Konfitüre und Gelee: Jetzt gehts ans Eingemachte!
Konfitüren und Gelees machen den Sommer haltbar. Ob aus Beeren, Steinobst, Kräutern oder Blüten: Mit wenigen Zutaten füllst du die Aromen der Saison ins Glas und geniesst sie das ganze Jahr.
Sofie
Digital Content Creator
Die Einmachsaison ist eröffnet. Reife Erdbeeren, saftige Aprikosen, aromatische Zwetschgen oder duftende Holunderblüten lassen sich jetzt ganz einfach zu Konfitüren und Gelees verarbeiten. Selbstgemachte Vorräte schmecken nicht nur hervorragend, sie sind auch ein schönes Mitbringsel und bringen ein Stück Sommer auf den Frühstückstisch.
Doch was unterscheidet eigentlich Konfitüre, Marmelade und Gelee? Die Begriffe werden oft gleich verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Produkte.
Konfitüre, Gelee oder Marmelade: Was ist der Unterschied?
Alle drei werden aus Früchten und Zucker hergestellt und durch Einkochen haltbar gemacht. Der Unterschied liegt in den Zutaten und der Konsistenz.
Konfitüre besteht aus ganzen oder zerkleinerten Früchten.
Gelee wird aus Fruchtsaft hergestellt und ist klar und streichzart.
Marmelade wird im Alltag oft als Sammelbegriff für Fruchtaufstriche verwendet.
Fachlich wird jedoch zwischen Konfitüre, Gelee und Marmelade unterschieden. Während Konfitüre aus Fruchtstücken hergestellt wird und Gelee aus Fruchtsaft, bezeichnete Marmelade ursprünglich Aufstriche aus Zitrusfrüchten wie Orangen oder Zitronen.
Der Klassiker: Konfitüre selber machen
Konfitüre selber machen ist einfacher, als viele denken. Du brauchst nur wenige Zutaten: reife Früchte, Zucker und sterile Gläser. Besonders aromatisch wird Konfitüre, wenn du Früchte in ihrer Hochsaison verarbeitest.
Ob Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen oder Zwetschgen: Wichtig ist, dass die Früchte reif, aber nicht überreif sind. So entfalten sie ihr volles Aroma und gelieren zuverlässig. Welche Früchte gerade Saison haben, zeigt dir unsere Saisontabelle.
Konfitüre selber machen: So gehts
Früchte rüsten und mit Gelierzucker mischen. Für eine Sommerkonfitüre 1 kg Früchte, z. B. Brombeeren, Blaubeeren oder entsteinte Zwetschgen, mit 600 g Gelierzucker (Coop) mischen. Nach Belieben mit einer Zimtstange oder etwas Vanille verfeinern.
Die Frucht-Zucker-Mischung aufkochen und etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
Eine Gelierprobe machen: Gib etwas heisse Konfitüre auf einen Teller und lass sie kurz auskühlen. Bildet sich eine feine Haut und fliesst die Masse nicht mehr, ist die Konfitüre fertig. Andernfalls kurz weiterkochen und erneut testen.
Die Konfitüre siedend heiss mithilfe eines Trichters bis knapp unter den Rand in saubere, vorgewärmte Gläser füllen.
Sofort verschliessen und auskühlen lassen.
Warum Konfitürengläser auf den Kopf stellen?
Nach dem Verschliessen kannst du Gläser mit Schraubdeckel (nicht aber solche mit Cellophan und Gummiring) etwa 1 Minute auf den Kopf stellen. Dadurch werden allfällige Bakterien und Schimmelpilzsporen abgetötet. Anschliessend die Gläser wieder umdrehen und auf einer isolierenden Unterlage auskühlen lassen. Beschriften nicht vergessen.
Wichtig: Bereite nur die im Rezept angegebene Menge auf einmal zu. Werden Konfitüre oder Gelee in grösseren Mengen gekocht, kann dies das Gelieren beeinträchtigen.
Warum braucht es Zucker in der Konfitüre?
Ebenso wichtig wie die Früchte ist der Zucker. Er unterstützt das Gelieren von Konfitüren und Gelees und konserviert gleichzeitig.
Im Handel sind auch Geliermittel erhältlich. Diese werden immer zusätzlich zu mehr oder weniger Kristallzucker verwendet. Wichtig: Beachte die Angaben auf der Verpackung.
Eine entscheidende Rolle spielt zudem der Pektingehalt der Früchte. Pektin ist ein natürlicher Bestandteil von Pflanzen. Sein Gehalt ist in knapp reifen, säuerlichen Früchten am höchsten und nimmt mit zunehmender Reife ab. Zusammen mit Zucker und Säure entwickelt Pektin seine Gelierfähigkeit.
Enthalten Früchte für die Herstellung von Konfitüre und Gelee zu wenig Pektin oder möchtest du die Zuckermenge reduzieren, können Gelierzucker oder Geliermittel das Gelieren unterstützen.
Wichtig: Die Gelierkraft von Gelierzucker ist je nach Marke unterschiedlich. Deshalb wird in den Rezepten jeweils das zu verwendende Produkt angegeben.
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Gelee: Die feine Alternative zur Konfitüre
Wer morgens lieber keinen Beerenkern auf dem Brot haben möchte, greift zum Gelee. Anders als bei Konfitüren wird die eingekochte Fruchtmasse durch ein Sieb oder Passiertuch gefiltert. So entsteht ein klarer, streichzarter Aufstrich mit besonders feiner Konsistenz.
Verarbeite auch für Gelee Früchte in ihrer Hochsaison. Besonders gut eignen sich beispielsweise Quitten, Johannisbeeren oder Äpfel.
Gelee selber machen: So gehts
Gelee selber machen ist nicht schwierig. Im Unterschied zum Konfitürekochen benötigst du jedoch einen Geleesack, ein feines Passiertuch oder ein Sieb, das mit einem feinen Passiertuch ausgelegt ist. Dadurch wird die eingekochte Fruchtmasse von allen festen Bestandteilen getrennt.
Wichtig: Die Fruchtmasse nicht ausdrücken, sonst wird das Gelee trüb.
Erst nach dem Absieben wird der Fruchtsaft mit Zucker zu Gelee verarbeitet. Je nach Rezept kommt Kristallzucker oder Gelierzucker zum Einsatz.
Geliermittel, beispielsweise Confi-vite, werden zusätzlich zu Kristallzucker verwendet. Wichtig: Beachte immer die Angaben auf der Verpackung. Da nicht alle Früchte dieselben Geliereigenschaften haben, empfiehlt sich vor dem Abfüllen eine Gelierprobe.
Welche Früchte miteinander kombinieren?
Früchte und Beeren kann man sehr unterschiedlich miteinander kombinieren. Zu beachten ist dabei die Gelierfähigkeit. Weniger gut gelierende Früchte (z.B. Erdbeeren) sollte man mit gut gelierenden (z.B. Johannisbeeren, Rhabarber) kombinieren. Welche Früchte gut und welche weniger gut gelieren, siehst du hier auf einen Blick:
Unser Tipp: Kombiniere weniger gut gelierende Früchte wie Erdbeeren mit gut gelierenden Früchten wie Johannisbeeren oder Rhabarber. So geliert die Konfitüre zuverlässiger.
Gut | Mittel | Schlecht |
|---|---|---|
Äpfel | Aprikosen | Ananas |
Cranberry | Brombeeren | Birnen |
Feigen | Heidelbeeren | Erdbeeren |
Johannisbeeren | Himbeeren | Holunder |
Graipfruit | Kirschen | |
Hagebutten | Kiwi | |
Mirabellen | Mango | |
Orangen | Melonen | |
Pflaumen | Nekatrinen | |
Quitten | Pfirsiche | |
Rhabarber | Trauben | |
Stachelbeeren | ||
Zitronen | ||
Zwetschgen |
FAQ: Konfitüre und Gelee
Wie lange sind Konfitüre und Gelee haltbar?
Ungeöffnete Konfitüren und Gelees sind bei kühler und dunkler Lagerung in der Regel etwa 6 Monate haltbar. Nach dem Öffnen solltest du das Glas im Kühlschrank aufbewahren und den Inhalt möglichst rasch konsumieren.
Wichtig: Verändert sich der Geruch, Geschmack oder bildet sich Schimmel, solltest du die Konfitüre oder das Gelee nicht mehr essen.
Warum sollte man Konfitüre oder Gelee abschäumen?
Beim Einkochen bildet sich auf der Oberfläche häufig ein weisslicher Schaum. Dieser ist zwar essbar, sollte aber vor dem Abfüllen abgeschöpft werden. Der Schaum sieht nicht nur weniger appetitlich aus, sondern kann auch die Haltbarkeit beeinträchtigen. Verwende dafür am besten einen Schaumlöffel.
Wichtig: Hat sich auf einer Konfitüre oder einem Gelee Schimmel gebildet, solltest du den Inhalt nicht mehr essen. Schimmelpilzgifte können das gesamte Produkt durchziehen.
Kann man Konfitüre auch ohne Einkochen herstellen?
Ja. Für Blitzkonfitüren werden Früchte mit Gelierzucker oder Honig püriert statt eingekocht. Solche Konfitüren sind schnell zubereitet, jedoch deutlich weniger lange haltbar und sollten im Kühlschrank aufbewahrt sowie rasch konsumiert werden.
Welche Konfitüre eignet sich für Linzer Torte und Spitzbuben?
Für die klassische Linzer Torte werden traditionell Himbeerkonfitüre oder Johannisbeergelee verwendet.
Auch Spitzbuben werden häufig mit Gelee oder Konfitüre gefüllt. Besonders beliebt sind Johannisbeer- oder Quittengelee sowie Aprikosenkonfitüre. Für Berliner eignet sich Himbeer- oder Johannisbeergelee besonders gut.
Ob Konfitüre oder Gelee: Mit reifen Früchten, der richtigen Zuckermenge und einer Gelierprobe gelingt das Einmachen ganz einfach. So kannst du die Aromen des Sommers das ganze Jahr geniessen.