Notvorrat und Haushaltsvorrat: Lagerung und Tipps
Ein gut geplanter Notvorrat ist nicht nur im Ernstfall hilfreich, sondern auch im Alltag. Wir zeigen dir, welche Lebensmittel sich eignen und wie du sie richtig lagerst, organisierst, aufbrauchst und bei Bedarf wieder auffüllst.
Sarah
Leiterin Kulinarik-Content
Das Wichtigste in Kürze
Plane für deinen Notvorrat genügend haltbare Lebensmittel für etwa eine Woche ein.
Halte pro Person rund 9 Liter Trinkwasser bereit.
Wähle Lebensmittel, die du gerne isst und auch im Alltag regelmässig brauchst.
Lagere deine Vorräte kühl, trocken und vor Licht geschützt.
Brauche ältere Lebensmittel zuerst auf und ergänze, was du verbraucht hast.
Denk auch an Lebensmittel, die du bei einem Stromausfall ohne Kochen essen kannst.
«Kluger Rat – Notvorrat!»
Der Grundsatz «Kluger Rat – Notvorrat» ist bereits über 50 Jahre alt, aber immer noch aktuell. Was sich verändert hat, sind vor allem die Situationen, auf die wir vorbereitet sein möchten. Während private Haushalte zur Zeit des Kalten Krieges stärker für mögliche Krisen vorsorgten, geht es heute vor allem darum, einige Tage gut überbrücken zu können.
Der Notvorrat kommt dann zum Einsatz, wenn du vorübergehend nicht wie gewohnt einkaufen kannst oder die Versorgung eingeschränkt ist – etwa bei Hochwasser, starken Schneefällen oder einem Stromausfall.
Notvorrat oder Haushaltsvorrat?
Der Begriff Notvorrat suggeriert, dass es sich um ein Depot irgendwo in der hintersten Kellerecke handelt, das man in der Not hervorkramt. Am praktischsten ist es jedoch, den Notvorrat in deinen normalen Haushaltsvorrat zu integrieren. So verwendest du die Lebensmittel regelmässig im Alltag und füllst nach, was du aufgebraucht hast. Dein Vorrat bleibt dadurch frisch und ist im Fall der Fälle trotzdem bereit.
Was gehört in den Notvorrat?
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL empfiehlt, einen Vorrat für rund eine Woche zu halten. Wie viel du genau brauchst, hängt davon ab, wie viele Personen in deinem Haushalt leben.
Besonders wichtig ist ein ausreichender Wasservorrat. Ein Rohrbruch oder eine Verunreinigung kann dazu führen, dass vorübergehend kein Trinkwasser aus dem Hahn verfügbar ist. Das BWL empfiehlt deshalb 9 Liter Trinkwasser pro Person.
Wähle ausserdem am besten haltbare Lebensmittel, die zu deinen Essgewohnheiten passen, sich einfach zubereiten lassen und die du auch im Alltag gerne verwendest.
Checkliste: Lebensmittel & Getränke
Trinkwasser (ca. 9 Liter pro Person)
Teigwaren, Reis, Hülsenfrüchte
Konserven (Gemüse, Früchte, Fertiggerichte)
Haltbare Milchprodukte oder Alternativen
Lebensmittel, die ohne Kochen geniessbar sind, z. B. Nüsse, Dörrfrüchte, Zwieback, Brot oder Knäckebrot
Öl, Salz, Zucker, Gewürze
Unser Tipp: Du bist unsicher, wie viel du brauchst? Mit dem offiziellen Notvorrats-Rechner des BWL kannst du berechnen, wie viel Vorrat du für deinen Haushalt benötigst.
Vorrat richtig lagern und organisieren
Genauso wichtig wie die Vorräte selbst sind die richtige Lagerung und Organisation. Mit ein paar einfachen Grundregeln behältst du den Überblick und sorgst dafür, dass deine Vorräte möglichst lange haltbar bleiben:
Geschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahren: Lebensmittel halten am längsten, wenn sie vor Feuchtigkeit, Hitze und direktem Licht geschützt sind. Je nach Produkt eignen sich dafür z.B. ein Vorratsschrank oder eine dunkle Abstellkammer.
Übersichtlich ordnen und beschriften: Sortiere deine Vorräte nach Kategorien und beschrifte umgefüllte Lebensmittel. In transparenten Behältern siehst du zudem auf einen Blick, was sich darin befindet und wie viel noch da ist.
Haltbarkeit im Blick behalten: Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel danach ungeniessbar ist. Kontrolliere deine Vorräte trotzdem regelmässig und brauche ältere Lebensmittel rechtzeitig auf.
Auch Tiefgekühltes zählt zum Vorrat
Auch Lebensmittel im Tiefkühler gehören zu deinem Haushalts- und Notvorrat. Behalte deshalb auch dort den Überblick und brauche ältere Produkte zuerst auf. Bei einem Stromausfall solltest du aufgetaute Lebensmittel möglichst rasch verwenden.
So bleibt dein Notvorrat immer gut gefüllt
Damit dein Notvorrat im Ernstfall einsatzbereit ist, integrierst du ihn am besten in deinen normalen Haushaltsvorrat. Dabei hilft eine einfache Regel, das sogenannte FIFO-Prinzip (First in, first out): Ältere Lebensmittel kommen nach vorne, neu gekaufte nach hinten. So brauchst du zuerst auf, was schon länger da ist.
Was du verbrauchst, ersetzt du beim nächsten Einkauf wieder. Plane ältere Vorräte deshalb bewusst in deine Mahlzeiten ein. So bleibt dein Notvorrat aktuell und du vermeidest gleichzeitig Food Waste.
Wenn der Vorrat spontan zum Einsatz kommt
Ein gut gefüllter Vorrat ist auch im Alltag Gold wert. Stehen überraschend Freunde vor der Tür, kannst du aus ein paar Vorratsklassikern im Handumdrehen etwas Leckeres zaubern.
Aus aufgebackenem Brot, Oliven, eingelegten Tomaten, Thon oder Kapern entstehen zum Beispiel schnell feine Crostini. Mais, Bohnen und Tortillas sind eine unkomplizierte Basis für Wraps. So brauchst du deine Vorräte regelmässig auf und hältst ganz nebenbei auch deinen Notvorrat aktuell.
Was gehört neben Lebensmitteln in den Notvorrat?
Zu einem gut vorbereiteten Haushalt gehören nicht nur Lebensmittel und Trinkwasser. Denk auch an Dinge, die dir den Alltag erleichtern, wenn Strom oder Versorgung vorübergehend ausfallen.
Notvorrat-Checkliste: Gesundheit & Alltag
Persönliche Medikamente, Desinfektionsmittel und Hygienemasken
Erste-Hilfe-Material
Wichtige Hygieneartikel wie Zahnpasta und WC-Papier
Batterien
Taschenlampe
Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeug
Radio (batteriebetrieben)
Etwas Bargeld
Powerbank
Büchsenöffner
Gaskocher
Futter für Haustiere
Passe die Auswahl an deinen Haushalt an und prüfe regelmässig, ob noch alles vorhanden und einsatzbereit ist.