Zurück zum Wohlfühlgewicht

Zurück zum Wohlfühlgewicht

Nichts verändert den Körper so schnell und so drastisch wie eine Schwangerschaft. Bei der ersten Schwangerschaft sind viele im Irrglauben, dass die zusätzlichen Kilos mit dem Baby ebenfalls weggehen - doch das ist oft nicht so. Die Gewichtsabnahme nach der Geburt ist so individuell wie deren -zunahme in der Schwangerschaft. Als Faustregel gilt: Die Gewichtsabnahme dauert mindestens so lange wie die Gewichtszunahme - also neun Monate. Haben Sie Geduld, und hören Sie auf sich.

Das Baby ist raus, der Bauch ist noch da

War Ihr Gewicht vor der Schwangerschaft ungefähr stabil, ohne dass Sie sich darum kümmern mussten? Dann dürfen Sie auch jetzt davon ausgehen, dass Sie ohne Anstrengung nach neun Monaten wieder bei Ihrem Wohlfühlgewicht ankommen werden. Wenn Sie dazu neigen, ein inneres Ungleichgewicht oder Manko mit Essen auszugleichen, dann sind Sie jetzt besonders gefordert. Denn nie ist es schwieriger, bei sich selbst zu bleiben wie jetzt, wo der Alltag fast ausschliesslich fremdbestimmt ist.

Versuchen Sie, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, das kommt nicht bloss Ihnen, sondern auch Ihrem Kind zugute, denn Sie sind sein Vorbild. Seien Sie nicht bloss geduldig mit Ihrem Kind, sondern auch mit sich selbst. Wenn es heute nicht klappt, ist morgen ein neuer Tag. Wer dranbleibt, gewinnt.

Gönnen Sie sich leichte und gut sättigende Mahlzeiten.
Gönnen Sie sich leichte und gut sättigende Mahlzeiten.

Diäten sind kontraproduktiv

Ihr Gewicht ist von einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf abhängig. Das mag im Moment vielleicht wie ein schlechter Witz tönen – versuchen Sie es trotzdem! Eine starre Diät und ein zu hohes Kaloriendefizit werden Sie noch mehr ins Ungleichgewicht katapultieren und langfristig Ihr Gewicht mehr nach oben als nach unten bringen.

Vor allem, wenn Sie stillen, ist von einer strengen Diät dringend abzuraten. Wenn Sie nicht ausreichend essen, wird der Körper für die Produktion der Muttermilch seine Fettreserven anzapfen. In den Fettdepots ist aber nicht bloss das Fett gespeichert, sondern ans Fett sind auch alle Schad- und Giftstoffe gebunden, die Sie in all den vergangenen Jahren angesammelt haben. So würden Giftstoffe über die Muttermilch ungehindert zu Ihrem Baby gelangen.

Planen Sie sich jeden Tag bewusst eine kleine Verwöhnportion ein.
Planen Sie sich jeden Tag bewusst eine kleine Verwöhnportion ein.

Bewegung geht auch mit dem Baby

Haben Sie in den ersten Monaten Rückbildungsgymnastik oder Beckenbodentraining gemacht? Machen Sie weiter, oder kramen Sie die Anleitung der Hebamme nochmals hervor. Diese Übungen sind perfekt für den Bauch – innen und aussen. Welche Bewegungsart hat Ihnen vorher zugesagt? Draussen oder drinnen, alleine oder in der Gruppe? Versuchen Sie, wieder etwas in Ihren Alltag zu integrieren. Auch mit dem Kind gibt es viele Bewegungsmöglichkeiten.

Breiten Sie die Yogamatte aus, während Ihr Kleines auf dem Boden spielt, und machen Sie ein paar einfache Übungen. Seien es ein paar freundliche Sonnengrüsse oder klingende Bauchübungen wie das Boot oder das Brett. Auch altbekannte Gymnastikübungen wie Rumpfbeugen oder Knieliegestützen verwandeln Fett in Muskeln.

Ziehen Sie die schnellen Schuhe an, wenn Sie mit dem Kinderwagen spazieren, und gehen Sie gerade so schnell, dass Sie beim Sprechen nicht ausser Atem kommen. Vielleicht kennen Sie ja eine andere Mutter, die sich gerne mit Ihnen zu einem Fatburner-Spaziergang aufmacht.

Suchen Sie nach Bewegung, die Ihnen Freude macht.
Suchen Sie nach Bewegung, die Ihnen Freude macht.

Ein gesundes Hunger-Sättigungs-Gefühl

Viele Menschen behaupten, dass Sie kein gutes Sättigungsgefühl haben. Selten berichtet jemand, ein schlechtes Hungergefühl zu haben. In Tat und Wahrheit sind die beiden miteinander verknüpft wie die zwei Seiten einer Münze. Ein gesundes Hunger-Sättigungs-Gefühl ist das A und O für ein natürlich stabiles Körpergewicht. Versuchen Sie also, Ihren Hunger zeitig zu spüren und dann auch zu essen. Sie helfen sich, wenn Sie regelmässig, ausgewogen und gut sättigend essen. So beugen Sie auch Heisshungerattacken vor.

Planen Sie mindestens drei Hauptmahlzeiten ein. Wenn Sie stillen, brauchen Sie wahrscheinlich noch zusätzliche Zwischenmahlzeiten. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte. Ausreichend Gemüse oder Salat und eine gute Portion Eiweiss sorgen für eine lang anhaltende Sättigung. Versuchen Sie, den Zuckerkonsum gering zu halten, und bedienen Sie sich an süssen Früchten.

Tipp:

  • Verwandeln Sie das Rahmschnitzel in ein mediterranes Schnitzel mit Zitrone.
  • Schenken Sie sich die sechs Würfelzucker in einem herkömmlichen Joghurt und essen Sie stattdessen ein Naturjoghurt mit frischen Früchten.
  • Essen Sie die Kalorien, statt sie zu trinken. Gezuckerte Getränke wie auch gesunde Fruchtsäfte und Smoothies liefern viele zusätzliche Kalorien.
Die Nahrungsfasern aus dem Gemüse und das Eiweiss aus dem Poulet sorgen für eine lang anhaltende Sättigung.
Die Nahrungsfasern aus dem Gemüse und das Eiweiss aus dem Poulet sorgen für eine lang anhaltende Sättigung.

Mit Begleitung gehts leichter

Es gibt viele gute Gründe, mehr zu essen, als Ihr Körper wirklich braucht. In der Mutterrolle ist das Essen ein ständiger Begleiter. Sei es kochen, einkaufen oder Zwischenmahlzeiten vorbereiten. Ein gesunder Umgang mit dem Essen unter diesen Umständen ist für viele Frauen eine grosse Herausforderung. Wenn Sie merken, dass sich Ihr Gewicht gar nicht nach unten bewegt, dann holen Sie sich bereits jetzt Unterstützung. Lassen Sie sich persönlich von einer Fachperson begleiten, denn Ihre Essgewohnheiten sind so individuell wie Sie.

Bei sich sein – eine kleine Atemübung

Was sie selber brauchen, können Sie nur spüren, wenn Sie bei sich sind. Schenken Sie Ihrem Bauch täglich einen kurzen Moment ungeteilte Aufmerksamkeit. Hier eine kleine Übung, die Sie am besten gleich jetzt ausprobieren. Sie dauert nur zwei bis drei Minuten und ist fast überall anwendbar. Setzen Sie sich bequem hin, mit geradem Rücken und den Fusssohlen auf dem Boden. Legen Sie die Hände auf den Bauch, schliessen Sie die Augen und atmen Sie in die Hände hinein. Folgen Sie mit der Aufmerksamkeit den Bewegungen der Bauchdecke.

Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen möchten, können Sie Ihren Bauch mal fragen: «Was brauchst du?» Lauschen Sie in die Leere hinein. Vielleicht steigt aus dem Bauchraum eine Antwort empor und wenn nicht, dann geniessen Sie einfach den kurzen Moment der Stille.

Kommen Sie bei sich an, und geniessen Sie den Moment der Stille.
Kommen Sie bei sich an, und geniessen Sie den Moment der Stille.