Kartoffel - die Knolle voller Genuss

Die Kartoffel ist ein wunderbar köstliches und weit gereistes Ding - denn die knusprige Rösti, den Gratin zum Fest und den Kartoffelsalat zur Party haben wir den Inkas zu verdanken! Und keine Angst vor Pfunden: Die vielseitige Wunderknolle ist aus der trendigen, schlanken Küche längst nicht mehr wegzudenken.

Eine Knolle für alle Lebenslagen

Eine Knolle für alle Lebenslagen
Die Rösti passt sich jeder Saison an: Kalbsleberli mit Ofenrösti.

Kartoffeln sind das wohl vielseitigste Gemüse, das es überhaupt gibt: butterzarte Salzkartoffeln, feiner Gratin dauphinois, Rösti in allen Variationen, Pommes frites, Gnocchi oder würziger Kartoffelsalat - die Zubereitungsarten sind unerschöpflich! Kartoffeln begleiten ein zartes Stück Fleisch oder kommen als vollwertiges vegetarisches Menü auf den Tisch. Sie belasten weder schmale Haushaltsbudgets noch schaden sie der schlanken Linie, sie sind Kraftnahrung und Schonkost in einem. Kurz: Die tolle Knolle ist ein kulinarisches Universalgenie!

Rezepte:

Ausgekochtes Früchtchen im Trend

Ausgekochtes Früchtchen im Trend
Herbstlicher Seelenwärmer: Ofengemüse mit Tomme.

Mit Kartoffeln kann man problemlos jeden Tag im Jahr ein anderes Gericht zubereiten, ohne zweimal dasselbe zu kochen! Je nach Sorte eignen sie sich zum Dämpfen, Backen oder Frittieren. Gekochte Kartoffeln kann man zu einem luftigen Soufflé oder Kartoffelstock weiterverarbeiten, zu festen Gnocchi formen oder als Gschwellti in den Brotteig mischen. Auch als Salat ist die Kartoffel unentbehrlich: Man stelle sich die Vereinsparty oder den Grillabend ohne Kartoffelsalat vor!

Weil die Kartoffel einen dezenten Eigengeschmack hat, kann man sie mit nahezu allen Kräutern und Gewürzen kombinieren. Klassisch zur Kartoffel ist Muskatnuss, aber auch andere exotische und einheimische Gewürze passen wunderbar dazu: Probieren geht über Studieren.

Rezept: Ofengemüse mit Tomme

Kartoffelrezepte aus aller Welt

Kartoffelrezepte aus aller Welt
Die Kartoffelgnocchi aus Italien sind eine willkommene Abwechslung zur Pasta: Gnocchi al pomodoro (glutenfrei).

Die Kartoffel ist nicht nur für moderne kulinarische Höhenflüge gut. In vielen Ländern basieren typische Nationalgerichte auf der unverzichtbaren Knolle:

  • Italien: Gnocchi sind das Kartoffelpendant zur Hartweizengriess-Pasta. Zu den kleinen Klösschen serviert man die klassischen Pastasaucen.
  • Frankreich: Der französische Apotheker und Agronom Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) hat sich sehr für die Verbreitung der Kartoffel eingesetzt. Ihm zu Ehren haben französische Kartoffelgerichte manchmal den Zusatz «parmentier», z.B. Suppen oder Gratins.
  • Spanien: Die Tortilla española ist ein Fladen aus Ei, Kartoffeln und Zwiebeln - und nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen mexikanischen Brotfladen!
  • Griechenland: Der bekannte Auberginengratin Moussaka kann neben oder statt Lammfleisch auch Kartoffeln enthalten.
  • Irland: Der Eintopf Irish Stew mit Lammfleisch, Rüebli, Kabis und Kartoffeln ist legendär.
  • USA: Baked Potatoes, ganze, gebackene Kartoffeln, möglichst gross, mit möglichst viel Sauerrahm!
  • Deutschland: Labskaus ist eine norddeutsche Spezialität aus Pökelfleisch oder Corned Beef, Kartoffeln, Matjes, Zwiebeln und Randen. Matrosen schätzten es schon vor 300 Jahren.
  • Indien: Kartoffeln in exotischer Gesellschaft, z.B. als Scheiben, in Kichererbsenteig ausgebacken (Alu Pakora) oder als Bällchen mit Kokosraspeln.


Rezepte:

Kartoffeln machen eine gute Figur!

Kartoffeln machen eine gute Figur!
Mit diesem Gemüse-Kartoffel-Salat kommt Sommerstimmung auf!

Bis vor einigen Jahren war man der Ansicht, dass Kohlenhydrate (Brot, Kartoffeln, Teigwaren usw.) zu einem grossen Teil in Fette umgewandelt werden und zur Zunahme des Fettgewebes beitragen. Zu Unrecht, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen! Was wirklich dick macht, ist, wenn wir zu viel essen und zu viel Fett zu uns nehmen. Ist unser Energieverbrauch zudem durch mangelnde körperliche Aktivität gering, wird die überschüssige Menge im Fettgewebe eingelagert. Kartoffeln sind also keine Übeltäter, im Gegenteil: In einer ausgewogenen Ernährung sollten sie ein fester Bestandteil sein. Sie enthalten neben Wasser auch hochwertiges Eiweiss, Stärke, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Kartoffeln haben ein grosses Volumen, was den Magen füllt und satt macht. Die Kohlenhydrate, die wir essen, werden hauptsächlich zur Energiegewinnung genutzt.

Hinweis: Grüne Stellen, Keime und Augen restlos entfernen. Sie enthalten Solanin, das für den Menschen giftig sein kann.

Rezept: Gemüse-Kartoffel-Salat

Kartoffeln - so süss!

Kartoffeln - so süss!
Für wahre Kartoffelfans gibts sogar Desserts, z.B. die Marillenknödel, eine Spezialität aus Österreich.

Wer meint, nach dem Hauptgang sei Schluss für die Kartoffel, der irrt sich, denn selbst als Dessert macht die Knolle eine gute Figur. Mit einer Kartoffel-Schokoladetorte oder einem Kartoffel-Rahmfladen verblüffen Sie selbst ausgebuffte Dessertfans! In Österreich serviert man zum Kaffee Marillenknödel: frische Aprikosen im Kartoffelteigmantel.

Doch Vorsicht: Die Kartoffel hat zwar ihren Ruf als Dickmacherin erfolgreich abgelegt, aber so viele süsse Zutaten kann die schlankste Kartoffel kalorienmässig nicht wettmachen.

Rezept: Marillenknödel

Text: Gina Graber
7. September 2015

Wussten Sie?

Aus den Anden nach Glarus
Jeder Schweizer, jede Schweizerin isst pro Jahr 43 kg Kartoffeln.

Die Kartoffel stammt ursprünglich aus dem Andenländern Peru, Bolivien, Chile und Ecuador, wo sie schon vor über 7000 Jahren von den Indianern als wichtiges Nahrungsmittel in vielen Sorten kultiviert wurde. Mit den Seefahrern gelangte sie im 16. Jahrhundert als Mitbringsel an die europäischen Fürstenhöfe, wo sie zuerst wegen ihrer schönen Blüten als Zierpflanze in den Pärken gehegt und gepflegt wurde. In der Schweiz tauchte sie erstmals 1590 im Glarnerland auf: Schweizergardisten hatten sie aus Italien in ihre Heimat mitgebracht.

Den Durchbruch in Europa schaffte das südamerikanische Gewächs während der grossen Hungersnöte im 17. und 18. Jahrhundert, als man infolge der Getreidemissernten die noch ungewohnte Kartoffel vermehrt anbaute. Andererseits verursachte sie selber grosse Not, als es in Irland wegen der gefürchteten Knollenfäule, der Kartoffelpest, vor 1850 mehrmals zu schrecklichen Missernten kam. Über eine Million Menschen verhungerten, wer konnte, wanderte nach Amerika aus.

Eine preussische Statistik aus dem Jahr 1900 belegt einen Kartoffelkonsum von jährlich unglaublichen 286kg - pro Person! Im Vergleich dazu sind die aktuellen Zahlen bescheiden: Herr und Frau Schweizer essen aktuell noch rund 43 kg Kartoffeln pro Jahr, der Konsum ist aber ziemlich konstant.

 

Spezieller Tipp

Charlotte oder Désirée?
Nicht alle Kartoffelsorten sind für Stock geeignet: Achten Sie auf die Angaben auf der Verpackung.

Für jedes Kartoffelgericht gibt es die ideale Knolle! Man unterscheidet folgende Kartoffeltypen:
 

  • Kochtyp A, fest kochend:
    Diese Kartoffeln zerfallen auch bei längerem Kochen nicht, ihr Fleisch ist feucht und glatt, der Stärkegehalt niedrig.
    Geeignet für: Kartoffelsalat, Salz- und Bratkartoffeln.
    Sorten: Amandine, Charlotte, Nicola, Stella u.a.
  • Kochtyp B, vorwiegend fest kochend:
    Die Schale kann beim Kochen aufspringen, das Fleisch bleibt meist fest und ist schwach mehlig.
    Geeignet für: Rösti, Bratkartoffeln, Pommes frites, Salzkartoffeln, Gratin, Kartoffelstock.
    Sorten: Agata, Lady Christl, Urgenta u.a.
  • Kochtyp C, mehlig kochend:
    Springt beim Kochen stark auf, das Fleisch ist mehlig, eher trocken, mit hohem Stärkegehalt.
    Geeignet für: Pommes frites, Kartoffelstock, Gnocchi, Baked Potatoes, Gratin, Rösti.
    Sorten: Bintje, Derby.


Als Hilfe sind die Verpackungen mit Farben gekennzeichnet:
 

  • Grün: fest kochende Sorten.
  • Rot (bei Coop): vorwiegend fest kochende Sorten.
  • Blau: mehlig kochende Sorten.

 

Mehr Infos über Schweizer Kartoffeln finden Sie bei der Branchenorganisation swisspatat.

 



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