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Samichlausziit

Der Samichlaus meint es gut mit Gross und Klein: Mit vollen Händen und aus vollem Herzen verteilt er Leckereien aus seinem grossen Sack. Würziger Lebkuchen und feine Grittibänzen gehören dazu, saftige Mandarinen und Nüsse, die uns im Winter fit halten. Am 6. Dezember geniessen wir diese Herrlichkeiten mit der Familie und mit Freunden und lassen bei Kerzenlicht behagliche Adventsstimmung aufkommen.

Der Samichlaus bringt feine Gaben

Nach dem Versli öffnet der Samichlaus seinen Sack und beschenkt die Kinder.

Der Samichlaus bringt feine Gaben

Von Weitem hört man schon sein Glöcklein … vielerorts kommt der Samichlaus mit wallendem rotem Gewand und weissem Bart des Weges, mit Schmutzli und Esel sowie dem goldenen Buch, in dem alles Wichtige geschrieben steht. Wir kennen und lieben unseren Samichlaus als würdigen und gütigen Besucher, der die Kinder spätestens nach dem Versli mit allerlei Leckereien aus seinem stets gut bestückten Sack belohnt. Wo es der Brauch ist, dass der Nikolaus unsichtbar bleibt, legt er die Esswaren auf einen bereitgestellten Teller, in ein Papierschiffchen, in Stiefel oder in aufgehängte Socken. Äpfel, Birnen, Orangen, Mandarinen, Nüsse, Datteln und getrocknete Feigen gehören zu den Samichlaus-Gaben. Und natürlich die feinen Backwaren wie Lebkuchen und Grittibänz.

Rezept: Samichlaus-Lebkuchenwürfel (Titelbild)

Vorweihnächtliche Gaumenfreuden

Eines von vielen feinen Lebkuchen-Rezepten!

Vorweihnächtliche Gaumenfreuden

Nicht nur Hänsel und Gretel kennen seine verführerische Kraft: Lebkuchen mit bunten Glasurornamenten oder Marzipanbild isst man auch mit den Augen. Mit gegossenem Reliefbild ist er ein kleines Kunstwerk. Lebkuchen sind Honiggebäcke und gehen auf die mittelalterlichen Klöster zurück. Allein die Schweizer Tradition ist weit verzweigt: Berner Lebkuchen ist anders als Luzerner oder Einsiedler und anders als Biberfladen aus der Ostschweiz.

Lebkuchen schmeckt fein nach Weihnachten, das liegt an den Gewürzen Zimt, Nelken, Koriander, Muskatnuss, Ingwer, Pfeffer und an den Zitrusfrucht-Schalen. Die Mischung ist das bestgehütete Geheimnis jedes Bäckers. Ohne Füllung macht Lebkuchen lange nach dem Samichlaus-Tag noch Freude. Einmal hart, tunkt man ihn in Milchkaffee oder in heisse Schokolade. Appenzeller bestreichen den Biberfladen und Luzerner den Lebkuchen mit Butter.
Rezept: Lebkuchen

Ein erfolgreicher Mann: der Grittibänz

Nicht einfach nur Grittibänzen: Hier geben sich Samichlaus und Schneemann die Ehre.

Ein erfolgreicher Mann: der Grittibänz

Richtig gemütlich wirds, wenn er auf den Tisch kommt: der Grittibänz. Seinen Erfolg macht ihm so schnell keiner nach, denn hierzulande gehört er seit 450 Jahren zur Adventszeit - vom Frühstück bis zum Znacht. Grittibänz heisst «Mann mit gespreizten Beinen». Benz/Bänz ist die Kurzform für den Namen Benedikt, der seiner Häufigkeit wegen sogar für «Mann» verwendet wurde. In den Anfängen waren Grittibänzen vor allem im Schweizer Mittelland verbreitet. Man staunt: An manchen Orten kursierten sie auch als Frauenfigur, etwa als «Frowli» in Zürich. Die Romandie hingegen kennt den Zopfteig-Mann erst seit dem 20. Jahrhundert. Ob mit Hut, Gurt, Hosenträger, Knöpfen, Pfeife, Rute oder nur mit Rosinen-Augen: Zum Reinbeissen ist er immer.

Sich Zeit fürs Selberbacken zu nehmen, ist gerade mit Kindern eine schöne Sache und ein wunderbares Gegenprogramm zum Weihnachtsshopping. Formen und Ausstatten darf man, wie man will.

Rezept: Samichlaus und Schneemann

Muntermacher aus dem Samichlaus-Sack

Hat der Samichlaus Hunger? Von diesem Mandarinen-Tiramisu probiert er sicher gerne.

Muntermacher aus dem Samichlaus-Sack

Die Erdnüsse vom Samichlaus tun uns gute Dienste: Ihr Nährwert ist dank guten Fetten, Proteinen, Vitaminen und Mineralien gewaltig. Sie sind gut für Herz und Kreislauf, stärken Muskeln und Nerven. Ihr Kaloriengehalt ist allerdings stattlich. Schlemmen darf man dafür die Vitamin-C-reichen Winter-Muntermacher: Die hell orangefarbenen Mandarinen schmecken süss, zart und aromatisch. Sie lassen sich leicht schälen; das einzig Störende können die Kerne sein. Kernlos ist die beliebte Sorte Satsuma (Ursprung: Japan). Sie sollte mit noch etwas grüner Schale, also vor der Vollreife, gegessen werden. Danach wird sie trocken und verliert ihr Aroma.

Clementinen haben eine tief orangefarbene, dünne Schale. Sie lassen sich nicht so leicht schälen. Dafür sind sie meist samenlos. Clementinen sind süsser als Mandarinen, besonders saftig und hoch aromatisch.

Rezept: Mandarinen-Tiramisu

Christkind oder Samichlaus: Wer bringt die Geschenke?

Der Samichlaus kommt in der Deutschschweiz am 6. Dezember, das Christkind an Heiligabend.

Christkind oder Samichlaus: Wer bringt die Geschenke?

Unser Samichlaus trägt gut 1700 Jahre Geschichte auf seinen starken Schultern. Sein Urahn ist Nikolaus von Myra, der im Gebiet der heutigen Türkei lebte. Er war ein Wohltäter, der die Armen an seinem Reichtum teilhaben liess. Als Gabenbringer hat er in der christlichen Tradition seinen festen Platz. Glauben und Brauchtum rund um den Samichlaus haben sich im Lauf der Zeit aber in unzähligen Varianten entwickelt.

In Europa werden zwischen Nikolaustag (6. Dezember) und Neujahr schon seit Jahrhunderten Geschenke verteilt. Wahrscheinlich haben wir es in der deutschen Schweiz und andernorts dem Reformator Martin Luther zu verdanken, dass wir nicht den Heiligen Nikolaus als weihnachtlichen Gabenbringer kennen, sondern das Christkind. Luther lehnte die Heiligenverehrung ab und pries dafür den «Heiligen Christen» Jesus, den sich die Menschen bald als engelsgleiches Kind vorstellten. In der Romandie freuen sich die Kinder hingegen an Heiligabend auf den Père Noël («Vater Weihnacht»), im nördlichen Deutschland auf den Weihnachtsmann und in den USA auf Santa Claus.

Text: Tiziana Ossola

1. Dezember 2016

Tagestipp 4.12.: köstliche Samichlaus-Lebkuchenwürfel

Starten Sie die Samichlaus-Woche mit köstlichen Lebkuchenwürfeln. Die süssen, kleinen Samichläuse sehen nicht nur dekorativ schön aus, sondern sind auch äusserst genussvoll!

Tagestipp 4.12.: Rezept Samichlaus-Lebkuchenwürfel

Dossier: Backen in der Weihnachtszeit

Wenn es draussen hudelt und gefriert, gibt es nichts Schöneres, als sich auf dem Sofa einzukuscheln und die Fantasie auf Reisen zu schicken. Vollkommen wird der Genuss mit Weihnachtsgebäck in greifbarer Nähe. Was wäre die Adventszeit ohne Grittibänz, Lebkuchen, Brownies oder klassische Weihnachtsguetzli?

Dossier: Backen in der Weihnachtszeit