Waffeln - köstliche Ideen für Geniesser
Waffeln sind echter Feelgood-Foodr: knusprig aussen, weich innen und super vielseitig. Ob frisch gebacken zum Sonntagsbrunch, als süsses Zvieri oder als überraschend pikante Mahlzeit – Waffeln passen einfach immer. Wir zeigen dir unsere liebsten Rezepte.
Sarah
Leiterin Kulinarik-Content
Ein kurzer Blick auf die Geschichte
Die Ursprünge der Waffeln reichen bis ins Mittelalter zurück. Damals wurden sie über offenem Feuer in kunstvoll verzierten Eisen gebacken. Besonders in Belgien entstanden daraus die luftigen Waffeln, die heute weltweit bekannt sind. Auch in der Schweiz haben Waffeln Tradition: Bretzeli, Bricelets oder Offleten zeigen, wie vielseitig das Gebäck schon früher war. Heute trifft diese Tradition auf moderne Küchengeräte – und eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
Das Grundrezept
Ein guter Grundteig ist das A und O für perfekte Waffeln. Er bildet die Basis für knusprige, goldbraune Ergebnisse und lässt sich ganz einfach variieren. Bereits pur schmecken die Waffeln wunderbar. Du kannst den Teig aber auch nach Lust und Laune anpassen und mit süssen oder pikanten Zutaten kombinieren. So entstehen im Handumdrehen immer wieder neue Lieblingsvarianten.
Von süss bis pikant
Hier kommen ein paar heiss geliebte «Add-ons» für deine Waffeln:
Puderzucker, Rahm, Schokolade, frische Früchte, Kompott oder Konfi
Käse, Gemüse oder Speck
Saisonale Früchte und Gemüse wie Beeren, Apfel oder Kürbis
Unsere Küchenhelfer für fantastische Waffeln
Andere Länder, andere Waffel-Variationen und -Vorlieben
Im nördlichen Europa stösst man auf viele regionale Waffelvorlieben: Westfälische Waffeln unterscheiden sich von ihren Schwestern durch die Beigabe von gemahlenen Nüssen zum Teig, während Lütticher Waffeln mit grobem Hagelzucker gebacken werden, der durch die Hitze caramelisiert.
Die Belgier krönen ihre Waffeln mit Früchten, Rahm oder warmer Schokoladesauce. Ein holländischer Klassiker sind knusprige Stroopwaffels (Sirupwaffeln).
Schwedische Waffeln bestehen aus ungesüsstem Teig; man isst sie warm mit Konfitüre und Schlagrahm, gern auch mit frischen Beeren.
Tipps zum Teig
Bei der herkömmlichen Waffelzubereitung mit dem Waffeleisen sollten alle Zutaten Zimmertemperatur haben.
Wird der Teig mit Mineralwasser angerührt, werden die Waffeln locker und luftig, Rahm macht sie schön zart.
Für Nusswaffeln können einfach zehn bis zwanzig Prozent der Mehlmenge durch gemahlene Nüsse ersetzt werden. Durch den Zusatz von Aromen schmeckt der klassische Waffelteig immer wieder anders.
Waffeln, mal anders
Neben klassischen Rezepten gibt es unzählige kreative Varianten. Du wirst überrascht sein, was man alles mit einem Waffeleisen zaubern kann! Hier kommen sechs coole Ideen:
1. Zuckerreduzierte Waffeln
Du findest, Waffeln enthalten zu viel Industriezucker und weisses Mehl?
Verwende als Basis ein beliebiges Standardrezept für Waffeln. Ersetze bis zu einem Drittel des Mehls durch feine Haferflocken. Zudem kannst du die Zuckermenge um die Hälfte reduzieren. Da Zucker neben dem Süssen noch andere Funktionen hat, empfehlen wir, ihn nicht ganz wegzulassen. Die reduzierte Zuckermenge kannst du durch Apfelmus ersetzen.
2. Protein-Waffeln
Du setzt auf eine proteinreiche Ernährung? Dann sind diese Protein-Waffeln etwas für dich! Starte mit dem Waffel-Standardrezept. Dort kannst bis zu 25% der Mehlmenge durch Proteinpulver ersetzen. Anstatt Milch nehme Skyr oder alternativ Magerquark. Als Topping eignet sich der restliche Skyr und Bananenscheiben.
3. Reiswaffeln
Du kennst Reiswaffeln vor allem als Znüni- und Zvieri-Snack? Wir zeigen dir eine ganze andere Art von Reiswaffeln. Dazu kannst du einfach den übrig gebliebenen Reis vom Vortag verwenden und 1 Ei untermischen. Ins Waffeleisen geben und gut durchbacken. Wir haben als Topping etwas Lachs, Dill und Sauerrahm gewählt.
4. Resten-Waffeln mit Nudeln
Auch für diese Waffeln werden Resten verwertet: Übrig gebliebene Nudeln oder Spaghetti mit 1 Ei und 1 EL Mehl mischen, würzen und im Waffeleisen backen. Mit Topping nach Wunsch anrichten und geniessen.
5. Pizzawaffeln
Für diese Waffeln kannst du gekauften oder selbst gemachten Pizzateig verwenden. Ausserdem brauchst du Tomatensauce, Mozzarella sowie weiteren Pizza-Belag deiner Wahl. Rolle den Teig aus und belege ihn. Mit einem weiteren Teigstück bedecken und im Waffeleisen knusprig backen. Die Pizza-Waffel schmeckt frisch am besten.
6. Gewaffelte Pommes frites
Resten von Pommes frites werden oft weggeworfen. Jetzt nicht mehr! Für diese spezielle Waffel-Variante die kalten Pommes frites in eine Schüssel geben und mit einem Ei gut durchkneten. Portionenweise in das Waffeleisen geben und mit Ketchup oder Mayonnaise servieren. Die Pommes-Waffeln schmecken überraschend knusprig.
Die feinen, zarten Waffeln mit Schweizer Tradition
In der Schweiz sind bis heute eher dünne, knusprige Waffelsorten bekannt und beliebt. Auf den ersten Blick scheinen sie ein völlig anderes Backwerk zu sein, in Wirklichkeit sind sie aber die Vorfahren der grösseren, weichen Waffeln: die Zürcher Offleten, die Sensler Bretzeln, die Bricelets der Romandie und die Emmentaler bzw. Berner Bretzeli. Auch sie gehen alle auf die mittelalterlichen Oblaten zurück.
Diese dünnen Waffeln waren bis zum 18. Jahrhundert in weiten Teilen der Schweiz verbreitet und ein typisches Festgebäck der Zünfte. Der älteste Hinweis findet sich 1552 im Kanton Freiburg; ein Waffeleisen wird als «fer pour fere le bresie» bezeichnet. Bretzeli und Bricelets sind also verwandt, der Teig ist im Grunde derselbe. Am bekanntesten sind sicher die Bretzeli, die die Firma Kambly seit 1910 unverändert herstellt.