prise Salz oder Zucker (je nachdem, wie du die Eier nach dem Auftauen weiterverwenden willst). Übrigens: Auch gekochte Eier einzufrieren ist keine gute Idee, da sich die Konsistenz zu stark verändert.

Milchprodukte einfrieren

Milchprodukte lassen sich grundsätzlich einfrieren, ein paar Dinge muss man aber beachten:

  • Butter: Butter ist sehr gut geeignet. Du kannst sie in der Originalverpackung oder portioniert bis 6 Monate ins Gefrierfach legen. Sie lässt sich nach dem Auftauen direkt zum Kochen, Braten oder Backen verwenden. Kräuterbutter portionsweise einfrieren – so bist du auch für spontane Apéros oder Grillpartys bestens vorbereitet.

Kräuterbutter

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Es geht nichts über selbst gemachte Kräuterbutter – zum Beispiel mit frischem Majoran.

Total
15 min
vegetarisch
  • Käse: Alle Sorten Käse lassen sich prima tiefkühlen. Weichkäse wie Tomme, Gorgonzola oder Reblochon genauso wie wie Hart- oder Halbhartkäse. Besonders praktisch für die anschliessende Verwendung von Hartkäse: bereits gerieben in einen Gefrierbeutel geben. So hält er ohne Weiteres bis 6 Monate. Das Gleiche gilt für Halbhartkäse wie Raclettekäse. Diesen am besten in Scheiben oder Stücke geschnitten tiefkühlen. Für alle Sorten gilt: Gut in Folie verpacken oder in der Originalverpackung tiefkühlen. Frischkäse und Mozzarella halten in der Originalverpackung ebenfalls bis 6 Monate.

  • Milch: Pastmilch lässt sich zwar im Gefrierschrank länger haltbar machen (2 Monate), allerdings kann sie beim Auftauen leicht flocken. Verwende diese Milch deshalb lieber zum Kochen oder Backen als im Kaffee oder der heissen Schoggi. Rahm kann man 1 Monat tiefkühlen, danach für Saucen einsetzen. Schlagen lässt er sich dann nicht mehr. Wichtig: Behälter jeweils nicht ganz füllen, da sich Flüssigkeiten beim Einfrieren noch etwas ausdehnen.

  • Weitere Milchprodukte: Hüttenkäse, Joghurt, Sauerrahm oder Crème fraîche lassen sich nicht tiefkühlen. Ausnahme: Quark (in der Originalverpackung für 3 Monate).

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Tierische Lebensmittel sicher auftauen

Mit diesen Hinweisen zum richtigen Auftauen stellst du sicher, dass die Produkte für die Weiterverarbeitung sowohl sicher als auch in bester Qualität sind:

  • Fleisch und Fisch für maximale Sicherheit lieber über Nacht im Kühlschrank auftauen, nicht bei Raumtemperatur. Die Mikrowelle eignet sich nur für kleine Portionen, die direkt weiterverwendet werden – am besten auf niedriger Stufe oder dem speziellen Auftauprogramm. Fleisch niemals (an)gefroren braten.

  • Verquirltes Ei, Eiweiss oder Eigelb wird idealerweise über mehrere Stunden im Kühlschrank aufgetaut. Das Ei danach direkt verwenden, aber nur zum Kochen oder Backen – nicht mehr roh verzehren!

  • Butter kann insbesondere zum Braten und Backen direkt aus dem Gefrierfach verwendet werden.

  • Käse und andere Milchprodukte am besten langsam im Kühlschrank auftauen lassen, damit Textur und Geschmack bestmöglich erhalten bleiben. Geriebener Käse kann gefroren verwendet werden.

Rezeptinspiration für maximalen Genuss nach dem Auftauen

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Häufige Fehler beim Einfrieren von tierischen Produkten

Wer diese häufigen Fehler beim Einfrieren von Fisch, Fleisch & Co. vermeidet, hat später mehr Freude an den Lebensmitteln.

Fehler 1: Die Lebensmittel nicht luftdicht verpacken

Die Qualität des Tiefkühlguts hängt von der Verpackung ab. Werden die Produkte nicht luftdicht oder mit zu viel Platz im Behälter eingefroren, kann Gefrierbrand entstehen. Die Qualität leidet und die Speisen trocknen aus – was bei roh eingefrorenen Produkten umso heikler ist.

So geht’s besser: Geeignete Behälter (Tiefkühldosen oder Beutel in verschiedenen Grössen) möglichst gut befüllen (nur bei Flüssigkeiten etwas Platz lassen). Bei Gefrierbeuteln die Luft so gut wie möglich rausdrücken oder -streichen. Noch besser ist es, wenn die Lebensmittel vakuumiert werden – dann hat Gefrierbrand keine Chance. Das gilt vor allem für Fleisch, Fisch und Würste.

Fehler 2: Flüssigkeiten bis zum Rand einfüllen

Werden Gefässe wie Flaschen oder Gläser zu voll befüllt, laufen sie Gefahr zu platzen. Der Grund: Beim Frieren dehnen sich insbesondere Flüssigkeiten noch etwas aus.

So geht’s besser: Beim Auffüllen ungefähr 10 bis 15 Prozent des Gefässvolumens zum Ausdehnen frei lassen.

Fehler 3: Tiefkühlware nicht beschriften

Sind die Gefrierbeutel oder -boxen nicht eindeutig beschriftet und datiert, geht schnell der Überblick verloren und die Lebensmittel könnten ungeniessbar werden. Gerade bei tierischen Produkten mit vergleichsweise kurzer Haltbarkeit – wie Milch oder Käse – kann dies schnell mal passieren.

So geht’s besser: Jedes Gefäss mit genauem Inhalt, Einfrierdatum und Gewichtsangaben bzw. Portionen versehen. Beutel mit wasserfestem Filzstift oder Kugelschreiber, Dosen mit Etiketten anschreiben. Neueres Gefriergut nach hinten legen und älteres nach vorne holen – so geht es nicht so leicht vergessen.

Fehler 4: Einmal Aufgetautes wieder einfrieren

Gerade, wenn Lebensmittel in zu grossen Mengen oder unabsichtlich aufgetaut werden (etwa aufgrund eines Stromausfalls), ist die Versuchung gross, sie einfach nochmals einzufrieren. Davon ist aber dringend abzuraten, denn der Geschmack und vor allem die Lebensmittelsicherheit sind dann nicht mehr gewährleistet.

So geht’s besser: Portionsweise einfrieren hilft, unnötiges Auftauen zu vermeiden. Lässt es sich mal nicht vermeiden, hilft eine gute Rezeptplanung, die Produkte schnell zu verwerten – und im Zweifel freuen sich vielleicht auch die Nachbarn, wenn sie etwas vom Eintopf abbekommen.

Fleisch aus dem Gefrierschrank – und rein in den Topf!

Blitz-Chili con carne

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