Aus dem Nähkästchen geplaudert

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Claudia Boutellier ist Rezeptredaktorin bei Betty Bossi. Sie schreibt unter anderem Rezepte für Kochbücher, für das Betty Bossi Mix Magazin und den Back-Newsletter und ist regelmässig am Mittwoch in der Sendung À point auf SRF 1 zu Gast.  Was sie neben Kochen und Backen sonst noch begeistert, erfahren Sie im Interview.

Rezeptredaktorin Claudia Boutellier im Interview

Wer ich bin:

Ich wohne in Wettingen, dem grössten Dorf der Schweiz, zumindest, was die Einwohnerzahl anbelangt. Nebst dem Kochen, Backen und gut Essen, verbringe ich meine Freizeit auch gerne mal lesend mit einem spannenden Buch, tanzend im Ausgang, schwitzend im Fitnesscenter oder theatralisch beim Laienschauspiel. Ich mag Städtetrips, und bei schlechtem Wetter kann ich mir die Zeit auch mal mit Basteln oder Heimwerken vertreiben.

 

Erste Kocherfahrungen gesammelt habe ich:
Ich glaube, den Meilenstein für meine Karriere hat mein Kinderkochherd gelegt. Ich hatte einen kleinen elektrischen, voll funktionsfähigen Kinderkochherd mit zwei Kochplatten und kleinen Pfannen mit Deckeln. Vermutlich wird so etwas heute aufgrund der Verbrennungsgefahr nicht mehr hergestellt. Mir hat es jedenfalls nicht geschadet, und während meine Mutter das Mittagessen kochte, hatte ich einen Riesenspass, mir daneben meine eigene Portion zu kochen.

 

Mein beruflicher Hintergrund:

Ich habe Köchin gelernt, war ein paar Jahre Sous-Chef in einem Hotel und habe während meiner Arbeit bei Betty Bossi noch ein CAS in Food Quality Insight gemacht.

 

Das wollte ich als kleines Mädchen werden:

Das Kochen und Backen hat mich schon immer begeistert. Als es dann um die Lehrstellensuche ging, war ich anfangs nicht ganz schlüssig. Ich hätte die besten Voraussetzungen für eine kaufmännische Ausbildung gehabt, wozu mir auch von vielen Seiten her geraten wurde. Nur interessierte mich das viel zu wenig. Gut möglich, dass die Kochlehre da schon im meinem Hinterkopf war. Als ich dann meine erste Schnupperlehre in diesem Beruf machte, war der Fall klar. Dass ich mal bei Betty Bossi landen würde, hätte ich als Teenager nicht gedacht, aber eigentlich ist das kein Wunder, denn als Kind war mein absolutes Lieblingsbuch das Buch «Dessertträume» von Betty Bossi. Ich zog es immer wieder aus dem Regal, weil mir das Titelbild mit der herzförmigen Torte so gut gefiel.

 

Mein Beruf macht mich glücklich, weil ...

Ich finde es wunderbar, dass man seine eigene Kreativität voll ausleben und damit die Leserinnen und Leser begeistern kann. Es macht grosse Freude, sein «eigenes» Rezeptbuch in der Hand zu halten, von so einem tollen und innovativen Team umgeben zu sein und sich neuen Herausforderungen zu stellen: Zum Beispiel alles im Ofen oder in einer einzigen Küchenmaschine zuzubereiten.

 

Mein Lieblingsessen:

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, und ich kann sie einfach nicht mit einem einzigen Gericht beantworten. Es gibt so vieles, das ich mag. Für den Alltag kann ich sagen: Ohne Gemüse und Käse geht bei mir gar nichts. Mein Lieblingsgemüse ist der Fenchel, in allen Variationen.

 

Mein Lieblingskäse:

L’Étivaz.

 

Mein Lieblings-Rezept:

Der Getränkte Zitronencake von Betty Bossi und die Schoggischnittli von mir bzw. mittlerweile auch von Betty Bossi. (lacht)

 

Backen bedeutet für mich:

Liebe, Leidenschaft und Freude.

 

In meiner Küche darf nie fehlen:

Natürlich Fenchel (lacht) und Äpfel, je nach Saison, aber auch Käse und Nüsse. Das ist überlebenswichtig und auch in der Kombination immer super!

 

Schmuckstück in meiner Küche:

Meine Kenwood Cooking Chef und mein Thermomix®. Schmuckstück ist vielleicht etwas übertrieben, aber sie überzeugen in jedem Fall mit ihrer starken Leistung.

 

Peinlichstes Küchengerät:

Ich hatte mal einen Pet-Flaschen-Stampfer ...

 

Meine grösste Küchenpanne:

Das muss bei meiner Lehrabschlussprüfung gewesen sein. Ich sollte einen Omelettenteig zubereiten und habe die Mehlmenge um eine Kommastelle verfehlt. Anstatt 0,050 kg habe ich 0,500 kg verwendet. Die grosse Mehlmenge kam mir schon seltsam vor, aber ich war viel zu nervös, um rechtzeitig zu reagieren. Als ich dann die Zutaten mit dem Handrührgerät verrührte und den dicken Teigkloss in der Schüssel bemerkte, wurde mir klar, wo der Fehler lag. So liess ich die Schüssel mit dem Teig und dem Handrührgerät darin auf meinem Arbeitsplatz stehen und eilte zum Vorratstisch, um die Zutaten neu zusammenzustellen. Als ich zurück kam, lag der ganze Teig mit Handrührgerät und Schüssel auf dem Boden. Die Macht der Schwerkraft ...

 

Inspiration finde ich:

Auf Märkten, während des Urlaubs, in speziellen Lebensmittelläden, Büchern, Food-Magazinen, beim Kochen und bei Gesprächen mit Freunden, in Restaurants, Kochreportagen, auf Facebook, Pinterest, Instagram und in diversen Blogs, im Austausch mit meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen.

 

Wo trifft man mich zum Essen im Restaurant:

  • Hirschen in Bünzen
    Familiär, gutes Preis-Leistungsverhältnis, echte Handarbeit mit viel Liebe zum Detail.
  • Schwyzerhüsli in Killwangen
    Gut und bodenständig, der Pächter ist ein Bekannter von mir.
  • Hertenstein Ennetbaden
    Wenn ich mir mal wieder etwas gönnen möchte.

 

... zum Kaffeetrinken:

 

… zum Drinks Schlürfen:

Claudia Boutellier kreiert auch die Rezepte für den Back-Newsletter, zum Beispiel für diese Schokolade-Madeleines.
Claudia Boutellier kreiert auch die Rezepte für den Back-Newsletter, zum Beispiel für diese Schokolade-Madeleines.