Rhabarber: süss und nostalgisch

Rhabarber: süss und nostalgisch

Rhabarber gehört zu den frühesten Gartengenüssen in unseren Breitengraden. Seine frische Säure verlangt nach süssen Kombinationen. Ob als Mousse, Creme, Glace, Kuchen oder Torte: Rhabarber passt immer. Lassen Sie sich von den Betty Bossi Dessertkreationen inspirieren und geniessen Sie die Rhabarbersaison ausgiebig!

Süsse Rhabarberträume

Rhabarber, kurz aufgekocht, zerfällt sofort, und es entsteht eine Fruchtsauce, die herrlich unter jegliche Zutaten gemischt werden kann. In einer zarten Mousse schmeckt der gesunde Stängel genauso gut wie in einem samtweichen Parfait. Mit Schlagrahm, püriertem Rhabarber und einem Löffel Johannisbeergelee für die Farbe entsteht schnell und einfach ein luftiger Rhabarberschaum.

Schichtet man Rhabarberkompott mit Mascarpone oder Rahmquark in ein Glas, so erhält man ein erfrischendes cremiges Dessert, das auch optisch besticht. Für ein schönes Farbenspiel verwendet man am besten den rotfleischigen Rhabarber, der ist auch milder als sein grüner Bruder. Bei grünem Rhabarber sorgt ein Schuss Grenadine- oder Himbeersirup für ein appetitliches Rosarot.

Rezepte:

Rhabarber schmeckt auch im süssen Auflauf.
Rhabarber schmeckt auch im süssen Auflauf.

Rhabarber bringt frischen Wind in die Backstube

Rhabarber bringt den Frühling in die Backstube. Die saure grüne Stange verleiht einem herkömmlichen Gleichschwer-Cake eine erfrischend säuerliche Note und hält ihn lange feucht. Etwas weniger populär, aber geschmacklich in nichts nachstehend, ist die Kombination Rhabarber-Schokolade, egal ob mit Schokoladestücken oder als Glasur. Ein wahrer Betty Bossi Evergreen aus dem Jahr 1988 ist die Rhabarbertorte Dorothée mit der glänzenden Schokolade-Couverture.

Mit einer Meringage verleihen Sie Rhabarbertörtchen eine Extraportion Eleganz. Dazu braucht man nur Eiweiss mit Zucker steif zu schlagen und das Gebäck damit ein paar zusätzliche Minuten zu überbacken. Mit Luft und Liebe gebacken, sind die Meringue-Herzli mit Rhabarber.

Rezepte:

Ein Dessert zum Brillieren: Mini-Rhabarber-Cheesecakes.
Ein Dessert zum Brillieren: Mini-Rhabarber-Cheesecakes.

Altbewährt - das süsse Znacht

Süsse Abendessen sind etwas in Vergessenheit geraten, doch schmecken tun sie heute noch so fein wie zu Grossmutters Zeiten. Mit einem Süppchen vorab ist ein süsses Znacht eine ausgewogene Sache. Klassiker hierzulande sind Rhabarberauflauf, Milchreis, Fotzelschnitten mit Rhabarberkompott oder auch die Götterspeise.

Nicht weit ennet der Grenze lieben die Franzosen Crêpes à la rhubarbe und die Österreicher geniessen Kaiserschmarrn oder Salzburger Nockerln mit Rhabarberkompott. Das säuerliche Kompott passt wunderbar zu den deftigen Eierspeisen. Im englischsprachigen Raum wird der saure Rhabarber als zuckersüsse Crumble serviert. Für einen Rhubarb Crumble werden frische Rhabarberstücke in eine Auflaufform gegeben, mit Streuseln bedeckt und im Ofen golden gebacken.

Rezepte:

Rhabarbergenuss für das ganze Jahr

Der Klassiker aller Rhabarberrezepte ist die Rhabarber-Erdbeer-Konfitüre - ein unschlagbares Duo. Aroma und Säuregehalt der beiden Partner harmonieren perfekt. Zudem hat Rhabarber eine sehr gute Gelierfähigkeit, Erdbeeren hingegen gelieren schlecht. Tipp für die Agenda: Der Juni ist die perfekte Zeit, um sich einen Konfivorrat anzulegen und köstliche Erdbeer-Rhabarber-Desserts zu geniessen. Für den Rhabarber ists noch nicht zu spät, und die Schweizer Erdbeeren haben Hochsaison. Rhabarberkonfi schmeckt aber auch solo gut. Als geschmackliche Variante kann Vanille, Ingwer oder caramelisierter Zucker hinzugegeben werden.

Rhabarber lässt sich sehr gut einfrieren. Geschält und in Stücke geschnitten ist er im Gefrierschrank ein Jahr lang haltbar. Alle Rhabarberrezepte gelingen mit gefrorenem Rhabarber genauso gut wie mit frischem.

Die Rhabarbersaison ist kurz, deshalb lohnt sich die Verarbeitung zu Konfi, Kompott oder das Tiefkühlen.
Die Rhabarbersaison ist kurz, deshalb lohnt sich die Verarbeitung zu Konfi, Kompott oder das Tiefkühlen.

Nützliche Rhabarber-Facts

Rhabarbersorten gibt es unzählige, und oft weiss man selbst nicht, wie die imposante Staude genau heisst, die im eigenen Garten wächst. Grob gibt es drei Sorten zu unterscheiden: grünen Rhabarber, roten Rhabarber mit grünem Fleisch und rotfleischigen Rhabarber. Der rote Rhabarber ist am mildesten und muss im Gegensatz zu den grünfleischigen Sorten auch nicht geschält werden. Der rotfleischige Rhabarber wird auch, Erdbeer-, Himbeer- oder Rosenrhabarber genannt.

Die Rhabarbersaison dauert von April bis Juni. Eine Bauernregel besagt, dass der Rhabarber nach dem Johannistag, dem 24. Juni, nicht mehr geerntet werden soll. Der Stängel wird zäh, und der Gehalt an unerwünschten Stoffen wie der Oxalsäure nimmt zu. Vor allem aber dient dieses Datum der Regeneration der Pflanze. Damit uns der mehrjährige Rhabarber im nächsten Frühling wieder üppig mit verführerischen Schäumen und Träumen beglückt.

Text: Silvia Niederberger

19. April 2017

Rhabarber-Sorten (v.l.n.r.: grüner (herb und ziemlich sauer), roter (weniger herb, säuerlich) und Erdbeer-Rhabarber (mild).
Rhabarber-Sorten (v.l.n.r.: grüner (herb und ziemlich sauer), roter (weniger herb, säuerlich) und Erdbeer-Rhabarber (mild).


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