Beikost – praktisch und einfach

Beikost – praktisch und einfach

Wenn der liebe kleine Säugling zu essen beginnt, gibt es für alle Beteiligten viel Neues zu entdecken. Das macht Spass, kann aber auch für beide Seiten eine Überforderung sein - für die Kleinen geschmacklich, für die Grossen zeitlich. Machen Sie es für sich so einfach wie möglich. Sei es frisch gekocht und mit der Gabel zerdrückt, selbst gemachter Brei auf Vorrat, das fertige Gläschen oder praktischer Fingerfood direkt vom Familientisch.

Vielfältiger Babybrei

Mit welchem Nahrungsmittel oder Brei Sie mit der Beikost beginnen und bei welcher Mahlzeit Sie das tun, ist Ihnen überlassen. Es gibt dafür keine starren Vorgaben. Von der Abwechslung her ist es hilfreich, wenn Sie etwa alle drei Tage ein neues Nahrungsmittel einführen, sodass sich die junge Zunge jeweils an den Geschmack gewöhnen kann. Fügen Sie jedem Brei einen Teelöffel kaltgepresstes Rapsöl zu. Damit erhält er eine höhere Nährstoffdichte und sättigt besser. Da Ihr Kind zu Beginn vielleicht noch wenig isst, können Sie ihm vor oder nach der Mahlzeit die Brust oder einen Schoppen geben.

Rezepte:

 

Geben Sie in jeden Brei einen Teelöffel Öl.
Geben Sie in jeden Brei einen Teelöffel Öl.

Was braucht mein Baby zu trinken?

Bieten Sie Ihrem Kind zu den Mahlzeiten auch Wasser an. Solange Sie weiterstillen, wird es vielleicht nur wenig davon nehmen, da die Flüssigkeitszufuhr auch über die Muttermilch gedeckt wird. Die Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Kindes an. Sie ist beim Beginn der Stillmahlzeit flüssiger und wird mit längerem Saugen stets nährstoffreicher.

Praktisch: Babybrei à la minute oder auf Vorrat

Wenn Sie sowieso am Herd stehen, ist es wohl am einfachsten, wenn Sie in einer kleinen Pfanne etwas Gemüse und eine Kartoffel mit wenig Wasser weichkochen und mit der Gabel zerdrücken oder mit einem Stabmixer pürieren. Falls es mal sehr hektisch zugeht, ist es aber praktisch, Brei auf Vorrat zu haben. Für den Vorrat eignet sich das Heisseinfüllen oder das Tiefkühlen. Aufgetaute Breie werden manchmal von kleinen Gourmands verschmäht, da sich die Konsistenz leicht verändert. Probieren lohnt sich aber auf jeden Fall.

Es ist unbestritten, dass ein frisch zubereitetes und mit Liebe gekochtes Essen nicht zu übertreffen ist. Falls dies aber gerade mal nicht möglich ist, ist ein gekaufter Brei aus dem Gläschen ebenfalls eine gute Wahl. Es gibt heutzutage wertvolle Produkte in Bio-Qualität, frei von Zucker und Zusatzstoffen.

Tipp: Zum Heisseinfüllen verwenden Sie am besten kleine Weckgläschen, ausgewaschene Gläschen von gekauften Babymahlzeiten oder mittelgrosse Konfitürengläser.

Rezept:
Früchtebrei zum Heisseinfüllen
 

Ein kleiner Breivorrat spart Zeit und ist ideal für einen Kurzurlaub.
Ein kleiner Breivorrat spart Zeit und ist ideal für einen Kurzurlaub.

Papa an den Löffel

Falls Sie bis jetzt gestillt haben, kann der Papa nun endlich auch eine aktive Rolle bei der Verpflegung einnehmen. Spielsinn und Geduld sind gefragt, und das bringt der Papa häufig mit. Es ist von grossem Vorteil, wenn das Kind hinter dem Löffelrand nicht gleich Mamas Brust sieht. Oft essen die kleinen Schlauberger besser und mehr, wenn sie das Essen von einer anderen Bezugsperson als der Mutter bekommen.

Fingerfood – die praktische Grösse

Wenn Sie Ihr Kleinstes am Tisch gemäss der BLW-Methode (baby-led weaning method) mitessen lassen, dann sind Stäbchen im Stil von Pommes frites die ideale Form. Die Stäbchen lassen sich gut mit der Faust packen. Was vorne rausschaut wird abgeknabbert und der restliche Inhalt der Faust fällt mit aller Wahrscheinlichkeit zu Boden. Ein sauberer Plastikteppich unter dem Baby-Stuhl erlaubt das Wiederauflesen. Grundsätzlich darf das Kindlein alles bekommen, was es gut im Gaumen zerdrücken kann. Auch Fleischstücke sind möglich. Der kleine Erdenbürger wird so lange daran saugen und rumkauen, wie er Lust hat, und den Rest wieder rauslassen.

Achten Sie darauf, dass Sie die Speisen sparsam salzen, wenn Ihr Baby schon früh am Familientisch mitisst - das tut allen gut. Oder Sie können das Gemüse erst ohne Salz dämpfen und anschliessend für sich oder die restliche Familie noch salzen, anbraten oder im Ofen gratinieren.

Gemüsestäbchen zum Selberkauen und Lutschen sind bei den Kleinsten sehr beliebt.
Gemüsestäbchen zum Selberkauen und Lutschen sind bei den Kleinsten sehr beliebt.

Ungeeignete Nahrungsmittel im ersten Lebensjahr

Grundsätzlich gilt: Je naturbelassener die Nahrungsmittel, umso besser verträglich sind sie für den jungen Verdauungstrakt.
Verzichten Sie auf:

  • stark gesalzene Speisen wie Käse, Wurstwaren, Pommes frites oder Pommes Chips
  • gezuckerte Getränke
  • Süssigkeiten in grossen Mengen
  • ganze Nüsse (Verschluckungsgefahr)