Resten verwerten: Die besten Tipps und Rezepte gegen Food Waste
Brot vom Vortag, gekochte Kartoffeln oder Gemüse übrig? Mit cleverer Restenverwertung entstehen daraus feine neue Gerichte. Entdecke praktische Tipps und Rezepte, mit denen du Lebensmittel rettest, Geld sparst und Food Waste vermeidest.
Sarah
Leiterin Kulinarik-Content
Was kann ich aus Resten kochen?
Fast jede Restenküche funktioniert nach demselben Prinzip: Schau zuerst, welche Lebensmittel aufgebraucht werden müssen, und wähle danach das Gericht. Suppen, Gratins, Wähen, Frittatas, Currys, Risotto, Fried Rice und Bowls sind besonders flexibel.
So muss nicht für jede Mahlzeit ein neues Rezept mit komplett neuen Zutaten her. Manchmal gibt der Kühlschrank den Menüplan vor.
Unten findest du Rezept-Ideen und Tipps zur Verwertung folgender Lebensmittel:
Gekochte Kartoffeln
Trockenes Brot
Gemüseresten
Pasta und Reis
Unterschiedliche Käsearten
Eiweiss und Eigelb
Fleisch
Reife Früchte und Kräuter
1. Gekochte Kartoffeln verwerten
Gekochte Kartoffeln vom Vortag sind für die Restenküche besonders praktisch. Aus ihnen lassen sich Rösti, Kartoffeltätschli, Frittatas, Salate oder Gratins zubereiten. Auch in Suppen oder einer Gemüsepfanne sind sie schnell aufgebraucht.
Wer Kartoffelstock übrig hat, kann daraus ebenfalls Tätschli oder Küchlein formen. Oder wie wärs mit einem Hachis Parmentier?
Übrigens: Hast du gewusst, dass Lebensmittel wie Kartoffeln oder Reis beim Abkühlen resistente Stärke bilden? Das kann sich günstig auf den Darm auswirken – auch wenn sie danach wieder erwärmt werden. Lies hier, was dahintersteckt.
2. Altes Brot verwerten
Trockenes oder nicht mehr ganz frisches Brot gehört noch lange nicht in den Abfall. Im Gegenteil: Für manche Rezepte ist Brot vom Vortag sogar besonders gut geeignet.
Aus Brotresten entstehen beispielsweise Croûtons für Suppe und Salat, Paniermehl, Brotsalat, Fotzelschnitten, Vogelheu, Brotgratin oder Brotknödel. Brot, das du nicht rechtzeitig aufbrauchen kannst, lässt sich zudem wunderbar portioniert (geschnitten) tiefkühlen. Bei Gebrauch einfach schnell im Toaster rösten.
3. Gemüsereste verwerten
Noch ein Rüebli, eine halbe Zucchetti, etwas Kürbis oder ein paar gekochte Erbsli? Kleine Gemüsemengen lassen sich besonders vielseitig verwerten.
Gekochtes Gemüse kannst du in eine Pastasauce, einen Gratin, eine Wähe, eine Frittata oder eine Suppe geben. Püriertes Gemüse eignet sich zudem als Basis für Saucen und Suppen und kann dafür portionsweise tiefgekühlt werden.
Auch Gemüse, das nicht mehr ganz knackig aussieht, muss nicht automatisch weg. Für Suppen, Currys, Ofengerichte oder Saucen spielt die perfekte Optik kaum eine Rolle.
4. Reis- und Pastaresten verwerten
Auch bei Reis und Pasta lohnt es sich, bereits beim Kochen an den nächsten Tag zu denken. Aus gekochtem Reis wird beispielsweise Fried Rice, eine Reispfanne, Füllung für Gemüse oder eine Bowl.
Teigwarenresten lassen sich mit Gemüse und Käse unkompliziert gratinieren oder du kannst daraus eine Pastapfanne zaubern. Je nach Sorte kannst du auch einen Salat damit anreichern.
Tipp: Gekochte Speisen nach dem Essen richtig und rasch zu kühlen und bis zur Weiterverwendung im Kühlschrank aufzubewahren.
5. Käsereste verwerten
Ein kleines Stück Parmesan, Sbrinz, Gruyère oder anderer Hartkäse lässt sich fast immer noch verwenden. Gerieben schmeckt Käse auf Gratins, Pasta, Pizza, Wähen oder Käseschnitten und gibt Suppen und Saucen zusätzliche Würze.
Hart- und Halbhartkäse kann für die spätere Verwendung auch gerieben und gut verpackt tiefgekühlt werden.
Weich- und Frischkäse sind empfindlicher. Hier unbedingt die Angaben auf der Verpackung und insbesondere ein allfälliges Verbrauchsdatum beachten.
Käse sauber aufbewahren
6. Eigelb und Eiweiss verwerten
Beim Backen bleibt schnell einmal Eigelb oder Eiweiss übrig. Auch dafür gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Eigelb eignet sich unter anderem für Mayonnaise, Cremen, Flans oder zum Bestreichen von Gebäck. Du kannst sie auch in Omeletten-, Spätzli- oder Rührteigen verwenden. 3 Eigelbe entsprechen einem ganzen Ei.
Eiweiss kannst du beispielsweise für Meringues, Pavlova oder andere luftige Desserts verwenden. Oder ganz einfach die Eiweisse verklopfen, würzen und in einer beschichteten Bratpfanne wie ein Rührei braten. Super fein (und proteinreich!) als Salattopping.
Eigelbe und Eiweisse tiefkühlen: in kleinen Dosen, Joghurtbechern oder Gläsern, mit Stückzahl und Datum beschriftet. Haltbarkeit ca. 3 Monate. Im Kühlschrank auftauen.
7. Fleischresten verwerten
Auch ein Stück Braten oder Siedfleisch vom Vortag kann die Basis eines neuen Gerichts sein. Dünn aufgeschnitten schmeckt gegartes Fleisch beispielsweise kalt in einem Sandwich oder Salat. Klein gewürfelt lässt es sich in Saucen, Suppen, Wähen oder Füllungen weiterverwenden.
Gerade bei Fleisch ist eine einwandfreie Kühlung besonders wichtig. Gekochte Lebensmittel sollten immer getrennt von rohen Fleisch- oder Fischprodukten aufbewahrt werden.
8. Überreife Früchte und Kräuter verwerten
Weiche Beeren, sehr reife Bananen oder Äpfel mit kleinen Druckstellen sind oft noch bestens zum Weiterverarbeiten geeignet. Daraus werden Smoothies, Kompott, Früchtepüree, Müesli, Cakes oder eine schnelle Glace.
Auch Kräuter müssen nicht welk im Kühlschrank enden. Verarbeite sie beispielsweise zu Pesto, Kräuterbutter oder einer Kräutersauce. Fein gehackt lassen sich viele Kräuter auch portionsweise einfrieren.
Food Waste vermeiden: So geht's
Noch besser als Lebensmittelresten zu verwerten ist es, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Schau deshalb vor dem Einkauf in Kühlschrank und Vorratsschrank, plane einige Mahlzeiten voraus und kaufe nur so viel ein, wie du voraussichtlich brauchst. Auch der Saisonkalender hilft bei der Planung.
Beim Kochen lohnt es sich, Portionsgrössen realistisch einzuschätzen. Ist doch einmal mehr übrig, Resten möglichst sichtbar und gut verschlossen aufbewahren oder portionsweise einfrieren.
Lebensmittel & Resten richtig aufbewahren
Gute Restenverwertung beginnt mit der richtigen Aufbewahrung. Wer sieht, was im Kühl- und Vorratsschrank vorhanden ist, braucht Lebensmittel eher rechtzeitig auf.
Praktisch sind transparente, gut schliessende Behälter. Stell ältere Lebensmittel nach vorne und neuere nach hinten. Kleine Restenmengen am besten ebenfalls sichtbar aufbewahren und nicht in einer grossen Dose ganz hinten im Schrank oder Frigo verschwinden lassen.
Verderbliche Lebensmittel und Resten gehören in den Kühlschrank. Bereits gekochte Speisen sollten beim Aufwärmen erneut auf mindestens 70 Grad erhitzt werden.
Was steht auf der Verpackung?
Mindestens haltbar bis
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum geht es in erster Linie um die Qualität eines Lebensmittels. Viele Produkte können auch nach Ablauf des Datums noch geniessbar sein, sofern sie sachgerecht gelagert wurden und einwandfrei aussehen, riechen und schmecken.
Zu beachten: Das Datum gilt nur bei verschlossener Verpackung und sachgerechter Lagerung. Einmal geöffnet, gelangen Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen an das Lebensmittel, was den Verderbungsprozess beschleunigt.
Zu verbrauchen bis
Anders ist es beim Verbrauchsdatum «zu verbrauchen bis». Diese Angabe steht auf leicht verderblichen Produkten und auf Produkten, die gekühlt werden müssen (z. B. Fisch, Hackfleisch); sie ist ein Sicherheitshinweis. Das Produkt darf nach dem angegebenen Datum weder verkauft noch gegessen werden.
Häufige Fragen zur Restenverwertung
Was bedeutet Restenverwertung?
Restenverwertung bedeutet, übrig gebliebene Lebensmittel oder bereits gekochte Speisen nicht wegzuwerfen, sondern aufzubewahren und in einem neuen Gericht weiterzuverwenden.
Was ist Food Waste?
Der Begriff Food Waste ist der internationale Begriff für Lebensmittelverschwendung. Er bezeichnet Lebensmittel, die für den menschlichen Verzehr produziert, aber nicht gegessen werden. In der Schweiz geht rund ein Drittel der essbaren Lebensmittel auf dem Weg vom Acker bis auf den Teller verloren. Umso wichtiger ist es, Resten nicht als Abfall, sondern als wertvolle Zutaten zu sehen – und sie clever weiterzuverwenden.
Welche Gerichte eignen sich besonders gut für Resten?
Suppen, Gratins, Frittatas, Wähen, Currys, Risotto, Fried Rice, Bowls und Pastagerichte sind besonders flexibel. Viele Zutaten lassen sich darin problemlos austauschen oder ergänzen.
Kann man Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essen?
Oft ja. Das Mindesthaltbarkeitsdatum beschreibt in erster Linie die Qualität. Sind Lagerung, Aussehen, Geruch und Geschmack einwandfrei, können viele Lebensmittel auch danach noch geniessbar sein. Das gilt nicht für Produkte mit einem Verbrauchsdatum «zu verbrauchen bis».
Kann man Resten einfrieren?
Viele gekochte Gerichte, Suppen, Saucen, Brot oder portionierte Lebensmittel lassen sich gut tiefkühlen. Beschrifte sie am besten mit Inhalt und Datum. Bereits aufgetaute Lebensmittel sollten nicht erneut eingefroren werden.
Wie wärmt man Resten sicher auf?
Bewahre verderbliche Resten gekühlt auf und erhitze bereits gekochte Speisen beim Aufwärmen gründlich. Das BLV empfiehlt, sie erneut auf mindestens 70 Grad zu erhitzen.